Wohnhäuser und Parkplatz an der Hövelsenner Kapelle? Satzungsentwurf liegt bis 20. Januar in Hövelhof öffentlich aus
Baupläne weiter massiv in der Kritik

Hövelhof -

An der Hövelsenner Kapelle soll Wohnbebauung ermöglicht werden – daran hält die Gemeinde Hövelhof trotz teils deutlicher Kritik der Bezirksregierung, des Kreises Paderborn, von Naturschützern und Bürgern fest. Allerdings soll die Zahl der Bauplätze reduziert werden.

Donnerstag, 07.01.2021, 05:29 Uhr
Im Bereich der Hövelsenner Kapelle an der Sennestraße könnten drei weitere Wohnhäuser und ein Parkplatz entstehen. Foto: Meike Oblau

Eine neue Fassung der notwendigen Außenbereichssatzung liegt ab sofort bis zum 20. Januar öffentlich aus. Hier haben Bürger und Institutionen erneut die Gelegenheit, Stellung zu nehmen (im Eingangsbereich des Rathauses oder online).

Die Kritik an den Plänen, zwischen Kapelle und Heidschnuckenschäferei an der Sennestraße weitere Wohnbebauung zuzulassen, fußt im Kern darauf, dass es sich bei diesem Areal sowohl um einen so genannten Außenbereich als auch um ein Landschaftsschutzgebiet handelt, das unmittelbar an den Truppenübungsplatz grenzt, der wiederum ein FFH-Gebiet mit höchster europäischer Schutzstufe ist. Statt wie zunächst geplant fünf sind nun nur noch drei neue Wohnhäuser vorgesehen . Zusätzlich soll, und diese Planung ist neu, auch ein Parkplatz an der Hövelsenner Kapelle entstehen, da dort regelmäßig Trauungen stattfinden. Damit werde die ursprüngliche Planung „auf den kleinstmöglichen Bereich“ begrenzt, schreibt das Bauamt.

Zudem hat die Gemeinde dem Kreis Paderborn gegenüber zugesagt, ein etwa 6000 Quadratmeter großes Areal als Ausgleichsfläche mit Lammkraut zu bepflanzen (4000 Quadratmeter im südlichen Geltungsbereich und 2000 Quadratmeter im nördlichen Bereich). Nach der erneuten Öffentlichkeitsbeteiligung solle in diesem Jahr ein endgültiger Beschluss zur Bebauung an dieser Stelle gefasst werden, sagte Bürgermeister Michael Berens.

Die erste Planung, die fünf Bauplätze vorsah, hatte der Kreis Paderborn abgelehn t. Auch die Bezirksregierung hatte sehr deutliche Kritik geäußert, ist hier aber nicht Herr des Verfahrens. „Für die Städte und Gemeinden besteht bei einer Satzung gemäß Paragraf 35 Baugesetzbuch keine Anzeige- oder Genehmigungspflicht bei der Bezirksregierung als höhere Verwaltungsbehörde. Die kommunal- und baurechtliche Aufsicht obliegt dem Kreis Paderborn als untere Verwaltungs- beziehungsweise Bauaufsichtsbehörde“, hieß es aus Detmold. Eine klare Meinung zu den Bebauungsplänen an der Kapelle hat die Bezirksregierung dennoch. „Gegen die Planungen bestehen erhebliche regionalplanerische Bedenken. Die Planung verstößt gegen den Regionalplan. Die dort formulierten Ziele sind durch nachgeordnete Planungsträger zwingend zu befolgen und nicht für eine erneute Abwägung auf kommunaler Ebene zur Disposition zu stellen“, schreibt die Bezirksregierung. Genau das passiert aber aktuell mit der Offenlage einer neuen Fassung der Außenbereichssatzung.

Der Kreis Paderborn schreibt, bei den teils schon vor Jahrzehnten gebauten Wohnhäusern an der Kapelle handele es sich „um eine bestehende und nicht weiter zu forcierende Splittersiedlung“. Die Zielsetzung, die Bebauung hier fortzuentwickeln, sei „negativ zu bewerten“. Auch die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BIMA) als Eigentümerin des Truppenübungsplatzes hat „erhebliche Bedenken“ geäußert und bezieht sich dabei insbesondere auf den dort vorherrschenden Schießlärm: „Ein gesundes Wohnen ist dort nicht gewährleistet.“ Protestiert haben im Rahmen der ersten Offenlegung der Pläne auch Bürger und die Naturschützer des NABU .

Bürgermeister Michael Berens sagte, die Verwaltung wolle an der Kapelle „generationsübergreifendes Wohnen“ ermöglichen. Die CDU-Fraktion pflichtete ihm bei. Ablehnung kam von Grünen und SPD. SPD-Ratsherr Marian Hahne sagte, die Sennelandschaft solle „gefördert und nicht verbaut werden“.

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