Verdächtige sollen auch falsche Kennzeichen an Wohnwagen angebracht haben
Polizei ermittelt wegen Wohnwagen-Diebstahls

Paderborn/Salzkotten/Bielefeld -

Erst waren sie in Salzkotten, dann in Paderborn, nun stehen die Sinti und Roma in Bielefeld. Wie sich jetzt herausstellte, ermittelt die Polizei gegen einige Mitglieder der Gruppe wegen Diebstahls und Kennzeichenmissbrauchs.

Dienstag, 05.01.2021, 00:00 Uhr
Die Gruppe Reisender hält sich derzeit auf dem Parkplatz an der Radrennbahn in Bielefeld aus.

Von Mitte Dezember bis 26. Dezember standen die Reisenden auf dem alten Schützenplatz in Salzkotten, was bei Facebook eine Debatte ausgelöst hatte. Die Stadt hatte den Aufenthalt der Gruppe, die mit etwa 25 Wohnwagen unterwegs ist, aus „humanitären Gründen wegen eines akuten Krankheitsfalls“ geduldet, erklärte Salzkottens Bürgermeister Ulrich Berger auf Anfrage dieser Zeitung. Seinen Angaben zufolge hat die Gruppe die aufgestellten Dixi-Toiletten sowie einen Müll-Container und eine Kaution für den Aufenthalt bezahlt.

Am 26. Dezember fuhren die Reisenden weiter zum Parkplatz des ehemaligen Landesgartenschaugeländes in Schloß Neuhaus. Das Ordnungsamt und die Schlosspark und Lippesee-Gesellschaft als Hausherr sprachen allerdings mit Verweis auf die Corona-Schutzverordnung ein Platzverbot aus, teilte die Stadt auf Anfrage mit. Daraufhin habe die Gruppe den Platz am Sonntag verlassen. Sie fuhr offenbar weiter zum Parkplatz am Schützenplatz. Aber auch dort durfte sie nicht bleiben.

Am Montag vergangener Woche fuhren die Reisenden nach Bielefeld. Auf dem Weg dorthin ist ein Mitglied der Gruppe bei einer Kon­trolle der Autobahnpolizei auf der A33 festgenommen worden, bestätigte jetzt ein Sprecher der Bielefelder Polizei. Wie berichtet, war auf dem Rastplatz Hövelsenne ein Wohnwagengespann aus dem Verkehr gezogen worden . Der Wohnwagen soll am Wörthersee gestohlen worden sein. An dem Wagen vom Typ LMC Exquisit VIP waren französische Kennzeichen angebracht, die von einem VW Golf stammten.

Der Fahrer (46) eines VW Amarok, mit dem der Wohnwagen gezogen wurde, hatte einen norwegischen Pass und einen britischen Führerschein, er besaß jedoch keine Fahrerlaubnis für das Fahren eines Anhängers. Da er zudem mit einem Haftbefehl gesucht wurde, nahmen die Beamten ihn fest. Dem Mann werden mehrere Straftaten vorgeworfen: Diebstahl, Fahren ohne Fahrerlaubnis, Urkundenfälschung, Kennzeichenmissbrauch sowie ein Verstoß gegen das Pflichtver­sicherungsgesetz.

Bei einer zweiten Kontrolle am vergangenen Dienstag auf dem Parkplatz an der Bielefelder Radrennbahn, wo die Gruppe sich aktuell aufhält, wurden weitere Ver­stöße festgestellt. Gegen zwei Mitglieder der Reisenden wird wegen des Verdachts des Kennzeichenmissbrauchs und der Urkundenfälschung ermittelt. Am Wohnwagen eines 35-jährigen Niederländers fanden Polizisten ein falsches Kennzeichen, das zu einem Renault Clio gehört.

Ein 31-jähriger Landsmann musste ebenfalls sein Nummernschild am Wohnwagen abgeben, weil es für einen Mercedes GLC ausgestellt und im August 2020 abgelaufen war. Weil beide Männer über keinen festen Wohnsitz verfügen, mussten sie eine Sicherheitsleistung von jeweils 150 Euro hinterlegen.

Hintergrund der Kontrolle in Bielefeld soll dem Vernehmen nach eine Fahndung in Frankreich gewesen sein, wo ein Wohnwagen gestohlen worden war.

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