Gaststätten-Gelände ist inzwischen in den Besitz der Gemeinde Hövelhof übergegangen – CDU macht Vorschläge
Möller: Auch ein Neubau ist denkbar

Hövelhof -

In der Diskussion um die Zukunft der Gaststätte Zur alten Post (Möller) hat Bürgermeister Michael Berens (CDU) eine dritte Variante ins Spiel gebracht. Neben einem Komplettabriss zur Vergrößerung des Schlossgartens oder dem Erhalt des Haupthauses sei auch ein Neubau, zum Beispiel für ein Café, denkbar, sagte Berens.

Dienstag, 08.12.2020, 18:38 Uhr aktualisiert: 09.12.2020, 08:36 Uhr
Das alte Foto zeigt die Gastwirtschaft Möller vom heutigen Henkenplatz aus gesehen in den 1950er Jahren noch mit den alten Fenstern, wo später größere Schaufensterfronten eingebaut wurden. Ortsheimatpfleger Carsten Tegethoff sagt, er könne sich vorstellen, dass das Gebäude nach diesem optischen Vorbild wieder hergerichtet werden könnte. Foto: Sammlung Familie Möller

Auch die CDU-Fraktion hat das Thema auf dem Schirm und einen Antrag für die Ratssitzung am 17. Dezember gestellt. Das gesamte Gelände ist mittlerweile ins Eigentum der Gemeinde übergegangen.

In einer Sonderratssitzung im Oktober hatte die Verwaltung einen Komplettabriss vorgeschlagen . Das Büro Architektur-Werk-Stadt hatte Pläne für einen vergrößerten Schlossgarten präsentiert. Eigentlich hatte ein Unternehmer die Gaststätte kaufen, das Haupthaus sanieren und ein Schloss-Café eröffnen wollen. Auch Bürger und Ortsheimatpfleger Carsten Tegethoff hatten dafür plädiert, das 1892 erbaute Gebäude zu erhalten .

Doch so einfach ist es nicht, sagt Michael Berens: „Die Gemeinde hat bereits im März ein Wertgutachten durch den Kreisgutachterausschuss erstellen lassen. Demnach ist das Gebäude mit wirtschaftlich vertretbaren Mitteln nicht mehr sanierungsfähig und abrisswürdig.“ In den Lehmwänden seien tiefe Risse und Löcher erkennbar. Das Fachwerk sei Ende des 19. Jahrhunderts mit sehr einfachen Mitteln erstellt worden.

„Vor einer endgültigen Entscheidung bedarf es einer tiefergehenden baufachlichen Untersuchung. Sollte sich die Ratsmehrheit dafür aussprechen, dass an dieser Stelle entgegen des Vorschlages der Architektur-Werk-Stadt doch ein Gebäude verbleiben soll, käme auch ein Neubau, zum Beispiel eines Cafés, durch einen Privatinvestor nach den Vorgaben der Gemeinde in Betracht. Das Gebäude sollte sich architektonisch in den Schlossgarten einpassen“, erläutert Berens.

Wichtig für die städtebauliche Entwicklung sei aber nicht nur die Fläche, auf der das Kneipengebäude steht. Man müsse das frühere Möller-Areal ganzheitlich betrachten. Es erstrecke sich an der Allee von der Hauptkreuzung bis zum Gasthaus Brink, und zwar auch auf jener Fläche, die derzeit den Zugang zum Schlossgarten und die Zufahrt zur Bücherei und zum (bewohnten) Jagdschloss aus ermöglicht. Deswegen sei es der Gemeinde so wichtig gewesen, das komplette Gelände zu erwerben, sagt Berens.

Auch diese Freifläche zwischen dem Kneipen-Anbau (rechts) und dem Gasthof Brink gehört zum ehemaligen Möller-Areal. Über dieses Grundstück ist die Zufahrt zum Schloss gewährleistet.

Auch diese Freifläche zwischen dem Kneipen-Anbau (rechts) und dem Gasthof Brink gehört zum ehemaligen Möller-Areal. Über dieses Grundstück ist die Zufahrt zum Schloss gewährleistet. Foto: Meike Oblau

Die bereits jetzt zum Schlossgarten zählende Grünfläche zwischen Möller-Anbau und Brink müsse dauerhaft im Eigentum der Gemeinde und damit fester Teil des Schlossgartens bleiben. „Ein Privateigentümer hätte hier nach bisherigem Baurecht ein dreigeschossiges Gebäude errichten oder die Privatfläche einzäunen und damit der öffentlichen Nutzung dauerhaft entziehen können“, erklärt der Bürgermeister.

Die CDU-Fraktion möchte, dass der Abriss des Anbaus zur Freilegung der Schlossachse bereits beschlossen wird. Um zu klären, in welchem Zustand sich das Haupthaus befindet, solle ein Gutachter eingeschaltet werden, schreibt CDU-Fraktionsvorsitzender Udo Neisens in einem Antrag. Falls sich eine Renovierung als nicht wirtschaftlich herausstellen sollte, schlägt die CDU eine städtebauliche Untersuchung, zum Beispiel in Zusammenarbeit mit Studenten der Fachhochschule OWL, vor.

In diese Untersuchungen sollen auch die bisher vorgestellten Ideen der Architektur-Werk-Stadt (Möller-Abriss und Erweiterung des Schlossgartens) und von Ortsheimatpfleger Carsten Tegethoff (Sanierung des Haupthauses und Wiederherstellung des optischen Zustandes aus den 1950er Jahren ) einfließen. In Hövelhof sei derzeit kein einheitliches Stimmungsbild erkennbar, so Neisens. Die CDU empfehle, „eine ruhige Hand zu behalten“ und eine Entscheidung erst dann zu treffen, wenn alle relevanten Informationen vorlägen. Auch die Bürger sollten beteiligt werden.

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