Gemeinde Hövelhof testet ein neues Konzept, das optisch und akustisch Vorteile verspricht
Glas-Container verschwinden in der Erde

Hövelhof -

Standorte von Altglas-Containern sind selten optische Höhepunkte. Die Gemeinde Hövelhof testet jetzt auf dem Wanderparkplatz an der Sennestraße ein neues Konzept: Hier werden die Container in der Erde versenkt, an der Oberfläche ist dann nur noch eine kleine Einwurf-Box zu sehen. Das sieht schöner aus, soll aber auch akustisch von Vorteil sein. .

Mittwoch, 25.11.2020, 18:36 Uhr aktualisiert: 25.11.2020, 18:40 Uhr
So sehen die Altglas-Abgabestationen der Firma V-Consyst nach Fertigstellung aus. Foto: V-Consyst

„Wir hoffen, dass das Einwerfen von Glas mit dieser Lösung auch deutlich leiser wird“, sagt Dennis Kleewald aus dem örtlichen Bauamt. Die Container stammen aus Holland und werden dort bereits seit Jahrzehnten verbaut, berichtet Benjamin Beelen von der Firma V-Consyst: „Allein in Amsterdam gibt es etwa 20.000 dieser Unterflur-Entsorgungssysteme.“ Für Hövelhof hat der stellvertretende Bauamtsleiter Peter Schneider dieses Modell entdeckt. Da der Wanderparkplatz an der Sennestraße derzeit ohnehin umgestaltet und gepflastert wird, bot es sich an, das Pilotprojekt mit den unterirdischen Glascontainern hier auszuprobieren. „Wenn sich das System bewährt, können wir uns vorstellen, es auch an anderen Standorten umzusetzen, zum Beispiel in Neubaugebieten oder dort, wo ohnehin eine Umgestaltung von Containerflächen ansteht“, sagt Dennis Kleewald.

Die Gemeinde hofft neben einer schöneren Optik und weniger Lärm beim Einwurf auch auf weitere Effekte. „Containerstandorte werden leider oft vermüllt, weil manche dort rund um die Container auch anderen Müll abladen. Das passiert oft im Schutz der größeren Container. Am Parkplatz an der Sennestraße könnte das künftig eher auffallen, wenn jemand einfach Abfall dort stehen lässt“, sagt Dennis Kleewald. Benjamin Beelen von der Firma V-Consyst weist auf einen weiteren Vorteil hin: „Die Unterflurcontainer sind auch von Menschen, die im Rollstuhl sitzen, besser zu nutzen, da sich für sie der Einwurf auf Augenhöhe befindet.“

Das ist derzeit noch das typische Bild in Hövelhof – hier die Altglascontainer am Sennebad an der Staumühler Straße.

Das ist derzeit noch das typische Bild in Hövelhof – hier die Altglascontainer am Sennebad an der Staumühler Straße. Foto: Meike Oblau

An der Sennestraße werden drei Container eingebaut, zwei für Weißglas und einer, der innen mit einer Trennwand ausgestattet und für Grün- und Braunglas gedacht ist. Die Schächte sind fünf Kubikmeter, die Container je drei Kubikmeter groß. Die bereits fertiggestellten Betonschächte hat die Gemeinde Hövelhof bezahlt, die Altglas-Behälter stellt der Entsorger, die Firma Reiling. Vermutlich ab Januar oder Februar sollen die neuen Container nutzbar sein.

Wesentlich schneller gehen die Bauarbeiten am Parkplatz vonstatten. Bauleiter Roland Müller von der Firma Schlotmann schätzt, dass der Wanderparkplatz kommende Woche Freitag fertig ist. Nach der Umgestaltung der Sennestraße wird die Fläche mit Rasenfugenpflaster gestaltet, so dass 29 Parkplätze entstehen. Die Zuwegung zu den Parkplätzen wird asphaltiert.

Im Zuge der Umgestaltung des Wanderparkplatzes an der Sennestraße probiert die Gemeinde Hövelhof ein neues Konzept zur Altglas-Sammlung aus: Die Container werden im Boden versenkt. So soll beim Einwurf auch weniger Lärm entstehen.

Im Zuge der Umgestaltung des Wanderparkplatzes an der Sennestraße probiert die Gemeinde Hövelhof ein neues Konzept zur Altglas-Sammlung aus: Die Container werden im Boden versenkt. So soll beim Einwurf auch weniger Lärm entstehen. Foto: Meike Oblau

Die Fläche ist weit mehr als ihr Name aussagt: Nicht nur Wanderer stellen hier ihre Autos ab, das Gelände dient auch als Parkplatz für Eltern, die ihre Kinder zur Krollbach- oder zur Franz-Stock-Realschule bringen oder sie dort abholen wollen. Bis 2019 haben viele dafür die Buswendeschleife an der Sennestraße genutzt, nach der Umgestaltung ist das dort nicht mehr möglich. „Die Eltern können ihre Kinder aber künftig gut hier auf dem Wanderparkplatz aus dem Auto lassen, die Kinder können dann die Sennestraße entlanggehen und am neuen Zebrastreifen sicher die Straße überqueren“, sagt Dennis Kleewald, der das augenzwinkernd als „Kiss and ride“ bezeichnet. Auch wenn künftig wieder Veranstaltungen in der Krollbachaula stattfinden, wird der Parkplatz vermutlich gut frequentiert.

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