Kulturverein will die „Muhbar“ im Hövelhofer Schlossgarten intensiver nutzen
Neues Leben in der alten Scheune

Hövelhof (WB). Seit knapp anderthalb Jahren ist die Kulturscheune im Schlossgarten nach der Renovierung wieder geöffnet. So richtig in Gang gekommen ist ein dort geplantes Kulturprogramm aber nicht. Ein neu gegründeter Kulturverein will das jetzt ändern. „Muhbar“ heißt der Verein, der sich neben dem „Sennekult“ in der Hövelhofer Kulturlandschaft etablieren möchte.

Mittwoch, 02.09.2020, 06:00 Uhr
Jonas Kloppenburg, Corinna Vullhorst, Benedikt Kestner und Manuel Lappe (von links) vor der Kulturscheune. Sie ist in Hövelhof auch als „Muhbar“ bekannt und hat dem neu gegründeten Kulturverein seinen Namen beschert. Foto: Meike Oblau

Unter den Mitgliedern des seit elf Jahren bestehenden „Sennekult“ hatte die Gründung des „Muhbar“-Vereins durchaus für Gesprächsstoff gesorgt. „Wir sehen uns nicht als Konkurrenz und glauben, dass in Hövelhof durchaus mehrere Kulturinitiativen nebeneinander existieren und ein Angebot machen können“, sagt „Muhbar“-Vorsitzender Benedikt Kestner. „Es gibt ja auch mehrere Sportvereine im Ort“, ergänzt Schriftführerin Corinna Vullhorst. Der „Sennekult“ habe bereits eindrucksvoll unter Beweis gestellt, Großverstaltungen managen zu können. „Das ist gar nicht unser Ansatz“, sagt der zweite Vorsitzende des Vereins „Muhbar“, Manuel Lappe. Dem neuen Verein liege insbesondere die Kulturscheune am Herzen, die endlich zum Leben erweckt werden solle.

Pfarrscheune wurde für 450.000 Euro saniert

Im Rahmen des Ortskernkonzepts waren etwa 450.000 Euro in die Sanierung der alten Pfarrscheune gesteckt worden , 70 Prozent davon Fördermittel. Manuel Lappe hat dort vor Corona regelmäßig das Muhbar-Quiz auf die Beine gestellt und ist kürzlich, nachdem er aufgrund der Pandemie zwischenzeitlich auf eine Online-Variante umgestiegen war, wieder in die Scheune zurückgekehrt – unter Berücksichtigung von Hygieneregeln natürlich. Für kleinere Ausstellungen hat der Förderverein „Wasser für Labgar“ die Scheune genutzt – Kulturveranstaltungen haben dort seit der Fertigstellung im Mai 2019 aber noch nicht stattgefunden.

Comedy, Lesungen und Poetry Slam geplant

Das will der Verein „Muhbar“ künftig ändern, auch wenn Vorstand und Mitglieder aktuell natürlich stets die Entwicklungen der Corona-Pandemie im Blick haben müssen. Ideen für die kulturelle Nutzung des Fachwerkgebäudes im Schlossgarten gibt es jedenfalls schon reichlich. Das Muhbar-Quiz soll als regelmäßige und lange etablierte Veranstaltung natürlich bestehen bleiben. Denkbar als weitere regelmäßige Veranstaltung sei ein Spieleabend. Auch Comedy-Veranstaltungen, Poetry Slams oder Lesungen würde der „Muhbar“-Verein in Zukunft gerne auf die Beine stellen. Die Leiterin der nebenan gelegenen Sennebücherei, Claudia Jostwerner, habe bereits Interesse signalisiert, bei Veranstaltungen zu kooperieren.

Der neue Kulturverein denkt an eine Mischkalkulation aus eintrittsfreien und eintrittspflichtigen Veranstaltungen und hat auch die Anerkennung der Gemeinnützigkeit beantragt.

Vorläufige Nutzungsordnung

Noch nicht endgültig geklärt ist. für welche Veranstaltungen die Kulturscheune oder gegebenenfalls auch der Vorplatz am Jagdschloss genau genutzt werden kann. Nach Angaben des „Muhbar“-Vorstandes gibt es derzeit nur eine vorläufige Nutzungsordnung, eine kleine Arbeitsgruppe, unter anderem auch mit Vertretern der katholischen Kirchengemeinde, der der Schlossgarten gehört, entscheidet, welche Veranstaltungen genehmigt werden. Nach WV-Informationen ist anderen Veranstaltern, die die Kulturscheune gerne genutzt hätten, in der Vergangenheit auch bereits abgesagt worden.

Wer den Verein „Muhbar“ unterstützen, eine Veranstaltung vorschlagen, mitorganisieren oder Mitglied werden möchte, kann sich an den Vorstand wenden. Nähere Infos gibt es auch im Internet unter www.muhbar.de.

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