Im Hövelhofer Industriegebiet Nord gibt es bereits schnelles Internet
Jetzt will auch die Telekom Glasfaser verlegen

Hövelhof (WB). Die Deutsche Telekom hat mit der Ankündigung überrascht, das Industriegebiet Nord mit schnellem Internet ausrüsten zu wollen. Überraschend kommt die Information vor allem deshalb, weil das Industriegebiet (zum Beispiel Industriestraße, Heinz-Sallads-Straße) erst vor einem Dreivierteljahr vom Konkurrenten Deutsche Glasfaser mit entsprechenden Glasfaserkabeln ausgestattet wurde.

Mittwoch, 12.08.2020, 05:00 Uhr
Die Deutsche Glasfaser hat bereits im vergangenen Winter Leitungen im Industriegebiet Nord verlegt. Jetzt will die Telekom dort nachziehen. Foto: Oliver Schwabe

Die Telekom teilt nun mit, ebenfalls eine Akquise im Industriegebiet Nord durchführen zu wollen, um das Interesse der dort ansässigen Unternehmen abzuklopfen. Zu seinen Plänen in Hövelhof schreibt das Unternehmen in einer Pressemitteilung: „Die Telekom wird dafür über elf Kilometer Glasfaser verlegen und die Unternehmensstandorte direkt an das Glasfaser-Netz anbinden. Dabei wird beim Gewerbegebiets-Ausbau in Hövelhof unter anderem das moderne Trenching-Verfahren eingesetzt. Es ist zeitsparend, nachhaltig und kosteneffizient im Ausbau, führt zu kürzeren Bauzeiten und somit zu weniger Belastungen für die Anwohner.”

Telekom setzt auf Trenching-Verfahren

Die Digitalisierung der Wirtschaft sei eine Chance und Herausforderung für Deutschland. Die Basis dafür sei eine flächendeckende Breitband-Versorgung. „Das wissen wir und verstärken gerade deswegen den Glasfaserausbau in Gewerbegebieten: In der sechsten Welle gehen wir jetzt mit weiteren 80 Gewerbegebieten in die Vorvermarktung”, sagt Hagen Rickmann, Geschäftsführer Geschäftskunden der Telekom Deutschland.

35 von 51 Firmen sind Kunden der Deutschen Glasfaser

Die Deutsche Glasfaser hatte im Oktober vergangenen Jahres beim ersten Spatenstich an der Ecke Industriestraße/Otto-Hahn-Straße mitgeteilt, dass in den beiden großen Hövelhofer Industriegebieten Nord und Süd 35 der 51 dort ansässigen Firmen einen Vertrag mit der Deutschen Glasfaser abgeschlossen hätten. Dennoch sieht die Telekom im Industriegebiet Nord offenbar Potenzial. „Wir können unsere Kunden nicht auf einem Glasfaserkabel der Konkurrenz versorgen“, erklärte Pressesprecher Georg von Wagner auf die Frage der WV-Redaktion, warum es nötig sei, nochmals Straßenbauarbeiten durchzuführen in einem Gebiet, das bereits versorgt ist.

„Im Trenching-Verfahren werden die Straßen und Gehwege nicht mehr großräumig geöffnet, sondern es wird mit einer Fräse in den Asphalt geschnitten. Das Kabel wird eingelegt. Mit dem Abraum wird dieser Schnitt sofort wieder gefüllt und obendrauf kommt frischer Asphalt. Das ist nicht so umständlich und zeitaufwändig“, so von Wagner.

Gemeinde kann erneuten Ausbau nicht untersagen

Die Gemeinde Hövelhof, die gerade erst den Ausbau der im Industriegebiet Nord liegenden Heinz-Sallads-Straße abgeschlossen hat, teilte mit, man habe durch einen Anruf der Telekom von den Plänen erfahren: „Die Deutsche Telekom hat uns am 31. Juli telefonisch darüber informiert, dass sie in den Gewerbegebieten eine Akquise für Glasfaseranschlüsse durchführen wird. Ansonsten ist die Gemeinde an der Entscheidung der Deutschen Telekom nicht beteiligt worden.“

Verweigern kann die Gemeinde der Telekom einen Ausbau übrigens nicht: „Die Telekom hätte nach dem Telekommunikationsgesetz einen Anspruch, Straßen und Wege für die Verlegung von Leitungen zu nutzen. Um bei neu erstellten Straßen wie der Heinz-Sallads-Straße eine Aufgrabung zu vermeiden, lässt die Sennegemeinde Leerrohre mit verlegen, wobei keine Verpflichtung der Telekommunikationsunternehmen besteht, diese zu nutzen.“

Kommentar

Zumindest auf den ersten Blick ist die Ankündigung der Telekom, nicht mal ein Jahr nach der Konkurrenz ebenfalls Glasfaserleitungen im Industriegebiet Nord verlegen zu wollen, wenig verständlich. Im ganzen Kreis Paderborn gibt es eine Menge Gebiete, die in Sachen Internetgeschwindigkeit noch in der Steinzeit stecken. Dort würden sich viele Bewohner über schnelleres Internet freuen. Stattdessen soll nun ein Gebiet versorgt werden, in dem bereits Glasfaser liegt – weil Konkurrent Deutsche Glasfaser in Hövelhof einfach schneller war. Natürlich bleibt es einem Unternehmen wie der Deutschen Telekom unbenommen, solche Entscheidungen zu treffen. Für ein wenig Kopfschütteln aber sorgt es allemal – und die Straßen werden sicherlich auch nicht besser davon, wenn dort nun zum zweiten Mal innerhalb eines Jahres Bauarbeiten stattfinden würden. Man darf gespannt sein, ob die Telekom genügend Kunden akquiriert, um am Ende wirklich mit dem Ausbau zu starten. Meike Oblau

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