Diskussionen um OGS-Betreuung an der Kirchschule
Eltern werden 2021 befragt

Hövelhof (WB). Nach Kritik am neuen Träger der Offenen Ganztagsgrundschule (OGS) an der Kirchschule soll es im kommenden Jahr nun eine Elternbefragung geben, um herauszufinden, ob weiterhin Unzufriedenheit herrscht. Der neue Träger, das Sozialwerk für Bildung und Jugend aus Olsberg, hatte von Startschwierigkeiten gesprochen und gesagt, man befinde sich inzwischen „in ruhigerem Fahrwasser“.

Dienstag, 14.07.2020, 12:00 Uhr
Seit Sommer 2019 werden die OGS-Kinder an der Kirchschule durch das Sozialwerk betreut. Foto: Oliver Schwabe

Die Elternbefragung hatte die SPD vorgeschlagen, nachdem die FDP beantragt hatte, den Vertrag mit dem Sozialwerk, das die OGS zum Schuljahr 2019/20 übernommen hatte, wieder zu kündigen. FDP-Fraktionsvorsitzender André Klocksin sagte, eine Elternbefragung finde er an sich gut, allerdings bedürfe es dazu gar keines politischen Beschlusses, da das Sozialwerk ohnehin vertraglich zu einer Evaluation verpflichtet sei: „Bislang gab es allerdings keine.“

Hauptamtsleiter Thorsten Langemeier sagte, vor einer ersten Umfrage müsse man nach einem Trägerwechsel seiner Meinung nach erst einmal eine gewisse Zeit verstreichen lassen, bevor man die Qualität der Betreuung wirklich beurteilen könne.

Auch in der Mitarbeiterschaft habe es rumort

Unterdessen haben sich in der WV-Redaktion Eltern gemeldet, um ihre Sicht der Dinge zu schildern, unter anderem die Vorsitzende des Fördervereins OGS Kirchschule, Ulrike Jacobs-Stuckmann. Der Förderverein hatte bis Sommer 2019 die Trägerschaft der OGS inne. „Unser Vorstand wurde am 7. Dezember 2018 gewählt, einen Tag später hieß es dann plötzlich, dass die Trägerschaft neu ausgeschrieben werden solle“, sagt sie. Allein im abgelaufenen Schuljahr habe es mehr als 20 Abmeldungen aus der OGS gegeben. Auch in der Mitarbeiterschaft habe es rumort, bis hin zu erfolgreich bestrittenen Kündigungsschutzklagen. Zum Sommer 2019 habe das Sozialwerk eine neue OGS-Leiterin eingestellt, die zum Jahresende dann ebenfalls schon wieder gehen musste.

Vom Angebot des Sozialwerks ist Jacobs-Stuckmann nicht überzeugt: „Sie sind teurer, bieten weniger AGs und weniger externe Kooperationen. Bei uns gab es Zirkusprojekte, Baseball und wir haben mit einem Theaterpädagogen und dem SJC Hövelriege zusammengearbeitet. Trotzdem hieß es von der Gemeinde Hövelhof, wir würden keine Weiterentwicklung unserer Arbeit anbieten.“ Zudem betone das Sozialwerk zwar, die jeweilige Gruppenleitung in der OGS sei Fachpersonal: „Viele aber sind Studenten. Auch beim Küchenpersonal und beim Wareneinsatz in der Küche wird massiv gespart“, sagt die Vorsitzende des Fördervereins.

Es gebe Ärger um finanzielle Angelegenheiten

Dass seit der Neubesetzung der OGS-Leitung im Januar alles besser laufe, sehe man nicht so, betonen auch andere Eltern, die ihren Namen nicht in der Zeitung lesen möchten. Sie berichten unter anderem, dass am Karnevalsdienstag ein Ausflug mit den Kindern ins Heinz-Nixdorf-Museumsforum stattgefunden habe, ohne dass die Eltern von diesem Ausflug gewusst hätten. Zudem gebe es zwischen dem neuen Träger und dem Förderverein auch Ärger um finanzielle Angelegenheiten, sagte Ulrike Jacobs-Stuckmann.

Auch der FDP-Bürgermeisterkandidat Benjamin Sandbothe hat mit Eltern gesprochen: „Mein Eindruck ist, dass der Förderverein bei der Neuausschreibung gar keine Chance hatte. Unsere Intention war es, das Desaster der Vergabe im Rat sauber aufzuarbeiten. Es wurden Mitarbeiter gekündigt, die teilweise fast 20 Jahre dabei waren. Den Förderverein hat das über 60.000 Euro für Gerichtskosten, Abfindungen und vieles mehr gekostet, weil manchen langjährigen Mitarbeitern auch einfach gar nicht mehr fristgerecht gekündigt werden konnte. Der alte Trägerverein hat früher Überschüsse regelmäßig für die Kinder investiert. Das Sozialwerk hat geschäftliche Interessen. Aus meiner Sicht hat man hier freiwillig ein funktionierendes örtliches System zerstört. Passt das zum vom Bürgermeister und der CDU viel beschworenen Hövelhofer Weg?“

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