Firma Westfalia setzt Entwurf von Kindern der Hövelhofer Mühlenschule um
Kein Spielplatz von der Stange

Hövelhof (WB). Welches Kind träumt nicht davon, seinen eigenen Spielplatz zu entwerfen? Für die Kinder der Hövelhofer Mühlenschule ist dieser Traum in diesem Sommer Wirklichkeit geworden. Lange hatten sie geplant, gemalt und Modelle gebastelt – und die heimische Firma Westfalia Spielgeräte hat ihnen jetzt ihr Wunsch-Spielgerät gebaut und auf dem Schulhof an der Sennestraße aufgestellt.

Mittwoch, 08.07.2020, 08:00 Uhr
Antonia Kaluza und Frieda Strack (vorne von links) und ihre Mitschüler Matilda Wätjen, Philipp Otto und Jost Sander (oben auf dem Gerüst, von links) haben gemeinsam mit anderen Kindern den Spielplatz entworfen. Lars Schulmeister (Firma Schlotmann), Bürgermeister Michael Berens, Christina Athens (Westfalia Spielgeräte), Schulleiter Klaus Schäfers, Janne Wosniak (Westfalia) und Kai Ingo Berenbrinker (Förderverein Sport und Kultur, von links) sind begeistert von der Umsetzung auf dem Schulhof der Mühlenschule. Foto: Meike Oblau

„Was wir hier sehen, ist also alles andere als ein Spielplatz von der Stange“, sagte Schulleiter Klaus Schäfers bei einem Ortstermin. In den Sommerferien des vergangenen Jahres hatten sich die Kinder im Ferienprogramm der Offenen Ganztagsgrundschule (OGS) an der Mühlenschule mit der geplanten Umgestaltung des Schulhofs befasst. Die Gemeinde Hövelhof hatte dafür insgesamt 17.000 Euro bereit gestellt. Besonders die freie Fläche zwischen einem älteren Spielgerät und der Turnhalle wollten die Kinder gerne anders nutzen.

Pläne entstanden im Ferienprogramm der OGS

Zunächst wurde eifrig gemalt und gezeichnet, die Wünsche wurden untereinander diskutiert. Erste Modelle entstanden, unter anderem aus Papprollen, Playmobilfiguren, Holzspießen und Wolle. „Die Modelle wurden dann im Schülerparlament vorgestellt“, sagte Schulleiter Klaus Schäfers.

Schließlich stellte sich die Frage, wie man den Wunsch-Spielplatz der Mühlenschüler denn nun umsetzen könnte. Da traf es sich gut, dass in der Sennegemeinde mit der Firma Westfalia ein Spielgerätehersteller direkt vor Ort ansässig ist. Die Entwicklungsabteilung von Westfalia um Leiterin Janne Wosniak machte sich an die Arbeit. „Im Katalog kann man dieses Spielgerät nicht bestellen“, sagt Schulleiter Schäfers.

Gemeinde stelle 27.000 Euro zur Verfügung

Als klar wurde, dass das bereit gestellte Geld für die Träume der Grundschüler nicht ausreichen würde, legte die Gemeinde Hövelhof nochmal 10.000 Euro oben drauf. Den Aufbau bezahlte der neu gegründete Förderverein Sport und Kultur Hövelhof, der unter dem Vorsitz von Alexandra und Kai Ingo Berenbrinker sowie Marion Lachmann und Klaus Schäfers künftig auch den Sennelauf in Hövelhof und die Paderborner Kinderbuchwoche mit abwickeln wird.

Die Firma Schlotmann Recycling übernahm die notwendigen Erdarbeiten: den Aushub und die Entsorgung von 50 Kubikmetern Mutterboden sowie das Aufbringen eines Fallschutzes. „Jetzt freuen wir uns noch mehr auf die Pausen“, sagte Mühlenschüler Jost Sander bei der Einweihung des neuen Spielgeräts, das wie alle Geräte der Firma Westfalia aus recyceltem Kunststoff besteht. Das Unternehmen verarbeitet nach eigenen Angaben jährlich über 780 Tonnen Kunststoff aus dem „Gelben Sack” – sozusagen vom alten Joghurtbecher zur Schaukel. Westfalia wurde 2015 mit dem Umweltsiegel „Blauer Engel“ ausgezeichnet.

Lob vom Bürgermeister

Bei so viel Kreativität und so tollen neuen Spielmöglichkeiten war Bürgermeister Michael Berens bei der kleinen Einweihungsfeier auf dem Schulhof ganz neidisch: „Ich bin früher selbst auf die Mühlenschule gegangen. So tolle Spielgeräte hatten wir damals nicht. Die Kinder haben hier mit viel Herzblut ein tolles Projekt entwickelt, wir freuen uns, dass sich die Grundschüler so viele Gedanken gemacht haben.“

Und das selbst entworfene neue Spielgerät ist noch längst nicht alles: Die Firma Westfalia hat sich darüber hinaus dazu entschlossen, ein ganz neues Gerät auf dem Schulhof und damit von den Schülern der Mühlenschule testen zu lassen. Kurzerhand wurde auch noch eine „Groovie-Wippe“ aufgebaut. „So ein Gerät steht bisher noch auf keinem einzigen Spielplatz“, betonte Christina Athens aus der Westfalia-Geschäftsführung. Auf den wackelnden Streben können Kinder Geschicklichkeit und Balance trainieren – und das in der Gruppe, denn auf der „Groovie-Wippe“ findet problemlos eine zweistellige Zahl von Personen Platz, um gemeinsam zu spielen, zu „wackeln“ und auch mal herunterzupurzeln.

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