Seniorenzentrum-Leiterin aus Hövelhof bemängelt zu frühen Zeitpunkt
Kritik an Altenheim-Öffnung

Hövelhof (WB). Bewohner in nordrhein-westfälischen Alten- und Pflegeheimen dürfen von Sonntag an wieder Besuch bekommen. Im Seniorenzentrum Haus Bredemeier in Hövelhof (Kreis Paderborn) stößt das auf Kritik.

Donnerstag, 07.05.2020, 04:00 Uhr aktualisiert: 07.05.2020, 05:01 Uhr
Unter strengen Hygienevorschriften sollen Bewohner von Alten- und Pflegeheimen von Sonntag an wieder Besuch bekommen dürfen. Foto: dpa

Das seit Mitte März geltende Besuchsverbot wegen der Corona-Pandemie werde aufgehoben , teilte Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) am Dienstag mit. Dabei gelten aber strenge Hygienevorschriften und Auflagen. „Wir erfahren das als Träger eines Seniorenheims als erstes aus dem Radio, bevor wir von den Behörden informiert werden”, beklagt Geschäftsführerin Monika Stricker vom Hövelhofer Caritas-Altenzentrum.

“Rückschritt statt Fortschritt”

Auch Kommunalverwaltungen und andere Institutionen hatten zuletzt häufiger die Kommunikation von Land oder Bund und die Kurzfristigkeit bei der Lockerung von Corona-Erlässen kritisiert.

Auch die Entscheidung selbst, Besuche in Altenheimen von Sonntag an wieder zuzulassen, trifft im Haus Bredemeier nicht auf Zustimmung. „Bei allem Verständnis für die Isolations- und Trennungsproblematik in Bezug auf fehlende Besuche bedeutet das Ganze für mich eine ernst zu nehmende Gefährdung der Seniorinnen und Senioren und für den Erfolg, den wir erzielt haben”, sagt Monika Stricker. Sie sehe in dieser Entscheidung „einen Rückschritt statt Fortschritt, da sie einfach zu früh kommt”.

Unklar blieb zunächst auch, ob die Lockerung des Besuchsverbots auch für Altenheime gelten soll, in denen es, wie im Haus Bredemeier, Corona-Infektionen gegeben hatte. Wie berichtet waren im Haus Bredemeier Ende März bis Mitte April mehr als 30 Mitarbeiter und Bewohner positiv auf Corona getestet und in Quarantäne geschickt worden. Drei Seniorinnen im Alter zwischen 85 und 97 Jahren, die positiv getestet worden waren, sind verstorben. Seit dem 24. April ist die Quarantäne in der Einrichtung selbst aber wieder aufgehoben.

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