Anwohner in Riege kritisieren Standortauswahl für neue Warnanlage
Sirenenalarm auf dem Spielplatz

Hövelhof (WB). Eine Rutsche. Ein Sandkasten. Und ein meterhoher Sirenenmast? Anwohner der Rieger Heide und des Neuen Weges haben sich in diesen Tagen verwundert die Augen gerieben, als sie sahen, was da auf dem kleinen Spielplatz aufgestellt wurde. Die Gemeindeverwaltung sagt: Der Standort der neuen Sirene ist besonders geeignet, weil von dort aus nahezu alle Bewohner Rieges akustisch erreicht werden können.

Freitag, 10.04.2020, 08:00 Uhr
Symbolfoto Foto: Meike Oblau

Bei Markus Mettenborg, seiner Familie und seinen Nachbarn hat nicht nur der Bau des Masten für Kopfschütteln gesorgt, sondern auch die Tatsache, dass der Plan, die Sirenen auf dem Spielplatz aufzustellen, nicht kommuniziert wurde. Er halte den Standort für denkbar ungeeignet, sagt Mettenborg: „Den Spielplatz konnte man schon vorher nicht unbedingt als Augenweide bezeichnen, aber es hätte doch sicher einen besseren Standort für Warnsirenen gegeben als ausgerechnet einen Spielplatz, zumal unser Wohngebiet nicht mal in der Mitte von Riege liegt“, sagt er.

Rechtsgrundlage ist der Warnerlass des Innenministeriums

Die Hövelhofer Verwaltung sagt, dass in den vergangenen zwei Jahren im gesamten Gemeindegebiet neue Hochleistungssirenen errichtet wurden. Rechtsgrundlage sei der so genannte Warnerlass des Innenministeriums vom 16. Mai 2018: „Die Städte und Gemeinden haben im Rahmen der präventiven Gefahrenabwehr die Aufgabe, die Bevölkerung rechtzeitig und umfassend bei Gefahrenlagen zu warnen. Mit den Sirenensignalen ist das zeitnah und großflächig zu erreichen.“

Ein Arbeitskreis des Kreises Paderborn habe ein Warnkonzept für alle Kommunen im Kreisgebiet besprochen: „Gemeinsam mit dem Leiter der Feuerwehr Hövelhof und einem Fachplaner wurden von der Gemeindeverwaltung ein örtliches Warnkonzept und eine Beschallungsübersicht für die Sennegemeinde erarbeitet.“ Bei den Sirenen handele es sich um elektronische digitale Anlagen, die nicht nur Warnsignale, sondern auch digitale Sprachnachrichten übertragen können, um zum Beispiel vor einer Schadstoffwolke oder schweren Unwettern zu warnen.

Beschallungsübersicht half bei der Standortwahl

Mit Hilfe der Beschallungsübersicht seien die Standorte für die Sirenen festgelegt worden: „In Riege kann von diesem Platz aus der gesamte Ortsteil einschließlich des geplanten Neubaugebietes erreicht werden. Grundsätzlich stellen wir die Sirenenanlagen nur auf kommunalen Grundstücken auf“, so die Verwaltung. Der Bau der Sirenen sei eine gesetzlich vorgeschriebene Aufgabe, diese Anlagen stünden oft an Schulen oder Kindergärten. Ein Problem auf dem Spielplatz sieht die Verwaltung nicht.

Die Sirenen lösen nach Angaben aus dem Rathaus im Ernstfall aus, geben zum Beispiel Verhaltensanweisungen an die Bevölkerung, Gefahrenmeldungen oder vorsorgliche Informationen wie eine Unwetterwarnung weiter. Ein Probebetrieb sei lediglich einmal pro Jahr an einem vom Innenministerium festgelegten und vorher angekündigten landesweiten Warntag vorgesehen.

Anwohner vermissen Kommunikation

Markus Mettenborg ist dennoch unglücklich über den Standort und kritisiert, vor vollendete Tatsachen gestellt worden zu sein: „Hätte man nicht wenigstens einen Presseartikel veröffentlichen oder Handzettel in die Briefkästen verteilen können“, fragt er. Zudem hoffen die Nachbarn, dass der Mast zumindest noch umzäunt werde: „Ansonsten sehen wir schon vor uns, wie die ersten Kinder versuchen, da hochzuklettern...“

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7364098?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198401%2F2851066%2F
Klinik Bethel verteidigt interne Untersuchung
Im Klinikum Bethel wurden Frauen vergewaltigt. Foto: Thomas F. Starke
Nachrichten-Ticker