Hövelhofer Firma Berenbrinker produziert derzeit verstärkt Hygieneschutz aus Acryl
Mit Abstand auf der sicheren Seite

Hövelhof (WB). Bunte Buchstaben für eine große Leuchtreklame liegen in der Fabrikhalle an der Industriestraße 40. Nebenan produziert eine Mitarbeiterin von „Berenbrinker Lichtwerbung“ Beschriftungen für Firmenfahrzeuge. Aber der meistgefragte Artikel des Hövelhofer Unternehmens ist derzeit ein ganz anderer: die Spuckschutzwand aus Acryl.

Mittwoch, 01.04.2020, 07:21 Uhr aktualisiert: 01.04.2020, 12:58 Uhr
Die Hygieneschutzwände aus Acryl aus der Produktion von Frank Berenbrinker aus Hövelhof sind derzeit stark nachgefragt. Foto: Jörn Hannemann

„Eigentlich haben wir diesen Hygieneschutz, wie wir es nennen, schon seit Jahren im Programm. Die Nachfrage war nie besonders groß. Durch Corona hat sich das natürlich komplett geändert“, sagt Unternehmer Frank Berenbrinker. Zahlreiche kleinere und größere Betriebe im Umkreis der Sennegemeinde hat er in den vergangenen Tagen bereits individuell beliefert, zum Beispiel das Paderborner Brüderkrankenhaus oder die Hövelhofer Bäckerei Jüde. Sie alle wollen Mitarbeiter, Kunden oder Patienten vor dem Coronavirus, das durch Tröpfchen-Infektion übertragen wird, schützen.

Hohe Stückzahlen sind kein Problem

Prinzipiell seien alle Stückzahlen möglich und auch ganz individuelle Maße und Ausschnitte, sagt Frank Berenbrinker. Aktuell erstelle er sogar erste Angebote für große Unternehmen, die bis zu 7000 dieser Acryl-Wände benötigen. „Wenn wir so einen Auftrag bekämen, könnte er in zehn Arbeitstagen erledigt sein“, sagt der Hövelhofer.

Die passenden Maschinen, eine CNC-Fräse und eine Kantbank, hat er ohnehin in seiner Halle stehen, aktuell denkt er sogar darüber nach, in eine weitere Maschine zu investieren. „Acrylabkantungen machen wir schon seit 30 Jahren“, erzählt Berenbrinker, der in seinem Unternehmen mit 14 Mitarbeitern sonst vor allem Schilder- und Leuchtreklame, Werbepylone, Fahrzeugbeschriftungen oder Banner produziert.

Neue Modell entwickelt

In den vergangenen Wochen hat er weitere Spuckschutz-Modelle entwickelt, verschiedene Typen, zum Aufstellen oder auch zum Aufstecken auf Glastheken, gerade- oder schrägstehende Wände, mit größeren oder kleineren „Durchreichen“, auf Gehrung oder komplett auf Maß. „Auch örtliche Tischler kommen zu uns und lassen sich Acyrlplatten zurechtsägen und abkanten“, sagt Berenbrinker. Die Produktion sei nicht das Problem – etwas findiger müsse er derzeit sein, um an Acyrlplatten überhaupt heranzukommen: „Vorige Woche gab es in ganz Ostwestfalen keine mehr zu bestellen, aber ich hatte dann in Emmerich und in Hannover Glück – eine Stunde habe ich herumtelefoniert...“

Wenn das Material aber da ist, so wie derzeit, dann geht es schnell vom Auftrag bis zur Fertigstellung, verspricht Frank Berenbrinker. Übrigens nicht nur bei Spuckschutzwänden. „Als wegen Corona die örtlichen Spielplätze gesperrt wurden, brauchte das Hövelhofer Bauamt von jetzt auf gleich 40 entsprechend beschriftete Schilder“, erzählt er.

A propos Beschriftung: Die ist auch bei den Spuckschutzwänden auf Wunsch kein Problem. Gespuckt wird bei Berenbrinker schon noch – zumindest gedanklich in die Hände.

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