Hövelhofer Krisenstab und Leitung des Altenheims beraten weiteres Vorgehen
Sechs Corona-Fälle im Caritas-Altenzentrum

Hövelhof (WB). Im Hövelhofer Caritas-Altenzentrum Haus Bredemeier sind am Donnerstag fünf Mitarbeiter und ein Bewohner positiv auf das Coronavirus getestet worden. Zwei der Beschäftigten stammen aus der Sennegemeinde. Zusätzlich weisen acht weitere Bewohner des Altenzentrums an der Delbrücker Straße Erkältungssymptome auf.

Samstag, 28.03.2020, 15:23 Uhr aktualisiert: 28.03.2020, 16:02 Uhr
Im Hövelhofer Altenheim Haus Bredemeier sind fünf Mitarbeiter und ein Bewohner positiv auf das Coronavirus getestet worden. Foto: Meike Oblau

Das teilt der Hövelhofer Krisenstab mit, der sich am Samstag ausführlich mit der verschärften Lage befasst hat. An der Sitzung nahmen auch Monika Stricker von der Geschäftsleitung des Altenzentrums und der Hövelhofer Arzt Dr. Georg Schneider teil.

Erkältete Bewohner wurden isoliert

Unmittelbar nach Bekanntwerden der positiven Testergebnisse wurden die Hygienemaßnahmen gemäß Krisenplan im Altenzentrum weiter hochgefahren. Die Bewohner, die Erkältungssymptome zeigen, sind sofort umfassend isoliert worden. Auch das gemeinsame Essen ist eingeschränkt.

Noch im Laufe des Samstags werden die Bewohner, die Erkältungssymptome zeigen, in den Räumen der Tagespflege untergebracht, die bereits vor einiger Zeit geschlossen worden war. Dieser Bereich ist von den übrigen Wohnbereichen getrennt. Dort sind auch ausreichend Pflegebetten vorhanden, berichtet Monika Stricker.

Alle Mitarbeiter werden getestet

Bereits am Freitag und Samstag wurden die Testungen fortgesetzt und weitere Abstriche genommen. Dr. Georg Schneider empfiehlt, sukzessive bis zum Ende der kommenden Woche alle Mitarbeiter zu testen. Um möglichst schnell belastbare Ergebnisse vorliegen zu haben, brachte Dr. Georg Schneider, der auch die Abstriche vornimmt, die Teströhrchen am Samstag selbst ins Labor nach Bielefeld.

84 Bewohner leben im Haus Bredemeier

Im Altenzentrum sind zurzeit 84 Bewohner vollstationär untergebracht. In der stationären Pflege sind 38 Vollzeitstellen besetzt. Das Altenzentrum verfügt über ausreichend Schutzkleidung einschließlich professioneller Atemschutzmaßnahmen. Auch die Gemeinde hat bereits rechtzeitig auf Empfehlung des Krisenstabes Vorsorge getroffen und eigene Vorräte an Schutzbekleidung und hochwertigen medizinischen Schutzmasken angelegt. Aus diesem Bestand wurde das Altenzentrum noch am Samstag zusätzlich verstärkt versorgt. Dr. Schneider empfiehlt, dass alle Pflegekräfte, die direkten Kontakt zu Patienten haben, Schutzkleidung und professionelle Masken tragen sollten. Auch der ambulante Pflegedienst wird diese Masken tragen.

Im Altenzentrum wurden in der vergangenen Woche einfache Masken genäht. Den Stoff hatten Hövelhofer Unternehmen gespendet. Diese Masken werden auch an die Heimbewohner ausgegeben.

Bereits seit zweieinhalb Wochen für Besucher geschlossen

Das Altenzentrum hatte bereits vor zweieinhalb Wochen konsequent die Pforten für alle Angehörigen geschlossen. Außerdem wurden alle Termine mit Therapeuten abgesagt. Außerdem schloss die Heimleitung wegen der Vielzahl der Außenkontakte die Tagespflege. Während der vergangenen Wochen wurden auch die Angehörigen der Bewohner transparent über die Lage auf dem Laufenden gehalten. Auch die Heimaufsicht des Kreises zollte dieser offenen Informationspolitik großes Lob.

Bürgermeister Michael Berens erklärt, jetzt bewähre es sich, dass in der Sennegemeinde ein bewährtes Netzwerk der kurzen Wege besteht. Rasches und überlegtes Handeln sei jetzt das Gebot der Stunde. Dr. Georg Schneider wies im Krisenstab noch einmal auf die Notwendigkeit hin, das Kontaktverbot unbedingt ernst zu nehmen, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen.

Kommentare

Karin Claes  wrote: 28.03.2020 21:30
Informationspolitik
Als betroffene Angehörige muss ich erst aus dieser Anzeige von der Krisensituation erfahren. Offene Informatiopolitik stelle ich mir anders vor.
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