Nebel-Busfahrt in Hövelhof: Go On nimmt Stellung zu Fahrgastrechten
Keine Garantie bei Naturgewalten

Hövelhof (WB). „Endstation Hövelhof“ – die Schilderungen des Hövelriegers Jörg Schönwald, der in der Silvesternacht unfreiwillig in Hövelhof strandete , weil der Nachtbus wegen dichten Nebels nicht wie geplant bis Hövelriege fuhr, haben in der Sennegemeinde für Diskussionen gesorgt. Der Busfahrer hatte die Fahrt aufgrund der schlechten Sichtverhältnisse aus Sicherheitsgründen abgebrochen. Jörg Schönwald hatte beklagt, dass der Fahrer ihm nicht weitergeholfen habe in der Frage, wie er denn nach Hövelriege kommen solle. Ein Taxi war nicht zu bekommen und Schönwald musste den Weg schließlich zu Fuß zurücklegen.

Montag, 06.01.2020, 20:00 Uhr
Die Fahrt des Nachtbusses endete in der Silvesternacht an der Haltestelle am Hövelhofer Rathaus in der Bahnhofstraße. Wegen dichten Nebels fuhr der Bus nicht wie geplant bis Hövelriege weiter. Foto: Meike Oblau

Der Fall hatte in Hövelhof viel Gesprächsstoff geboten. Unter anderem wurde dabei die Frage aufgeworfen, welche Fahrgastrechte im Busverkehr gelten. Bei Fahrten mit dem Zug gibt es Entschädigungen für verspätete Ankünfte am Zielort, in manchen Fällen werden sogar Übernachtungskosten erstattet. All das ist in der „Europäischen Verordnung über die Rechte und Pflichten der Fahrgäste im Eisenbahnverkehr“ geregelt – und gilt wie es der Name der Verordnung bereits sagt eben nur für den Eisenbahn-, aber nicht für den Busverkehr.

Für Busfahrten gelten andere Richtlinien als für Zugfahrten

„Für in unserem Verbundraum durchgeführte Beförderungen im ÖPNV (Schiene oder Bus, ausgenommen Fernverkehr) gelten die Beförderungsbedingungen für die Verbund - und Gemeinschaftstarife in NRW sowie den NRW-Tarif“, sagt der Geschäftsführer der Go-On-Busgesellschaft, Dirk Hänsgen. Hier werde auf die Mobilitätsgarantie NRW verwiesen, die in Fällen von Verspätungen oder Ausfällen die Fahrgastrechte regele. Nicht angewendet werde diese Regelung allerdings bei Streik, Unwetter, Naturgewalten und Bombendrohungen.

„Die Erstattung von Übernachtungskosten ist nicht Bestandteil der Mobilitätsgarantie, vielmehr geht es hier in der Regel um die Erstattung von Taxikosten, wenn ein Bus oder eine Bahn mehr als 20 Minuten Verspätung hat“, sagt Hänsgen. „Die Fahrgastrechte im Eisenbahnverkehr gelten meines Erachtens nach eher im Fernverkehr, so dass ein Fahrgast, der fernab von Zuhause gestrandet ist, sich ein Hotel nehmen kann, sofern kein anderer Zug mehr fährt. Das gibt es so auch im Luftverkehr, spielt aber hier im Regionalverkehr eher keine Rolle“, fasst Dirk Hänsgen zusammen.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7175101?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198401%2F2851066%2F
In freudiger Erwartung
Stefan Ortega Moreno war der beste Torhüter der 2. Liga und will nun in der 1. Liga Akzente setzen. Foto: Thomas F. Starke
Nachrichten-Ticker