Hövelhofer Johannes Fleitmann denkt auch mit 92 Jahren noch nicht ans Aufhören
„Ick mot wat to daun hämmen“

Hövelhof (WB). Jeden Morgen um sechs Uhr klingelt der Wecker von Johannes Fleitmann. Um halb acht beginnt sein normaler Arbeitstag einer Sechs-Tage-Woche. Arbeitseinsätze seiner Mitarbeiter planen, auf Baustellen fahren oder Kunden die neueste Technik von Wärmepumpen erklären: All die Aufgaben prägen seinen Arbeitsalltag. Normal, könnte man glauben – nicht aber, wenn man das Alter des Seniors berücksichtigt. Erst kürzlich hat der Hövelhofer seinen 92. Geburtstag gefeiert. Ans Aufhören denkt er noch lange nicht.

Dienstag, 07.01.2020, 08:30 Uhr aktualisiert: 07.01.2020, 08:50 Uhr
Auch mit 92 Jahren denkt Johannes Fleitmann noch lange nicht ans Aufhören. Im Bereich Erdwärmepumpen gilt der Hövelhofer als echter Pionier. Die erste dieser Anlagen hat er bereits im Jahr 1978 installiert. Foto: Manuela Fortmeier

„Ich fühle mich bei Weitem nicht so alt, sondern dem Alter entsprechend wirklich gut und meine Arbeit macht mir nichts aus. Im Gegenteil, das ist mein Hobby“, sagt der Hövelhofer, der als Ältester von vier Kindern das Licht der Welt in der ehemaligen Hövelsenne erblickte. „Ick mot wat to daun hämmen“, sagt er voller Überzeugung auf Plattdeutsch.

Pionier beim Thema Wärmepumpen

Und genug zu tun hat er jeden Tag, denn wenn es um das innovative Thema Wärmepumpen geht, macht dem Senior, der inzwischen den eisernen Meisterbrief verliehen bekommen hat, so schnell keiner etwas vor. Bereits 1978 wurde die erste Erdwärmepumpe von seinem Unternehmen eingebaut. Allein im vergangenen Geschäftsjahr wurden rund 30 moderne Wärmepumpenanlagen durch den im September 1952 von Johannes Fleitmann gegründeten Betrieb installiert.

Heute führen Fleitmann und sein Sohn Andreas die geschäftlichen Belange als gleichberechtigte Geschäftsführer gemeinsam.

1953 Geschäft an der Schloßstraße eröffnet

Bereits im Herbst 1953 eröffnete Johannes Fleitmann das Ladengeschäft am heutigen Standort in der Schloßstraße, in dem er neben dem Elektrofachgeschäft auch viele Jahre später ein eigenes Küchenstudio eröffnete, das bereits seit mehr als 25 Jahren von Berthold Fortmeier geführt wird.

Möglicherweise hat das Unternehmen Fleitmann dazu beigetragen, dass die Gemeinde Hövelhof in jüngster Vergangenheit zwei Mal als Gemeinde mit der höchsten Nutzungsdichte bei Erdwärmepumpen in Nordrhein-Westfalen ausgezeichnet wurde (das WV berichtete).

Neue Technik in unzähligen Gebäuden installiert

„Die Produktentwicklung auf dem Wärmepumpensektor ist rasant, zukunftsweisend und spannend. Ich bin seit der ersten Stunde mit dem Thema Wärmepumpen vertraut“, sagt Fleitmann, der die zukunftsweisende Technologie der Wärmepumpen frühzeitig entdeckt und in unzähligen Gebäuden installiert hat.

Dass er sich trotz seines Alters noch immer regelmäßig weiterbildet, weiß nicht nur die Kundschaft zu schätzen. Auch das Management des Wärmepumpen-Herstellers Waterkotte hat das schon vor vielen Jahren erkannt. Sowohl im Jahr 2016 als auch 2019 wurden der technikbegeisterte Senior und sein Sohn Andreas für ihr Engagement offiziell vom Unternehmen Waterkotte ausgezeichnet.

„Solange ich es gesundheitlich kann, möchte ich auch noch nicht aufhören“, sagt Fleitmann. Wenig überraschend ist der 92-Jährige auch in seiner Freizeit nicht jemand, der die Hände in den Schoß legt. Mit großer Freude nimmt er regelmäßig an den Gesangstreffen des Wandervereins im Heimathaus teil, außerdem ist er aktiver Schütze der St.-Hubertus-Schützenbruderschaft in Hövelhof. Darüber hinaus unternimmt er gern Kurzreisen oder andere kleinere Urlaubsreisen. „Wer rastet, der rostet“, sagt Fleitmann, der die Geselligkeit und gute Gespräche liebt und das Herz am richtigen Fleck hat.

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