Hallenbad-Neubau: Hövelhofer CDU fordert „Gründlichkeit vor Schnelligkeit“
Bürgerentscheid: Wann ist der richtige Zeitpunkt?

Hövelhof (WB). „Gründlichkeit vor Schnelligkeit“ – das fordert die Hövelhofer CDU bei den Planungen zum möglichen Hallenbad-Neubau und der Überplanung des gesamten Freizeitgeländes. Bürgermeister Michael Berens sagte am Donnerstag im Bauausschuss: „Für die Planungen brauchen wir Zeit. Ich sehe mich nicht in der Lage, zu versprechen, dass wir bis zur Sommerpause 2020 ein Konzept präsentieren können.“

Samstag, 30.11.2019, 08:00 Uhr
Das 1972 gebaute und inzwischen marode Sennebad steht im Fokus der politischen Diskussionen in Hövelhof. Foto: Oliver Schwabe

Die FDP und auch die SPD hatten dafür plädiert, einen Bürgerentscheid zum Hallenbad zeitgleich mit der Kommunalwahl im September 2020 durchzuführen . Das aber würde bedeuten, dass nicht nur das Sport- und Freizeitkonzept – von der CDU Masterplan genannt – bis Sommer 2020 vorliegen müsste, sondern dass auch die Bürgerbeteiligung bis dahin stattgefunden haben müsste.

„Die vermutlich größte Investition in der Geschichte Hövelhofs“

CDU-Vorsitzender Tobias Steinrücke verdeutlichte im Bauausschuss die Dimensionen der anstehenden Entscheidung: „Das ist vermutlich die größte Investition in der Geschichte Hövelhofs und wir müssen gestützt auf Fakten zusammen mit den Bürgern entscheiden, ob wir uns das alles leisten können.“ Man müsse den Bürgern ehrlich sagen, dass das Geld für so ein großes Projekt auch irgendwoher kommen müsse, zum Beispiel aus Einnahmen durch Steuererhöhungen, so Steinrücke.

Auch die Sporthallen müssen überprüft werden

Es gehe nicht nur darum, ob und wenn ja in welcher Größenordnung das marode Sennebad ersetzt wird (ein Neubau würde zwischen 12 und 15 Millionen Euro kosten), sagte Bürgermeister Michael Berens. Überprüft werden müsse auch, ob die ans Hallenbad angebaute Zweifachsporthalle bei einem Abriss des Bades bestehen bleiben könnte oder ebenfalls ersetzt werden müsste. „Und auch die Dreifachhalle muss von Fachleuten untersucht werden, wie lange sie noch hält“, so Berens. Im Rathaus habe sich eine Projektgruppe gebildet, die sowohl die finanziellen Auswirkungen als auch die städtebaulichen Aspekte all dieser Fragen im Blick habe.

Der Bürgermeister gab Auskunft darüber, wie es aus seiner Sicht nun weitergehen könnte: Ein Bürgerentscheid dürfe nur eine Fragestellung beinhalten, die mit Ja oder Nein beantwortet werden kann. „Daher sollten wir alle gemeinsam ein Konzept für das Hallenbad und das Gelände erarbeiten, samt aller anfallenden Kosten, und im Rahmen des Bürgerentscheids danach fragen, ob dieses Konzept so umgesetzt werden soll“, erläuterte Michael Berens. Dazu solle die Projektgruppe der Verwaltung eine erste Planung erarbeiten, die man dann den Bürgern vorstellen wolle. „Hier können die Ideen der Bürger einfließen, die wir in das Grundkonzept einarbeiten und in einer zweiten Bürgerversammlung samt aller Kosten präsentieren und diskutieren. In einer finalen dritten Runde würde dann das endgültige Konzept vorgestellt, über das die Hövelhofer letztlich in einem Bürgerentscheid abstimmen könnten“, so Berens.

„In den Planungen nicht verzetteln“

Benjamin Joachim (FDP) sagte, man dürfe sich in den Planungen aber auch nicht verzetteln: „Wir wissen nicht, wie lange das alte Bad noch geöffnet bleiben kann und haben bis zur Kommunalwahl noch über ein Dreivierteljahr Zeit. Ich halte es für realistisch, den Bürgerentscheid im September durchführen zu können. Man kann doch auch gründlich und schnell arbeiten, das ist für mich kein Widerspruch.“ Joachim schlug vor, bereits im Januar eine Bürgerversammlung zu veranstalten, um ein erstes Stimmungsbild abzufragen. Bei der Abstimmung zum CDU-Antrag auf Erstellung eines Masterplans und die Durchführung einer Bürgerbeteiligung enthielt er sich, alle anderen Fraktionen empfahlen dem Rat, am 12. Dezember zuzustimmen.

Kommentar

Die Planungen zum Hallenbad und dem Gelände rundherum sind aus zweierlei Gründen schwierig. Sicherlich aus finanziellen Gründen: Kann sich Hövelhof ein neues Hallenbad samt aller Folgekosten überhaupt leisten? Zumindest der Kämmerer scheint das zu bezweifeln. Aber auch die zeitliche Schiene ist schwierig. Legt man einen Bürgerentscheid auf den Tag der Kommunalwahl im September 2020, müsste das ohnehin nicht gerade unter Arbeitsmangel leidende Bauamt zusammen mit den Kollegen aus den Bereichen Schule, Sport und Finanzen innerhalb weniger Monate ein komplettes Sportstättenkonzept aus dem Boden stampfen, samt baulicher Untersuchungen der alten Turnhallen. Auf der anderen Seite kann niemand vorhersagen, wie lange das marode Sennebad noch „hält“ und ob Hövelhof nicht irgendwann plötzlich unfreiwillig ohne Bad dasteht, wenn die Planungen jetzt nicht zügig voranschreiten. Wünschenswert wäre ein Bürgerentscheid bereits zur Kommunalwahl sicherlich – aber nicht um jeden Preis.Meike Oblau

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