Initiative schaltet wegen Schierbusch-Erweiterung in Hövelhof die Landesregierung ein Naturschützer kritisieren Bürgermeister Berens

Hövelhof (WB/mobl). Hövelhofs Bürgermeister Michael Berens (CDU) ist optimistisch, die Erweiterung des Gewerbegebietes Schierbusch an der Hövelrieger Straße vorantreiben zu können. Naturschützer üben jetzt Kritik an den Plänen.

Symbolfoto
Symbolfoto Foto: dpa/Lino Mirgeler

Berens hatte zuletzt im Rahmen seiner Nominierungsrede und in einem Interview mit dem WESTFÄLISCHEN VOLKSBLATT von positiven Gesprächen »auf ministerieller Ebene und bei der Bezirksregierung in Detmold« berichtet, die Anlass zur Hoffnung gäben, »eine gewisse Fläche des Waldes« in Anspruch nehmen zu können.

Fällung tausender Bäume befürchtet

Die neu gegründete Initiative Aspekte Tier und Natur, die aus dem ehemaligen Bund für Tier- und Naturschutz Ostwestfalen hervorgegangen ist, hat nun eine Anfrage an die Landesregierung gerichtet, ob Bürgermeister Michael Berens Grund zu der Annahme habe, dass die Landesregierung ihren Landesentwicklungsplan »großzügig auslege«, wenn es – auch in Zeiten des Klimawandels – um das Abholzen von Waldflächen gehe. Das schreibt die Initiative in einer Pressemitteilung. Der Bürgermeister rechne offenbar damit, dass die Landesregierung der Ausdehnung von Gewerbefläche in das Wald­gebiet Schierbusch zustimme, was die Fällung tausender Bäume bedeuten würde.

»Klimaverträglichkeit offenbar nicht geprüft«

Die Initiative erinnert daran, dass NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) betont habe: »Der Wald ist Klimaschützer Nummer 1. Für das Klima ist jeder einzelne Baum relevant.« Im Sinne des Klimaschutzes habe auch der Kreis Paderborn fraktionsübergreifend den Beschluss gefasst , dass alle künftigen politischen Entscheidungen auf ihre Klimaverträglichkeit hin geprüft werden sollen. Das habe bei dem Plan des Hövelhofer Bürgermeisters offenbar nicht stattgefunden, kritisieren die Naturschützer.

»Gemeinde sollte sich ihres paradoxen Vorgehens bewusst werden«

Aktuell rufe die CDU Hövelhof zudem mit dem »1000-Bäume-Programm« dazu auf, aus Klimaschutzgründen Bäume zu pflanzen. Unbegreiflich sei deshalb, so die Initiative, dass der Bürgermeister gleichzeitig die Vernichtung tausender Bäume im Waldgebiet Schierbusch forciere und von der Landesregierung dafür Zustimmung erwarte, während die Bezirksregierung im Vorfeld das Vorhaben bereits abgelehnt habe . »Wenn der Bürgermeister von der Landesregierung erwartet, dass sie ihren Landesentwicklungsplan ›großzügig auslegt‹«, sagt Sprecherin Britta Gorsler, »geht er offenbar davon aus, dass alle Verlautbarungen für den Klimaschutz seitens der Landesregierung reine Lippenbekenntnisse sind.« Die Initiative hoffe, dass der Gemeinde ihr paradoxes Vorgehen bewusst werde und sie sich entscheide, den Wald unangetastet zu lassen.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7091955?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198401%2F2851066%2F