Gemeinde Hövelhof erneuert die Hauptleitung nach Paderborn
Wasser marsch!

Hövelhof (WB). Weil der Energieversorger Westfalen Weser die frühere JVA-Siedlung in Staumühle an eine neue Gasleitung anschließen muss, kann die Gemeinde Hövelhof parallel zu günstigen Konditionen eine neue, größere Wasserleitung bauen. Durch diese Bauarbeiten soll sichergestellt werden, dass es auch künftig zu keinen Engpässen bei der Wasserversorgung in der Sennegemeinde kommt.

Samstag, 23.11.2019, 15:00 Uhr
Dennis Kleewald (links) vom Bauamt der Gemeinde Hövelhof und Thomas Meier (Wasserwerke) an der Staumühler Straße/Ecke Obere Bielefelder Landstraße. Hier befindet sich der Übergabepunkt vom Paderborner zum Hövelhofer Wassernetz. Foto: Jörn Hannemann

Die sogenannte JVA-Siedlung Staumühle mit mehr als 100 Häusern, die einst für Bedienstete der Justizvollzugsanstalt Hövelhof gebaut worden waren, stand bis vor zwei Jahren im Eigentum des landeseigenen Bau- und Liegenschaftsbetriebs (BLB). Ein Investor kaufte die Siedlung schließlich. Zu den Sanierungsarbeiten gehört es nun, eine autarke Energieversorgung der Siedlung sicherzustellen, die bisher zum Beispiel noch ans Heizkraftwerk der JVA angeschlossen ist. Daher baut Westfalen Weser nun eine neue Gasleitung zwischen dem Mergelweg und der Oberen Bielefelder Landstraße.

Leitung ist bereits mehr als 60 Jahre alt

»Als wir von diesen Plänen hörten, sind wir hellhörig geworden«, sagt Dennis Kleewald aus dem Hövelhofer Bauamt. Die Hauptversorgungsleitung, die Hövelhof mit dem Paderborner Wasserwerk verbindet, verläuft nämlich auch exakt auf dieser Trasse und ist bereits mehr als 60 Jahre alt. »Da hatten wir ohnehin schon gewisse Sanierungsüberlegungen angestellt«, sagt Kleewald. Wenn an der Trasse nun ohnehin gearbeitet wird, kann die Gemeinde viel Geld sparen. Die genauen Kosten lassen sich allerdings erst nach einem Ausschreibungsverfahren beziffern.

Auch Kämmerer Andreas Schwarzenberg befürwortet die Sanierung der Wasserleitung, wie er Ende Juni im Haupt- und Finanzausschuss sagte. Es empfehle sich, das Angebot von Westfalen Weser, Gas- und Wasserleitung zeitlich parallel zu bauen, wahrzunehmen, so Schwarzenberg. Eine separate Erneuerung der Wasserleitung zu einem späteren Zeitpunkt würde deutlich teurer ausfallen, weil dann die gesamten Tiefbaukosten anfallen würden.

Drastisch steigende Bezugsmengen

Dennis Kleewald hatte in der Sitzung ebenfalls die Notwendigkeit der Baumaßnahme erläutert und auf die drastisch steigenden Bezugsmengen verwiesen. Aktuell würden 170 Kubikmeter pro Stunde durch die Leitung aus Paderborn strömen – bei 180 würden die Stadtwerke Paderborn Alarm schlagen. Zurzeit würde Hövelhof insgesamt bis zu 200 Kubikmeter Wasser pro Stunde beziehen, die fehlende Menge werde aus Schloß Holte-Stukenbrock bezogen.

Dennis Kleewald sagte, er befürchte auf längere Sicht durch die permanente Vollauslastung der 60 Jahre alten Leitung Richtung Paderborn einen Rohrbruch. Westfalen Weser habe angeboten, die Planungskosten für den parallelen Bau einer Gas- und einer Wasserleitung zu gleichen Teilen aufzuteilen. Auch die Kosten für den Tiefbau für die Gasleitung und die Wasserleitung werden zwischen Westfalen-Weser und der Gemeinde Hövelhof aufgeteilt.

Keine Probleme mit dem Wasserdruck

Gegenüber dem WV erläuterte Dennis Kleewald, die Hauptwasserleitung verlaufe von Paderborn aus kommend nahe des Mergelwegs und der Heinrichstraße und stoße dann auf das Trinkwassernetz der Gemeinde. Anders als zum Beispiel im benachbarten Delbrück habe es in Hövelhof zwar auch im heißen letzten Sommer keine Probleme zum Beispiel mit dem Wasserdruck gegeben, »aber unsere Leitungen sind schon auf Volllast gefahren und teilweise mussten wir den Schieber in Richtung Schloß Holte aufmachen, um zusätzlich von dort Wasser zu beziehen.«

Zudem sagte Dennis Kleewald, dass über diese Leitungen nicht nur das Trinkwasser für Hövelhof geregelt werde, sondern zum Beispiel auch die Löschwasserbevorratung: »Die Feuerwehr braucht im Notfall eben auch einen gewissen Wasserdruck auf den Hydranten.«

Leitung mit größerem Durchmesser geplant

Die derzeitige Wasserleitung nach Paderborn sei eine 250er Leitung, die geplante neue solle größer werden und einen Durchmesser von dann 315 Millimetern haben. »Die alte Wasserleitung soll bestehen bleiben, um sie in Notfällen reaktivieren zu können«, sagt Dennis Kleewald. Auf einer Strecke von etwa zwei Kilometern soll die neue, größere Leitung verlegt werden. Da die Leitungen vor allem in unbebauten Gebieten verliefen, sei es nur an wenigen Stellen nötig, Asphaltdecken aufzureißen. Wann genau die Bauarbeiten starten, steht noch nicht fest: »Das klärt sich in den kommenden Tagen, Baubeginn ist vermutlich Anfang kommenden Jahres«, sagt Dennis Kleewald.

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