Sportfläche am HoT könnte Standort werden – Kosten von bis zu 15 Millionen Euro Hövelhof diskutiert Hallenbad-Neubau

Hövelhof (WB). Bekommt Hövelhof ein neues Hallenbad? Ein Neubau könnte zwischen Dreifachsporthalle und HoT auf der Sportfreifläche entstehen. Experten haben verschiedene Varianten vorgestellt, die zwischen 11,2 und 15,3 Millionen Euro kosten würden. Die Sanierung des alten Bades würde bis zu 12,8 Millionen Euro kosten.

Von Meike Oblau
Die Überlegungen der Gemeindeverwaltung gehen dahin, ein mögliches neues Hallenbad auf dem Sportgelände zwischen Turnhalle und HoT zu bauen.
Die Überlegungen der Gemeindeverwaltung gehen dahin, ein mögliches neues Hallenbad auf dem Sportgelände zwischen Turnhalle und HoT zu bauen. Foto: Meike Oblau

In einer Sondersitzung des Bauausschusses wurden am Dienstag verschiedene Möglichkeiten durchgespielt, die in den kommenden Monaten in der Politik, aber auch mit der Bevölkerung, Schulen und Vereinen diskutiert werden sollen.

Die Ausgangslage

Das 1972 gebaute Sennebad mit angrenzender Sporthalle ist marode und müsste teuer saniert werden. Über die Sanierungskosten hatte der Bauausschuss bereits im März debattiert. Jetzt muss eine Entscheidung her, ob ein Neubau mehr Sinn ergibt. »Über ein Projekt dieser Größenordnung entscheidet man als Kommunalpolitiker wohl nur einmal im Leben. Das ist eine Entscheidung von großer Tragweite«, sagte Bürgermeister Michael Berens.

Bei einem Abriss müssten Hallenbad und Sporthalle gleichzeitig weichen, da die Gebäude miteinander verbunden sind. Die Gemeindeprüfungsanstalt hatte aber ohnehin 2018 darauf hingewiesen, dass »am Schulzen­trum eine der beiden Hallen rechnerisch nicht benötigt« werde und das Angebot an Sporthallen in Hövelhof als »großzügig« bezeichnet: »Für den Schulsport werden von den neun Halleneinheiten nur fünf benötigt.« Die tatsächliche Nutzung der Hallen durch Vereine sei der Verwaltung nicht bekannt.

Mögliche Bauvarianten

Experten des Bielefelder Büros Constrata und des Hamburger Büros Profund Consult stellten vier Bauvarianten vor. Die Basisvariante sieht ein 25 mal 12,5 Meter großes Sportbecken mit fünf Bahnen (das Sennebad hat vier) und ein 8 mal 12,5 Meter großes Kurs- und Lehrschwimmbecken mit variabler Wassertiefe (Hubboden) vor. Diese Basisplanung könnte um einen Planschbereich für Kleinkinder oder eine Sprunganlage (Drei- und Ein-Meter-Brett am Sportbecken) ergänzt werden. Die vierte Alternative wäre eine Kombination dieser drei Varianten: Sportbecken mit Sprungtürmen, Kursbecken und Planschbereich.

Die Kosten

Je nachdem, für welche Variante Hövelhof sich entscheiden würde, lägen die Baukosten zwischen 11,2 und 15,3 Millionen Euro. Grundstückskosten würden nicht anfallen, da das vorgesehene Areal hinter dem HoT der Gemeinde bereits gehört. Ein Neubau auf dem Grundstück des jetzigen alten Bades würde bedeuten, dass jahrelang gar kein Schwimmbad zur Verfügung stünde.

In den genannten Summen nicht enthalten sind die Kosten für einen Abriss des alten Bades. Da der Technikkeller dort außerdem die Heizungsanlage für das komplette Schulzentrum beheimatet, müsste für die Franz-Stock-Realschule und die Krollbachschule ein neues Technikkonzept her. Zu den Baukosten kämen höhere Betriebskosten dazu: Derzeit gleicht die Gemeinde jährlich ein Defizit von etwa 250.000 Euro aus, ein neues Bad brächte vermutlich ein jährliches Minus zwischen 800.000 und 980.000 Euro. Sobald eine Entscheidung gefallen ist, ob ein neues Bad gebaut wird, will sich die Gemeinde um Fördermittel bemühen.

Besucherzahlen

Ein neues Bad bringt höhere Besucherzahlen, prognostizieren die Experten. Derzeit kommen jährlich etwa 40.000 Besucher – aber nur 11.000 davon sind Gäste, die die die öffentlichen Badezeiten nutzen. 29.000 Besucher sind Schwimmer von Schulen und Vereinen. Bei einem Neubau sei eine Steigerung von 28 bis 42 Prozent auf bis zu 57.700 Besucher zu erwarten. Dazu müssten allerdings die Öffnungszeiten ausgeweitet werden, diese seien mit 35 Wochenstunden derzeit »unterdurchschnittlich«. In einem Umfeld von 30 Minuten Anfahrtszeit konkurriert Hövelhof mit 13 anderen sportorientierten Bädern und fünf Spaß- oder Thermalbädern.

Der Zeitplan

Im Laufe des Jahres 2020 soll beschlossen werden, ob das alte Bad saniert oder ein neues gebaut wird. Nach einem Beschluss werde es etwa vier Jahre dauern, bis ein neues Bad eröffnen könnte, schätzen die Experten. Bürgermeister Michael Berens riet dazu, sich für diese Entscheidung Zeit zu nehmen und im Frühjahr in konkretere Beratungen einzusteigen.

Die Empfehlung

Die Planungsbüros raten zur Maximalvariante: einem Sportbecken mit Sprungtürmen, einem Kurs-/Lehrschwimmbecken und einem Planschbereich für Kleinkinder. Eine Sauna werde nicht empfohlen, da rund um Hövelhof bereits sieben »Konkurrenzbäder« eine Sauna anbieten. Auch eine Rutsche haben die Fachleute nicht vorgesehen. Zudem empfehlen sie für einen Neubau auch leicht höhere Eintrittspreise von 3,50 bis 4 Euro für Erwachsene und 2,50 bis 3 Euro für Jugendliche.

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