Ausstellerrekord bei der Hövelhofer Berufemesse – Firmen informieren kreativ
Mit Muskelkraft einen Smoothie mixen

Hövelhof (WB). Na klar! Rauf auf die Leiter! Kimberly Gleichmar fackelt nicht lang, als Zimmerin Sabine Höppner von Holzbau Förster sie auffordert, sich die Berufemesse im Schützen- und Bürgerhaus doch mal von oben anzusehen. Und schon kommen sie miteinander ins Gespräch.

Donnerstag, 03.10.2019, 08:00 Uhr
Wenn Elana Dransek kräftig in die Pedale tritt, erzeugt sie genug Energie, um einen Mixer in Gang zu setzen, der Smoothies mixt. Ausbilder Julian Fieren hat das Rad mit den Azubis bei Elha-Maschinenbau konstruiert. Foto: Oliver Schwabe

Kimberly, die die neunte Klasse der Franz-Stock-Realschule besucht, will später eigentlich mal zum Zoll – aber eine Frau in Zimmermannskluft, die in schwindelerregender Höhe arbeitet, das nötigt ihr dann doch Respekt ab.

Mehrere hundert Schüler informieren sich bei 53 Unternehmen

Mehrere hundert Schüler sind zur Berufemesse gekommen und erleben, so Bürgermeister Michael Berens, einen Rekord: »53 Firmen präsentieren sich hier, so viele wie noch nie. Greta Thunberg hat also nicht recht, wenn sie sagt, die Zukunft sei verbaut. Hövelhof bietet eine starke Wirtschaft, Vielfalt, Wohlstand und zahlreiche Ausbildungsmöglichkeiten.« Die Zeit, wo jeder Jugendliche meinte, nur Abitur und Studium führten zum Ziel, sei vorbei, der Weg in eine Ausbildung sei oft der beste, betonte Berens.

Im Frühjahr steht für die Neuntklässler das Praktikum an

Für die Neuntklässler der Realschule steht im Frühjahr das Schülerpraktikum an. Elana Dransek hat ihr berufliches Ziel schon klar vor Augen – und das soll die Realschülerin dann doch übers Abitur zum Studium führen. »Ich möchte Medizin bei der Bundeswehr studieren«, hat sie sich vorgenommen, und so führt sie ihr Weg auf der Berufemesse dann auch gleich zum Informationsstand der Bundeswehr. Auch ihren Praktikumsplatz hat Elana passend dazu ausgesucht: »Ich werde mein Praktikum im Sanitätszentrum der Bundeswehr machen.«

Elana ist zwar zielstrebig, aber auch neugierig auf andere Berufe, und so kommt sie auch mit Julian Fieren schnell ins Gespräch. Fieren ist Ausbilder für Mechatronik beim Hövelhofer Unternehmen Elha Maschinenbau und kann an seinem Stand etwas bieten, das die Blicke auf sich zieht: Die Elha-Azubis haben eine Art Trimm-Dich-Rad gebaut, mit dem zum Beispiel ein Mixer betrieben werden kann, der Smoothies herstellt. »Damit wollen wir zeigen, dass man bei uns auch durchaus kreativ arbeiten kann«, sagt Fieren.

Lina Stang und Emily Littau zieht es derweil an den Infostand des Vincenz-Krankenhauses. »Ich würde gerne in einem Krankenhaus arbeiten und vor allem gerne Kindern helfen«, sagt Emily.

Lina orientiert sich gedanklich derzeit eher in Richtung PTA (pharmazeutisch-technische Assistentin) in einer Apotheke. Einen Praktikumsplatz hat sie noch nicht gefunden: »Ich würde am liebsten mit Suchtkranken arbeiten«, sagt sie.

Jugendliche haben Fragenkatalog dabei

Eine Ausbildung in einem Krankenhaus sei aber durchaus auch vorstellbar, und so fragt Emily zusammen mit Lina Ann-Kathrin Scheel vom St.-Vincenz-Krankenhaus »Löcher in den Bauch«. Die Schülerinnen haben ihren Besuch auf der Berufemesse im Unterricht vorbereitet, sie wissen, welche Stände sie ansteuern wollen und sie haben einen Fragenkatalog dabei, um möglichst viel über den jeweiligen Ausbildungsberuf und die Voraussetzungen, um ihn zu erlernen, zu erfahren.

Seine Schüler für einen handwerklichen Beruf zu begeistern, sei indes eher schwer, sagt Norbert Löhr. Er ist Berufswahlkoordinator an der Realschule und weiß: »Oft ist eher was Kaufmännisches gewünscht, ebenso steht der Erzieherberuf in einer Kita hoch im Kurs.«

Azubis im Handwerk sind schwer zu finden

Dass es nicht leicht ist, im Handwerk Azubis zu finden, bestätigt auch Rolf Köddermann von Sanitär und Heizungsbau Athens. »Vor zwei Jahren sind bei der Berufemesse gerade einmal drei Schüler in drei Stunden an unseren Stand gekommen, um etwas über unsere Ausbildungsberufe zu erfahren. Gerade wenn es Berufe sind, in denen man auch mal Wind und Wetter ausgesetzt ist, scheuen viele zurück.«

Immerhin war die Erfolgsquote für sein Unternehmen vor zwei Jahren aber gut: »Unter den dreien, die an unserem Stand waren, war auch unser jetziger Azubi.«

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