Hallenbad-Planungen in Hövelhof sollen in Sondersitzung vorangetrieben werden
Zeichen stehen auf Neubau

Hövelhof (WB). Bei den Planungen fürs Hövelhofer Hallenbad stehen die Zeichen auf Neubau. Näheres soll nach Angaben von Bürgermeister Michael Berens in einer Sondersitzung des Bauausschusses Ende Oktober besprochen werden.

Samstag, 07.09.2019, 08:00 Uhr
Das in den 1970er Jahren gebaute Sennebad ist stark sanierungsbedürftig. Die Renovierungsmaßnahmen würden bis zu 12,8 Millionen Euro kosten. Daher wird vermutlich eher ein kompletter Neubau in Betracht gezogen. Foto: Jörn Hannemann

Wie berichtet, ist das Anfang der 1970er Jahre gebaute Sennebad am Schulzentrum marode. Experten hatten die Kosten für eine Sanierung auf insgesamt 12,8 Millionen Euro geschätzt. »Das war eine Summe, die uns fast erschlagen hat«, sagte Michael Berens am Donnerstag im Bauausschuss. Daher hat die Gemeindeverwaltung nun eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben, um im Vergleich zu diesen Sanierungskosten auch die Kosten für einen Neubau ermitteln zu lassen .

Bielefelder Büro erstellt Machbarkeitsstudie

Ergebnisse dieser Machbarkeitsstudie hätten am Donnerstag den Rahmen der Bauausschusssitzung gesprengt und sollen daher in einer Sondersitzung vorgestellt werden. Die Gemeindeverwaltung hat mit dieser Studie das Bielefelder Büro Constrata beauftragt. »Das Unternehmen hat große Erfahrung und wir werden ermitteln, wie groß der Bedarf in Hövelhof bei einem Neubau ist«, sagte Michael Berens.

Dabei gelte es viele offene Fragen zu klären, allen voran natürlich zunächst die Standortfrage. Aber auch die Ausstattung eines möglichen neuen Bades müsste genau abgestimmt werden. »Brauchen wir ein Lehrschwimmbecken oder ein gesondertes Kinderbecken? Brauchen wir vielleicht eine fünfte Bahn in einem großen Becken? Soll es einen Sprungturm geben? All das müssen wir besprechen«, so der Bürgermeister: »Wir tragen erst einmal alles zusammen und schauen dann, was der Mindeststandard ist und was wir uns möglicherweise obendrauf leisten wollen und können.«

Sondersitzung vor den Haushaltsberatungen

Damit die Machbarkeitsstudie des Büros Constrata den Fraktionen passend zu den Haushaltsberatungen für 2020 vorliegt, soll es Ende Oktober eine Sondersitzung geben. Der Haushaltsplanentwurf für 2020 wird dann am 7. November eingebracht und am 12. Dezember verabschiedet.

Im kommenden Jahr sollen die Planungen für das Hallenbad dann konkretisiert werden. »Wenn wir uns für einen Neubau entscheiden, muss das europaweit ausgeschrieben werden, so dass es wohl mindestens sechs Monate dauert, bis wir einen Architekten gefunden haben. Ich denke, dass wir nicht vor Sommer/Herbst 2020 in die konkreteren Ausführungsplanungen gehen können. Ein möglicher Baubeginn liegt sicherlich nicht vor Frühjahr 2021. Wir müssten dann mit etwa zwei Jahren Bauzeit rechnen«, gab Michael Berens einen ersten Einblick in eine mögliche zeitliche Abfolge.

Sanierung des Sennebades würde 12,8 Millionen Euro kosten

Ende März hatte Architekt Hubert Wewer erläutert, mit welchen Kosten die Gemeinde Hövelhof bei einer Sanierung des alten Sennebades rechnen müsste. Die hohe Summe von 12,8 Millionen Euro, so Wewer, hänge unter anderem damit zusammen, dass Hallenbad, Umkleidetrakt, Sporthalle und auch der Raum für die gesamte Haustechnik derart architektonisch miteinander verzahnt sind, dass eine isolierte bauliche Lösung nur für das Sennebad so gut wie unmöglich erscheint.

Der Altbau aus den 1970er Jahren hält nach Einschätzungen des Architekten noch mindestens drei bis fünf Jahre. Die Gemeinde Hövelhof hatte in den vergangenen Jahren immer wieder in das Sennebad investiert, um den Schwimmsport vor Ort zu gewährleisten. 2017 aber waren bis dahin verdeckte Mängel an der Konstruktion des Gebäudes erkannt worden.

Sofortmaßnahmen sichern den Badebetrieb

»Die Fassade ist so auf Dauer nicht mehr haltbar, außerdem haben Bohrungen ergeben, dass die damals eingebauten Stahlträger im Betonkörper des Bades durch Chlor korrodiert sind, also rosten«, beschrieb Bürgermeister Michael Berens im Dezember 2017 die Problematik. Als Sofortmaßnahme habe man zusätzliche Stützen im Keller eingebaut und die Sanierung der Fassade bewusst noch nicht umgesetzt. Ein Gutachter habe festgestellt, dass tief greifende und teure Sanierungsmaßnahmen notwendig seien. »Wir müssten die Stahlträger komplett freilegen und vom Rost befreien, neue Stützträger einbauen und im Zuge dieser Maßnahmen auch das Becken komplett herausnehmen«, erläuterte Berens. Außerdem seien weitere Sanierungen unter anderem im Duschbereich sowie Brandschutzmaßnahmen notwendig.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6904795?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198401%2F2851066%2F
Gesundheitsminister Spahn hat Corona
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat sich mit dem Coronavirus angesteckt.
Nachrichten-Ticker