Rat stimmt gegen Beitritt zur Kreismusikschule und für eigene Lösung Hövelhof macht’s selbst

Hövelhof (WB). Die Gemeinde Hövelhof tritt nicht der Kreismusikschule bei. Stattdessen gelten vom 1. Januar 2020 an eigene Förderrichtlinien, um die musikalische Ausbildung finanziell zu unterstützen.

Von Meike Oblau
Symbolbild
Symbolbild Foto: dpa/Jens Kalaene

Diesen Beschluss hat der Gemeinderat am Donnerstag gefasst. Angestoßen hatte die Diskussion die örtliche FDP , die mit Unterstützung der heimischen Musikvereine bereits Ende vergangenen Jahres einen Beitritt zur Kreismusikschule beantragt hatte. Hövelhof ist neben der Stadt Paderborn, wo es eine eigene städtische Musikschule gibt, die einzige Kommune im Kreis Paderborn, die nicht Mitglied der Kreismusikschule ist.

»Hövelhofer Lösung«

Bürgermeister Michael Berens hatte sich für eine »Hövelhofer Lösung« stark gemacht , auch, um die örtlichen privaten Musikschulen nicht durch ein Konkurrenzangebot durch die Kreismusikschule zu schwächen. »Die örtlichen Musikvereine und Musikschulen haben das von uns erarbeitete Fördermodell als positiv bewertet«, sagte Berens in der Ratssitzung. Einstimmig votierte der Rat für die Förderrichtlinien.

Auch die FDP sagte, mit der alternativen Förderung gut leben zu können: »Im Dezember hatten wir den Beitritt zur Kreismusikschule beantragt , da dies aus unserer Sicht der schnellste und wirtschaftlichste Weg zur Verbesserung der Ausbildungssituation war. Die von der Verwaltung erarbeitete Förderrichtlinie beinhaltet die wesentlichen Punkte zur Verbesserung der Ausbildungssituation und ist aus unserer Sicht eine gute Alternative. Wir werden aber speziell die Kosten und die in der Verwaltung entstehenden personellen Aufwände im Auge behalten. Sollten diese die Kosten eines Beitritts zur Kreismusikschule überschreiten, muss der Beschluss gegebenenfalls überdacht werden«, bilanzierte Fraktionsvorsitzender André Klocksin nach der Ratsentscheidung. In Summe freue sich die FDP, dass die Ziele ihres Antrages im Wesentlichen erfüllt seien.

Familienpass nicht berücksichtigt

Wermutstropfen sei allerdings, dass der Familienpass in den Förderrichtlinien nicht berücksichtigt worden sei: »Diesen hätte man so deutlich aufwerten können, da der derzeit existierende Familienpass kaum Leistungen enthält«, sagt Klocksin.

Nach dem Ja zur neuen Förderrichtlinie wird die Gemeinde nun im Haushalt 2020 ein Budget zur Förderung der musikalischen Ausbildung in Höhe von 50.000 Euro zur Verfügung stellen. Die Förderrichtlinien sehen Zuschüsse für die musikalische Ausbildung von Kindern und Jugendlichen aus sozial schwächeren Familien in der Sennegemeinde vor. Auch Bafög-Empfänger können von den Zuschüssen profitieren. Die Teilnahme an kostenpflichtigen Unterrichtsangeboten von Musikschulen und selbstständigen Musiklehrern solle nicht von der finanziellen Leistungsfähigkeit abhängig sein, heißt es in der neuen Förderrichtlinie.

Sie regelt die Bedingungen für eine finanzielle Förderung der musikalischen Ausbildung durch die Sennegemeinde Hövelhof. Gefördert wird die Teilnahme am musikalischen Ausbildungsangebot als Gruppenunterricht. Die Teilnahme an Einzelunterricht wird bezuschusst, wenn der Ausbildungsstand des Schülers dies rechtfertigt.

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