Bauämter wollen beim Thema Straßeninventur zusammenarbeiten
Kreisweite Lösung angestrebt

Hövelhof (WB). Die regelmäßige Untersuchung von Gemeindestraßen ist eigentlich alle fünf Jahre Pflicht. In vielen Kommunen ist diese Inventur aber lange nicht gemacht worden. Nun wird eine kreisweit einheitliche Lösung angestrebt.

Samstag, 06.04.2019, 09:00 Uhr
Mit einer Inventur sollen die Zustände der Straßen – im Bild die Brandtstraße – in Hövelhof erfasst werden. Foto: Besim Mazhiqi

Im vergangenen Sommer war das Thema vor allem in Hövelhof hochgekocht. Dort hatte die Gemeindeprüfungsanstalt (GPA) wie auch in anderen Kommunen die seit 2009 nicht mehr durchgeführte Straßeninventur und den Aufbau eines Straßenkatasters angemahnt, um einen Überblick über den Wert und den Zustand der Gemeindestraßen zu bekommen und daraus mit Hilfe einer Prioritätenliste abzuleiten, welche Straßen am dringendsten saniert werden müssen . Für 2019 war daraufhin nicht nur das Team des örtlichen Bauamtes aufgestockt worden. Im Haushalt stehen auch 25.000 Euro für die Beschaffung einer neuen Software für den Aufbau eines Straßenkatasters bereit.

FDP stellt Fragen zur Inventur

FDP-Fraktionschef André Klocksin hakte jetzt im Haupt- und Finanzausschuss nach, was sich seit vergangenem Sommer getan habe. Er wollte wissen, ob inzwischen eine entsprechende Software beschafft wurde, ob die Inventur von Gemeindemitarbeitern durchgeführt oder an einen externen Dienstleister vergeben werden soll und wie der Zeitplan zur Erstellung des Straßenkatasters aussieht.

Bürgermeister Michael Berens erläuterte: »Es ist eine kreisweit einheitliche Lösung in Planung. Die Bauämter der Kommunen im Kreis Paderborn sind gemeinsam dabei, ein entsprechendes Programm zu beschaffen. Dann können wir loslegen.« Hövelhofs Bauamtsleiter Andreas Markgraf ergänzte, dass es noch zu früh sei, einen konkreten Fahrplan vorzulegen: »Wir wissen noch nicht, auf welches Programm die Wahl letztlich fallen wird und wie es funktioniert. Klar ist, dass die Straßen von einem Fahrzeug abgefahren und ihr Zustand mit einer Kamera erfasst wird.« Mehrere Kommunen im Kreis hätten früher ein inzwischen veraltetes Straßendatenbank-Programm genutzt und es gebe Bemühungen, eine Lösung zu finden, um die aus diesem Programm noch erhaltenen Daten weiter nutzen zu können.

Kommunen sollen sich auf ein Programm einigen

»Mehrere Anbieter von Straßendatenbanken verfügen über Programme, die dem Anforderungsprofil entsprechen. Die Kommunen sind nun angehalten, sich auf ein Programm zu einigen«, schilderte Markgraf. Die Bestandsaufnahme müsse später von einem externen Anbieter durchgeführt werden, da die Kommunen nicht über die entsprechende Technik verfügten: »Man braucht dafür ein Kamerafahrzeug mit Digitaltechnik«, beschrieb der Bauamtsleiter.

Sobald eine Entscheidung für ein Programm getroffen sei, müsse dieses von den Kommunen gekauft und eingerichtet werden. Danach müsse ein externer Anbieter gefunden werden, der die Bestandserfassung durchführe: »Um das Interesse an einer solchen Ausschreibung zu wecken, sollen die Kommunen eine gemeinsame Ausschreibung vornehmen«, erläuterte Andreas Markgraf.

Derzeit sei nicht absehbar, wie viele Firmen an einem solchen Auftrag Interesse zeigten. Zudem sei die Straßenbefahrung witterungsabhängig, da Nässe und Lichtreflexionen das Ergebnis verfälschten.

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