JVA Hövelhof zieht Jahresbilanz – durchschnittliche Belegung von 119 Häftlingen
Zahl der Gefangenen ist rückläufig

Hövelhof (WB/mobl). Die Justizvollzugsanstalt (JVA) Hövelhof hat im vergangenen Jahr deutlich weniger Strafgefangene aufgenommen als in den Vorjahren. »Die Belegungszahlen haben sich nicht stabilisiert. Wenn es dabei bleibt, wird das auch Auswirkungen auf die personelle Ausstattung haben«, sagte Leiterin Elke Jungeblodt im Rahmen des Jahrespressegespräches.

Dienstag, 02.04.2019, 13:00 Uhr aktualisiert: 02.04.2019, 16:00 Uhr
Stellten die Jahresbilanz der JVA für 2018 vor: Leiterin Elke Jungeblodt und ihr Stellvertreter Klaus Geismann. Foto: Meike Oblau

Im vergangenen Jahr hat die Hövelhofer JVA, nach eigenen Angaben der einzige offene Jugendstrafvollzug in Deutschland, 226 neue junge Gefangene aufgenommen – im Vorjahr lag die Zahl bei 298 .

Der Jugendvollzug sei generell in Deutschland nicht ausgelastet, bilanzierte Elke Jungeblodt. Derzeit erwarte die JVA rund 60 Jugendliche, die ihre Strafe noch nicht angetreten hätten – so hoch ist die Zahl der so genannten Aufnahmeersuche, also die Zahl der Personen, die sich nach einer Verurteilung eigentlich binnen vier Wochen in der JVA melden müssten. »Melden sich diese verurteilten Jugendlichen nicht zum Haftantritt, wird ein Vollstreckungshaftbefehl ausgestellt. Das kann dauern«, erklärt der stellvertretende JVA-Leiter Klaus Geismann.

Von 232 Haftplätzen sind im Schnitt 119 belegt

Die Hövelhofer Justizvollzugsanstalt bietet insgesamt 232 Plätze für Jugendliche und junge Männer im Alter von 18 bis 24 Jahren, die für den offenen Vollzug geeignet sind. Darüber hinaus gibt es 29 Plätze in einer speziellen Pflegeabteilung, in der auch ältere Häftlinge versorgt werden. Die derzeit geringere Belegung nutze die JVA für Renovierungsarbeiten in den leer stehenden Hafträumen, berichtete Elke Jungeblodt. Während die durchschnittliche Belegung 2017 noch bei 166 lag, pendelte sich die Zahl im vergangenen Jahr auf 119 ein. Der Anteil der neu aufgenommenen Straftäter mit ausländischen Wurzeln lag bei 25 Prozent.

Weiter zurückgegangen ist die Zahl der Gefangenen, die den offenen Vollzug zur Flucht nutzten – sie lag 2018 bei 18. Dazu kommen Insassen, die von genehmigten Ausgängen nicht rechtzeitig zurückkehrten. Deutlich gestiegen sind jene Fälle, in denen gegen Gefangene wegen des Verdachts auf neue Straftaten ermittelt wird: 42 Fälle brachte die JVA zur Anzeige (2017: 28). Dabei handele es sich in der Regel um Fälle von Drogenbesitz in Kleinstmengen: »95 Prozent dieser Verfahren werden wegen Geringfügigkeit eingestellt«, sagte Klaus Geismann. In Hövelhof sitzen die »leichteren« Fälle ein: »90 Prozent sind so genannte Bewährungsversager, die müssten gar nicht hier sein, wenn sie sich an ihre Bewährungsauflagen gehalten hätten«, schildert Elke Jungeblodt.

JVA setzt auf schulische und berufliche Weiterbildung

Die JVA Hövelhof mit ihren insgesamt 145 Angestellten setze darauf, ihren Insassen eine Perspektive zu bieten. Die Beschäftigungsquote liegt bei 90,6 Prozent, die JVA fördert schulische und berufliche Weiterbildung. Häftlinge können zum Beispiel den Gabelstaplerschein machen oder an Schweißkursen teilnehmen. Etliche nutzen den offenen Vollzug auch, um tagsüber weiter ihrer Arbeit nachzugehen. Neu eingeführt wurde »Hamet 2«, ein Projekt zur Berufsorientierung, in dem ermittelt wird, wo die beruflichen Stärken und Kompetenzen der Teilnehmer liegen. Dieser Kompetenz-Check helfe, Neigungsschwerpunkte bei den Jugendlichen und jungen Erwachsenen zu erkennen und zu fördern.

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