Experten legen im Bauausschuss Schätzung für das marode Hövelhofer Sennebad vor
Sanierung kostet bis zu 12,8 Millionen Euro

Hövelhof (WB). Die Sanierung des Hövelhofer Sennebades einschließlich der angeschlossenen Turnhalle und der gesamten Haustechnik würde bis zu 12,8 Millionen Euro kosten. Diese Summe hat Architekt Hubert Wewer von der Architektur-Werk-Stadt (AWS) am Donnerstag den Mitgliedern des Bauausschusses präsentiert.

Freitag, 29.03.2019, 17:17 Uhr aktualisiert: 29.03.2019, 17:20 Uhr
52.000 Besucher zählt das 1972 gebaute Sennebad am Schulzentrum nach Angaben der Gemeinde Hövelhof jedes Jahr. Jetzt müssen die Politiker über die Zukunft des sanierungsbedürftigen Bades entscheiden. Foto: Jörn Hannemann

Bürgermeister Michael Berens sagte, dass über den Sommer nun eine Bedarfsanalyse für einen möglichen Neubau in Zusammenarbeit mit der Deutschen Bädergesellschaft erstellt werden solle, so dass noch vor den Haushaltsberatungen für 2020 darüber abgestimmt werden könnte, ob die Hövelhofer Politiker eine Sanierung des alten Bades oder einen kompletten Neubau (wahlweise am jetzigen Standort oder aber auch an einem neuen Standort) bevorzugen würden. »Wir müssen entscheiden, ob es wirklich Sinn macht, zu sanieren, oder ob wir nicht über einen Neubau nachdenken sollten«, sagte Berens.

Schäfer: »Ein ordentlicher Schreck«

»Das ist ein ordentlicher Schreck«, kommentierte SPD-Fraktionsvorsitzender Mario Schäfer die immensen Kosten, die bei einer Sanierung des Anfang der 1970er Jahre gebauten Bades auf die Gemeinde zukommen würden. Architekt Hubert Wewer erläuterte auch, wie die hohen Summen zustande kommen – das hängt unter anderem damit zusammen, dass Hallenbad, Umkleidetrakt, Sporthalle und auch der Raum für die gesamte Haustechnik derart architektonisch miteinander verzahnt sind, dass eine isolierte bauliche Lösung nur für das Sennebad so gut wie unmöglich erscheint.

Der Zustand des Bades habe nichts mit mangelnder Pflege oder Wartung zu tun, sondern mit der damaligen Bauweise, betonte Bürgermeister Michael Berens: »Damals hat es neuesten baulichen Anforderungen genügt, heute haben wir es verstärkt mit Mängeln zu tun.« Architekten und Statiker haben in den vergangenen Monaten genauer hingeschaut. »Das Sennebad ist nicht einsturzgefährdet und muss nicht sofort geschlossen werden. Wir haben Maßnahmen wie den Einbau zusätzlicher Stützpfeiler ergriffen, drei bis fünf Jahre hält das ganz sicher noch«, sagte Hubert Wewer.

Architekt macht kuriose Entdeckungen

Er beschrieb aber zum Teil auch kuriose Entdeckungen während der Untersuchung. So bildeten sich im Winter durch undichte Fugen dicke Eiszapfen, unterhalb des Beckens sähe es durch Kalkablagerungen teilweise aus wie in einer kleinen Tropfsteinhöhle, schilderte Wewer.

In der Sporthalle nebenan sei die Situation bei Weitem nicht so dramatisch, aber auch sie sei deutlich renovierungsbedürftig. Unter dem Schwimmbecken, das wie eine Betonwanne eingelassen sei, befindet sich die gesamte Technikzentrale, die zusätzlich auch das komplette Schulzentrum und das HoT versorge. Im Falle einer Sanierung müsse die Technik komplett demontiert und später wieder aufgebaut werden, durch neue Normen ergebe sich dafür auch zusätzlicher Platzbedarf, sagte Bernd Ellger vom Ingenieurbüro KS Plan. Man müsse wohl ein Ersatzgebäude für die Unterbringung der Haustechnik (Heizung, Lüftung) bauen.

Nach Sanierung wäre Bad wieder mindestens 30 Jahre nutzbar

Architekt Hubert Wewer schlüsselte anschließend die Kosten auf: Für die reine Sanierung des Sennebades rechnet er mit 8,3 Millionen Euro, für die Sanierung der Turnhalle mit 3,2 Millionen Euro und für den Neubau eines zusätzlichen Gebäudes für die Technik mit 1,2 Millionen Euro, so dass sich unter dem Strich 12,8 Millionen Euro summieren. Er rechnet mit einer Bauzeit von anderthalb, vermutlich eher zwei Jahren. Dann aber würde das Gebäude mindestens 30 weitere Jahre nutzbar sein, schätzt er.

Bürgermeister Michael Berens vermutet, dass ein kompletter Neubau preislich etwa in derselben Größenordnung liegen könnte: »Das kommt natürlich darauf an, welche Standards wir da einplanen würden, ob zum Beispiel ein Sprungturm gewünscht wäre, den wir derzeit nicht haben.«

Noch in diesem Jahr soll nun, sobald die Bedarfsanalyse und Kosteneinschätzung für einen Neubau vorliegt, eine Richtungsentscheidung fallen, die natürlich auch mit Schulen, Vereinen und anderen Badnutzern diskutiert werden soll. Aktuell ist das Sennebad noch nutzbar, ohne dass weitere größere Investitionen nötig sind.

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