Werner Pfeil besucht Hövelhofer Schützenpräses Jörg Plümper in Afghanistan Krimi und Chronik im Gepäck

Hövelhof (WB). Unmittelbar bevor Außenminister Heiko Maas im Camp Marmal erwartet wurde, begrüßte Militärseelsorger Jörg Plümper einen Gast aus der Heimat in Mazar-e-Sharif: Der Hövelhofer Krimiautor Werner Pfeil, früher selbst Berufssoldat, besuchte den Präses der St.-Hubertus-Schützenbruderschaft in Afghanistan.

Von Meike Oblau
Der frühere Berufssoldat Werner Pfeil (Mitte) besuchte im Camp Marmal, das nach dem im Bildhintergrund zu sehenden Gebirge benannt ist, den Hövelhofer Schützenpräses Jörg Plümper (links) und Pfarrfeldwebel Ralf Habermann.
Der frühere Berufssoldat Werner Pfeil (Mitte) besuchte im Camp Marmal, das nach dem im Bildhintergrund zu sehenden Gebirge benannt ist, den Hövelhofer Schützenpräses Jörg Plümper (links) und Pfarrfeldwebel Ralf Habermann.

Pfeil hatte dabei natürlich ganz besondere Grüße der Schützenbruderschaft im Gepäck, die in diesem Jahr ihr 100-jähriges Bestehen feiert . Jörg Plümper freute sich über den Jubiläumsorden und kann in seiner Freizeit im Camp jetzt in der Jubiläumschronik schmökern.

Auf Einladung der Katholischen Arbeitsgemeinschaft für Soldatenbetreuung (KAS) flog Werner Pfeil vom Flughafen Köln-Wahn mit einer Bundeswehrmaschine über Dubai nach Mazar-e-Sharif.

Reise in die eigene Vergangenheit

Für den früheren Berufssoldaten aus Hövelhof war das auch eine Reise in die eigene Vergangenheit: »Ich war insgesamt achtmal im Auslandseinsatz, auch in Afghanistan, zuletzt 2008 und damals noch unter der Flagge der ISAF«, erinnert er sich.

Seit 17 Jahren kennt er Jörg Plümper bereits, der nun seit vier Monaten als Militärseelsorger in Afghanistan weilt. »Seine Aufgaben sind dort sehr umfangreich, neben dem Truppenpsychologen ist er für 1300 deutsche Soldaten der einzige Anlaufpunkt bei Pro­blemen daheim oder vor Ort«, berichtet Werner Pfeil.

Seit 2007 steht eine Kapelle im Militärcamp

Angebote wie Gottesdienste oder Bibel-Brunch würden von den Soldaten gerne angenommen. Seit 2007 steht auch eine Kapelle im Camp Marmal, es gibt sogar einen eigenen Kirchenchor. »Die Kapelle ist Tag und Nacht geöffnet und immer wieder brennen Kerzen aus den unterschiedlichsten Gründen vor einem Bild der Mutter Gottes«, sagt Pfeil. Im Camp Marmal leben insgesamt 4000 Soldaten aus 25 Nationen, dazu kommen zivile Mitarbeiter.

Jörg Plümper, der außerhalb seiner Auslandseinsätze in Hövelhof lebt, hält Kontakt zu Werner Pfeil. » Er hatte Hövelhof-Krimis bei mir bestellt und ich hatte anfangs eher scherzhaft gesagt, ich könnte doch auch mal Lesungen im Camp in Afghanistan machen«, sagt Pfeil. Und tatsächlich setzten die beiden Hövelhofer das in die Tat um.

Ein Leben hinter Stacheldraht

»Das Leben im Camp ist ein Leben hinter Stacheldraht. Die Soldaten bilden aus und trainieren, verlassen das Gelände aber nicht mehr. Damit ihnen in ihrer Freizeit nicht die Decke auf den Kopf fällt, wird von einem Betreuungsoffizier immer mal wieder ein Unterhaltungsprogramm organisiert«, sagt Werner Pfeil.

Bei verschiedenen Veranstaltungen vor Ort hatte der Autor der Hövelhof-Krimis viel zu berichten. Er las aus seinen Kurzgeschichten und erzählte von seinem Wanderurlaub auf dem Jakobsweg. Für seine Veranstaltungen durfte er auf »Radio Andernach« werben, dem Radiosender für Soldaten im Einsatzland.

Nach Werner Pfeil kam Außenminister Maas zu Besuch

Vier Tage blieb Werner Pfeil in Mazar-e-Sharif und war auch direkt auf dem Stützpunkt untergebracht. »Mein Zimmer habe ich bei der Abreise quasi unmittelbar für Außenminister Heiko Maas geräumt, der anreiste, als ich wieder fuhr«, sagt Werner Pfeil. Durch Lesungen und viele Gespräche war seine Reise an den Hindukusch nicht nur unterhaltsam, sondern in einigen Momenten auch sehr emotional, schildert der Hövelhofer: »Wenn man im Ehrenhain steht und eine Kerze anzündet in Gedenken an die in Ausübung ihres Dienstes ums Leben gekommenen Soldaten, dann werden andere Probleme wirklich zu absoluten Nebensächlichkeiten«, schildert Pfeil.

Das nächste Treffen mit Militärseelsorger und Schützenpräses Jörg Plümper steht dann wohl eher im Zeichen des Feierns: im Juni zum 100-jährigen Bestehen der Schützenbruderschaft. Dank der Chronik kann Plümper sich im fernen Afghanistan bestens vorbereiten.

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