In Hövelhof sind zwei Rückhaltebecken entstanden – Krollbach in Teilen renaturiert
Millionenprojekt schützt vor Hochwasser

Hövelhof (WB). So schnell soll in Hövelhof nun niemand mehr »nasse Füße« bekommen: Das fünf Millionen Euro teure Hochwasserschutzprojekt mit mehreren baulichen Bereichen ist fertig gestellt.

Mittwoch, 06.03.2019, 19:00 Uhr
Die eingedeichte Rückhaltefläche zwischen der Staumühler Straße und der Sennestraße ist ein Teil des Hochwasserschutzprojektes. Ein weiteres Rückhaltebecken entstand zwischen der Moosheider Straße und der A33. Darüber hinaus wurde der Krollbach im Bereich Hasendorf renaturiert und verbreitert.

An der Moosheider Straße unmittelbar neben dem A-33-Parkplatz und zwischen der Staumühler Straße und der Sennestraße sind in den vergangenen anderthalb Jahren zwei Hochwasserrückhaltebecken entstanden, die künftig insbesondere verhindern sollen, dass der Krollbach innerorts über die Ufer tritt.

Auslöser für die Planungen war Überschwemmung 2007

Genau das war im Sommer 2007 passiert und hatte für zahlreiche vollgelaufene Keller, überflutete Grundstücke und Straßen gesorgt. Als Ursache waren damals vor allem große Regenmengen in der Senne ausgemacht worden, die im dortigen Sandboden nicht schnell genug versickern konnten. Das Wasser sammelte sich daraufhin unter anderem im Krollbach, der überlief.

»Bis 2007 hatten wir nicht auf dem Schirm, dass Hövelhof einmal ein Hochwasserproblem haben könnte«, sagten Bürgermeister Michael Berens und Landrat Manfred Müller in seiner Funktion als Vorsteher des Wasserverbands. Die Risiken wurden nach 2007 genauer untersucht. Eine Überschwemmungskarte zeigte für Hövelhof viele blaue Flecken – sprich: vom Hochwasser gefährdete Gebiete. Die Folge: Zahlreiche Flächen konnten nicht mehr für eine Bebauung frei gegeben werden. So hätte zum Beispiel das neue Baugebiet Phillippers Feld gegenüber des Heimatzentrums nicht geplant werden können, wenn nicht zugleich Maßnahmen im Bereich Hochwasserschutz ergriffen worden wären.

Krollbach führt bei Starkregen bis zu 23 Mal so viel Wasser wie im Schnitt

Bei Starkregen nämlich führt der Krollbach durch die Wassermassen, die in der Senne nicht versickern können, bis zu 23 Mal mehr Wasser als im Durchschnitt – tritt er über die Ufer, wären vor der Umsetzung der neuen Schutzmaßnahmen unter anderem Großteile der Wohnbebauung in Alt-Hövelhof, aber auch Teile des Gewerbegebietes Nord von Überflutungen mit einer Wasserspiegelhöhe von 20 bis 50 Zentimetern betroffen gewesen.

Wasser aus der Senne wird in der Moosheide »aufgefangen«

Die Lösung des Problems ist nun eine Kombination aus zwei Hochwasserrückhaltebecken. Zunächst wird das Wasser aus der Senne bereits in der Moosheide »aufgefangen« und kontrolliert in Richtung Bentlake abgegeben. Läuft das Becken in der Moosheide voll, ist noch reichlich Platz in Becken Nummer zwei an der Staumühler Straße. Beide Becken zusammen können nun etwa so viel Wasser aufnehmen, wie in 55 olympische Schwimmbecken passt, fasste Bürgermeister Michael Berens zusammen. Das Stauvolumen liegt bei etwa 114.000 Kubikmetern.

Das Becken in der Bentlake ist von einem 2,5 Meter hohen begehbaren Damm umgeben, jenes in der Moosheide wird sogar durch einen 4,9 Meter hohen Damm geschützt. Im Zuge der Maßnahme wurde im Bereich Hasendorf zudem ein Teil des Krollbachs renaturiert. Nahe des Schulzentrums, das direkt neben dem Rückhaltebecken an der Staumühler Straße liegt, entstand ein »blaues Klassenzimmer« mit einer Sitzsteinreihe, in dem Schüler und andere Interessierte künftig den Lebensraum Wasser erforschen können.

Land NRW zahlt 80 Prozent der Baukosten

Die insgesamt fünf Millionen Euro teure Baumaßnahme wurde zu 80 Prozent vom Land NRW finanziert. Die übrigen 20 Prozent teilen sich die Gemeinde Hövelhof und der Wasserverband Obere Lippe, so dass der Anteil der Gemeinde bei 500.000 Euro liegt. Allerdings investierte das Hövelhofer Bauamt viel Arbeit in die Planung.

Landrat Manfred Müller ist sich sicher, dass das Rückhaltebecken in der Bentlake künftig zu einem Naherholungsgebiet für Spaziergänger und Naturliebhaber avancieren wird und lobte die Aufwertung des Bereichs für Flora und Fauna. Müller sagte, bei der jetzt fertiggestellten Maßnahme handele es sich um das größte Hochwasserschutzprojekt im Süden des Kreises. Er erinnerte daran, dass die Überflutungen 2007 in Hövelhof und Delbrück einen Gesamtschaden von 30 Millionen Euro angerichtet hatten.

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