FDP und CDU reichen Anträge ein und hoffen auf Fördermittel des Landes NRW Neues Hallenbad für Hövelhof?

Hövelhof (WB). Bekommt Hövelhof ein neues Hallenbad? Im Rahmen der Haushaltsberatungen haben sowohl die CDU als auch die FDP beantragt, einen möglichen Neubau des Sennebades zu prüfen. Diskutiert werden sollen die Anträge kommenden Donnerstag, 6. Dezember, im Haupt- und Finanzausschuss.

Von Meike Oblau
Das Hövelhofer Sennebad wurde 1972 gebaut. Nun soll geprüft werden, ob ein Neubau eventuell mehr Sinn macht als permanente Sanierungen.
Das Hövelhofer Sennebad wurde 1972 gebaut. Nun soll geprüft werden, ob ein Neubau eventuell mehr Sinn macht als permanente Sanierungen. Foto: Jörn Hannemann

Dass das 1972 eröffnete Hallenbad am Schulzentrum in die Jahre gekommen ist, ist kein Geheimnis. Für dieses Jahr war ursprünglich eine umfassende Sanierung der Fassaden (Hallenbad und Zweifachturnhalle) geplant. Wie auch andere angekündigte Bauprojekte konnte aber auch die Fassadensanierung, für die fast 700.000 Euro im Haushalt 2018 bereit stehen, noch nicht umgesetzt werden.

Parteien hoffen auf umfangreiche Fördergelder

Im Rahmen ihrer Haushaltsberatungen haben in den vergangenen Wochen nun sowohl die CDU als auch die FDP mit Bauamtsleiter Andreas Markgraf über das Thema Hallenbad diskutiert und werfen nun die Frage auf, ob es sich noch lohnt, viel Geld in weitere Sanierungsmaßnahmen zu stecken, oder ob es nicht sinnvoller sei, über einen Neubau nachzudenken. Die Parteien hoffen dabei auch auf umfangreiche Fördergelder des Landes Nordrhein-Westfalen.

Am Dienstag hatte die FDP-Fraktion einen Antrag bei der Gemeindeverwaltung eingereicht, der auch der WV-Redaktion vorliegt. Die Freien Demokraten möchten den Beschluss fassen lassen, dass keine weiteren Sanierungsmaßnahmen am Hallenbad mehr vorgenommen werden – nur noch jene, die für die Aufrechterhaltung des laufenden Betriebs unbedingt nötig sind.

Klocksin: »Erneute Sanierung ist nicht zukunftsfähig«

»Generell wird ein Neubau des Hallenbades priorisiert und eine erneute Sanierung als nicht zukunftsfähig verworfen, auch wenn dies bedeutet, dass die Gemeinde im mittleren Maße mittel- oder langfristige Verbindlichkeiten eingehen muss«, schreibt FDP-Fraktionsvorsitzender Andre Klocksin in seinem Antrag. Der Zustand des Hallenbades beschäftige die FDP schon seit einigen Jahren, führt er aus, und bittet die Gemeindeverwaltung darum, im ersten Halbjahr 2019 Fördermöglichkeiten zu prüfen und den Politikern vorzustellen.

Durch ein neu aufgelegtes Förderprogramm des Landes könne die Gemeinde Hövelhof einen Zuschuss in Höhe von 90 Prozent auf einen Neubau erhalten. »Wenn man aktuell von einer groben Kostenschätzung von 10 bis 15 Millionen Euro ausgeht, würden wir maximal 1 bis 1,5 Millionen Euro Eigenanteil tragen müssen. Die Lebenszeit eines neuen Bades wird laut Bauamt auf 70 bis 80 Jahre geschätzt, eine Kernsanierung würde wahrscheinlich nur bis zu 25 Jahre halten«, fasst An­dre Klocksin zusammen.

Bürgerbeteiligung gewünscht

Der FDP-Fraktionschef wünscht sich beim Thema Hallenbadneubau eine Bürgerbeteiligung: »Die Hövelhofer sollten bei Größe und Ausstattung des Bades mitbestimmen.« Generell sei es zudem wünschenswert, ein Konzept für das gesamte Areal (also auch die angrenzenden Sporthallen und die Außenflächen) aufzustellen, schreibt die FDP. Dazu solle geprüft werden, ob das Hallenbad in ein örtliches Sport- und Freizeitkonzept integriert werden und somit ein neuer Freizeitbereich entstehen könne. Vorschläge der FDP sind ein Hindernisparcours, Beachvolleyballfelder oder ein Außenbereich für das Hallenbad, um das Umfeld aufzuwerten.

CDU beklagt Korrosionsschäden und schlechte Bausubstanz

In ähnliche Richtung geht in Sachen Sennebad ein Antrag, den die CDU auf ihrer Homepage vorstellt. »Die Verwaltung möge prüfen, ob die geplante Sanierung des Hallenbades noch wirtschaftlich ist oder ein Ersatzbau für das Hallenbad notwendig wird«, heißt es auf der Internetseite der Senne-Union. Die Christdemokraten befürchten, dass es mit der geplanten Fassadensanierung am Hallenbad nicht getan ist: »Korrosionsschäden und eine schlechte Bausubstanz lassen weitere notwendige Investitionen zur Sicherstellung des Badebetriebes vermuten.«

Sie weisen auf die Neufassung einer Förderrichtlinie für Städtebauförderung des Ministeriums für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung NRW hin. Im Modul »Soziale Integration im Quartier« sei dort erstmalig auch die Förderung von Schwimmbädern als förderfähige Einrichtung vorgesehen. Auch die CDU hofft auf Fördermittel von bis zu 90 Prozent für einen Hallenbad-Neubau.

53.000 Besucher pro Jahr

Nach Angaben der Gemeinde Hövelhof besuchen jedes Jahr etwa 53.000 Menschen das Sennebad. Neben Öffnungszeiten für die Öffentlichkeit finden dort Schul- und Vereinsschwimmen, Kurse, Rehasport und Abnahmen für das Sportabzeichen statt. Für die Öffentlichkeit ist das Bad dienstags und mittwochs von 14 bis 21 Uhr, donnerstags von 14 bis 17 Uhr und 19 bis 21 Uhr, freitags von 13 bis 18 Uhr (anschließend 18 bis 19.30 Uhr Damenbad und 19.30 bis 21.30 Uhr Behindertenbad), samstags von 9.30 bis 15 Uhr und sonntags von 8 bis 12 Uhr geöffnet.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6222889?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198401%2F2851066%2F