Grenzwerte der Umwelthilfe in Hövelhof nicht überschritten, die der WHO aber schon Schloßstraße: Messergebnisse liegen vor

Hövelhof (WB). Die Hövelhofer Grünen haben im Februar messen lassen , wie hoch die Belastung mit Stickstoffdioxid (NO2) an der Schloßstraße ist. Jetzt liegen die Messergebnisse vor – und bieten Spielraum für Interpretationen. Gemessen wurde eine Belastung von 31,6 Mikrogramm pro Kubikmeter.

Von Meike Oblau
LKW, Lieferwagen, Autos: Die Schloßstraße ist viel befahren. Die von der Umwelthilfe genannten NO2-Grenzwerte werden aber nicht überschritten
LKW, Lieferwagen, Autos: Die Schloßstraße ist viel befahren. Die von der Umwelthilfe genannten NO2-Grenzwerte werden aber nicht überschritten Foto: Meike Oblau

»Das liegt unter dem von der Deutschen Umwelthilfe (DUH) genannten Grenzwert von 40 Gramm, aber über dem von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) angenommenen Grenzwert von 20 Gramm«, sagt Alexander Löhr, der die Messung an der Schloßstraße initiiert hatte. Außerdem, sagt Löhr, habe die Umwelthilfe, die die Messwerte aus Hövelhof hatte auswerten lassen, mitgeteilt, dass durch die im Februar vorherrschende Witterung die Werte wohl um etwa zehn Prozent niedriger ausgefallen seien als in anderen Monaten. »Rechnen wir diese zehn Prozent drauf, kommen wir dem Grenzwert von 40 Gramm schon näher«, sagt Löhr.

Er weist vor allem darauf hin, dass direkt an der Schloßstraße auch ein Kindergarten beheimatet sei. Die Kinder spielten dort im Freien teilweise unmittelbar angrenzend an den Radweg an der Schloßstraße. Es sei erwiesen, dass Kinder anfälliger seien und sich Stickstoffdioxid schneller als bei Erwachsenen den Weg in die Lungen bahne.

Gemeindeverwaltung soll Werte weiter beobachten

Für die Hövelhofer Grünen sind die jetzt vorliegenden ersten Messergebnisse jedenfalls kein Grund, das Thema auf sich beruhen zu lassen, sagt auch Ratsherr Jörg Schlüter: »Generell freuen wir uns, dass die von der DUH genannten Grenzwerte erst einmal unterschritten wurden, aber ich bin der Meinung, dass die Gemeindeverwaltung diese Werte dringend weiter beobachten sollte.«

Ebenfalls hält Schlüter es für sinnvoll, die Feinstaubwerte in der Ortsdurchfahrt zu ermitteln. »Ich werde das möglicherweise am 19. April im Bauausschuss ansprechen und hören, ob die Gemeinde darüber nachdenkt, selbst Messungen zu veranlassen. Tut sie das nicht, werden wir von den Grünen darüber nachdenken, einen Antrag einzureichen«, sagt Schlüter. Er wisse aber auch, dass das Verkehrsproblem an der Schloßstraße nur schwer zu lösen sei, vor allem, da die Ortsdurchfahrt die offizielle Umleitung ist, wenn die A33 gesperrt ist. Daher kann auch kein Durchfahrtsverbot für LKW verhängt werden.

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