Hövelhofer Franz-Stock-Realschule: Konrektor Herbert Picht geht in Ruhestand Nach 39 Jahren ist Schluss

Hövelhof (WB). Unter allen vier bisherigen Leitern hat Herbert Picht an der Hövelhofer Franz-Stock-Realschule gearbeitet. Er hat den Umzug an die Staumühler Straße und die Umbenennung der Schule miterlebt. Nach 39 Jahren ist Schluss: Am 2. Februar wird der langjährige Konrektor in den Ruhestand verabschiedet.

Von Meike Oblau
Seit 1979 hat Herbert Picht an der Franz-Stock-Realschule Deutsch, Religion und Technik unterrichtet, seit 1987 ist er Konrektor. Nun geht der 65-Jährige in den Ruhestand. Am 2. Februar wird er offiziell verabschiedet.
Seit 1979 hat Herbert Picht an der Franz-Stock-Realschule Deutsch, Religion und Technik unterrichtet, seit 1987 ist er Konrektor. Nun geht der 65-Jährige in den Ruhestand. Am 2. Februar wird er offiziell verabschiedet. Foto: Besim Mazhiqi

An seinen ersten »Schultag«, damals noch unter Gründungsdirektor Johannes Buschmeier, kann sich Picht noch gut erinnern: »Ich platzte gleich in den Schulkarneval und das war natürlich die allerbeste Gelegenheit, alle kennenzulernen.« Einen Namen hatte die Einrichtung damals noch nicht, hieß offiziell schlicht »Realschule für Jungen und Mädchen der Gemeinde Hövelhof« und war in den Räumen der heutigen Kirchschule untergebracht.

»1985 erfolgte die Umbenennung in Franz-Stock-Realschule, ein Jahr später ging Johannes Buschmeier in den Ruhestand«, erinnert sich Picht. Unter dem neuen Schulleiter Burghard Walter wurde Picht, der inzwischen in Riege gebaut hatte, Konrektor – und blieb es bis zu seiner Pensionierung. Im Januar 1994 zog die Schule ins neu errichtete Gebäude an der Staumühler Straße um. »In einer großen Umzugskolonne ging es damals von der Dr.-Sonnenschein-Straße aus durch den Ort«, schildert Herbert Picht. Als Burghard Walter 2007 in den Ruhestand ging, blieb seinem langjährigen Stellvertreter der Chefsessel verwehrt: »Es gab damals ein Gesetz, das besagte, dass ich nur Schulleiter hätte werden können, wenn ich nach meiner Ausbildung an mindestens zwei verschiedenen Schulen unterrichtet hätte. Dagegen hätte ich klagen müssen – aber das ist nicht meine Art.« So wurde Therese Dallmeier neue Rektorin. Sie blieb bis 2013 und wechselte dann zur Bezirksregierung nach Detmold. Bis zum Schuljahresbeginn 2016/17 Jochen Welschmeier den Rektorenposten übernahm, war Herbert Picht zweieinhalb Jahre als kommissarscher Schulleiter gefragt.

Zur Person

Herbert Picht ist gebürtiger Paderborner. Nach dem Abitur 1972 am Theodorianum studierte der heute 65-Jährige auf Lehramt und begann 1977 sein Referendariat an der Bielefelder Luisenschule und an die Elly-Heuss-Knapp-Realschule in Gütersloh, wo er 1979 auch sein Examen ablegte. Direkt danach wurde Herbert Picht an die Franz-Stock-Realschule versetzt. Seit dem 1. Januar 1987 ist er Konrektor.

»Ich treffe immer noch viele ehemalige Schüler und freue mich, zu hören, was aus ihnen geworden ist«, sagt Picht. So erinnert er sich noch an den heutigen Bürgermeister Michael Berens, den er in Deutsch und Religion unterrichtete, und verfolgt gerne, dass zum Beispiel aus Jürgen Meier (Reme) oder Wolfgang Thorwesten (Horatec) erfolgreiche Unternehmer geworden sind, die vielen Hövelhofern Arbeitsplätze bieten: »Aus unseren ehemaligen Schülern sind Menschen geworden, die die Gesellschaft mitgestalten – und viele von ihnen tun das nach wie vor in Hövelhof.«

»Wenn ich diese Lebensläufe sehe, dann kann ich allein daraus begründen, warum ich die Schulform Realschule nach wie vor begrüße. Es muss nicht jeder sofort Abitur machen. Viele Jugendliche sind nach dem Schulabschluss zunächst in einer Ausbildung besser aufgehoben. Danach stehen ihnen doch weiter alle Türen offen. Daher finde ich es wichtig und richtig, dass die Gemeinde Hövelhof und in vorderster Front der Bürgermeister sich für die bestehende Schulformen stark macht und deren Qualitäten in den Vordergrund stellt, statt dem Mainstream und der Forderung zu folgen, unbedingt das Abitur nach Hövelhof zu holen«, sagt Picht.

440 Schüler hat die im Schnitt dreizügige Franz-Stock-Realschule aktuell. Den Kontakt zu »seiner« Schule wird Herbert Picht auch im Ruhestand halten. Sorgen, dass es ihm als Rentner zu langweilig werden könnte, hat er nicht. Und so steht dann auch auf der Einladung zu seinem Eintritt in die Rente geschrieben: »Daran kann ich mich gut gewöhnen.«

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