Martin Kolek berichtet am 3. Februar in Hövelhof vom Einsatz auf der »Sea Watch« Flüchtlinge aus höchster Not gerettet

Hövelhof (WB). Im Sommer 2016 half Martin Kolek auf einem Rettungsschiff der Organisation »Sea Watch« vor der libyschen Küste bei der Rettung in Seenot geratener Flüchtlinge. Über seinen Einsatz berichtet der Delbrücker am Samstag, 3. Februar, auf Einladung der katholischen Kirchengemeinde in Hövelhof.

Der Delbrücker Martin Kolek (Dritter von links) lädt zusammen mit Berthold Filthaut, Jana Runte und Lea Witt für den 3. Februar nach Hövelhof ein.
Der Delbrücker Martin Kolek (Dritter von links) lädt zusammen mit Berthold Filthaut, Jana Runte und Lea Witt für den 3. Februar nach Hövelhof ein. Foto: Meike Oblau

Der Infonachmittag beginnt um 14.45 Uhr im Pfarrheim und gliedert sich in mehrere Teile. »Zunächst wird Martin Kolek darüber berichten, wie er sich auf seinen Einsatz auf der ›Sea Watch‹ vorbereitet hat«, sagt Gemeindereferent Berthold Filthaut. Nach einer kurzen Pause bei Kaffee und Kuchen wird Martin Kolek dann erläutern, wie die Rettung von Flüchtlingen auf See abläuft. »Zum Abschluss laden wir dann zu einem Gottesdienst in der Pfarrkirche gegenüber ein, dort findet der Nachmittag dann seinen Abschluss«, sagt Filthaut.

Zwei Wochen lang hatte der Musiktherapeut 2016 unbezahlten Urlaub genommen, um auf der »Sea Watch« zu helfen. Ursprünglich sei es nur darum gegangen, Flüchtlingsboote zu sichten, Menschen zu sichern, mit Rettungswesten zu versorgen und in der Nähe zu bleiben, bis adäquate Hilfe, zum Beispiel von der Marine, kommt. Plötzlich aber ging es um sehr viel mehr. 125 Flüchtlinge nahm die »Sea Watch«, die dafür eigentlich gar nicht ausgerichtet ist, selbst mit an Bord.

Beim nächsten Unglücksort kam alles noch viel schlimmer. »Da erreichte uns über Funk die dringende Bitte, beim Bergen von Toten zu helfen. Wir haben lange diskutiert, aber ich konnte das nicht ablehnen«, sagt Kolek. 45 Tote seien anschließend offiziell gemeldet worden. »Das«, merkt der Delbrücker an, »waren aber nur die, die wir rausgefischt oder markiert haben. Die Toten, die anonym auf den Meeresgrund sinken, zählt keiner.«

»Gerade in Zeiten, wo Hövelhof vermehrt Asylbewerber zugewiesen bekommt, möchten wir auf die Situation vom Flüchtlingen aufmerksam machen und hoffen, mit diesem Infonachmittag auf breites Interesse zu stoßen«, sagt Berthold Filthaut.

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