Parkplatz, Zufahrt, Größe: Opposition und Nachbarstädte haben Diskussionsbedarf Hövelhofer E-Center-Pläne stehen in der Kritik

Hövelhof (WB). Die Planungen der Firma Lüning zum Umbau des Hövelhofer Elli-Marktes an der Bielefelder Straße in ein deutlich größeres E-Center (das WV berichtete am 19. Dezember) stoßen nicht überall auf Begeisterung. Kritik kommt von allen Hövelhofer Oppositionsparteien und auch aus den Nachbarkommunen Delbrück und Schloß Holte-Stukenbrock.

Von Meike Oblau
Der bestehende Elli-Markt an der Bielefelder Straße (hinten) soll durch Umbaumaßnahmen deutlich erweitert werden. Das Haus am Kreisel soll abgerissen werden, wodurch mehr Platz für Parkplätze entsteht. Insgesamt 175 sind eingeplant.
Der bestehende Elli-Markt an der Bielefelder Straße (hinten) soll durch Umbaumaßnahmen deutlich erweitert werden. Das Haus am Kreisel soll abgerissen werden, wodurch mehr Platz für Parkplätze entsteht. Insgesamt 175 sind eingeplant. Foto: Besim Mazhiqi

Lüning plant, im Herbst mit den Bauarbeiten an der Bielefelder Straße zu beginnen. Mitte 2019 soll das neue E-Center eröffnen. Der bestehende Markt soll von 1500 Quadratmetern Verkaufsfläche auf 3800 Quadratmeter erweitert werden. Um auch den Parkplatz vergrößern zu können, soll das Mehrfamilien- und Geschäftshaus am Kreisverkehr, in dem derzeit die Modeboutique »Edith M.« untergebracht ist, abgerissen werden . Zudem soll der Parkplatz eine zweite Zufahrt von der Gütersloher Straße aus bekommen.

An den Erweiterungsplänen an sich und an der Gestaltung des Supermarkt-Gebäudes gibt es aus Hövelhofer Sicht nichts zu bemängeln. FDP, Grüne und SPD sind aber mit der optischen Konzipierung des Parkplatz-Areals und mit der Planung der zweiten Zufahrt alles andere als glücklich. Das sagten die Fraktionsvorsitzenden gegenüber dem WV.

»Städtebauliches Konzept wird zerstört«

»Die Gestaltung des Parkplatz-Areals ist aus unserer Sicht nicht gut für Hövelhof, und das ist noch höflich ausgedrückt. Durch den Abriss des Wohn- und Geschäftshauses werden sowohl das städtebauliche Konzept als auch dringend benötigter Wohnraum zerstört. Eine riesige Fläche allein als Parkplatz zu vergeuden, ist nicht mehr zeitgemäß und passt zudem nicht ins Ortsbild. Eine Tiefgarage, eine Parkpalette oder aber ein Parkplatz auf Teilen des Daches des Marktes wären sinnvolle Alternativen«, sagt Marcus Praschan von Bündnis 90/Die Grünen. »Ähnlich kritisch sehen wir die zweite Zufahrt in diesem verkehrstechnisch ohnehin schon sehr angespannten Bereich. Wir erwarten von einem Investor auch, der gesellschaftlichen Verantwortung gerecht zu werden.«

Auch Mario Schäfer (SPD) hat mit der aktuellen Planung, die möglicherweise am 1. Februar im Bau- und Umweltausschuss auf der Tagesordnung stehen wird, Probleme. Er befürchtet, dass man nach dem Abriss des Hauses aus Richtung Rathaus kommend vom Kreisel aus auf eine riesige Parkplatzfläche blickt: »Die optische Gestaltung ist uns ein Dorn im Auge. Es wurde eine deutliche Begrünung in Form einer Hecke und entsprechenden Bäumen zugesagt, um genau diese negative Optik zu vermeiden. Die SPD-Fraktion wird die Einhaltung dieser Zusage sehr genau prüfen und gegebenenfalls intervenieren.«

Ratsmitglieder fühlen sich nicht genügend informiert

André Klocksin (FDP) kann sich mit der Optik ebenfalls nicht anfreunden: »Dass bei einer so umfangreichen Erweiterung des Marktes zusätzliche Parkflächen entstehen müssen, ist klar. Allerdings sollten sich diese in die Umgebung optisch ansprechend eingliedern lassen. Das wäre durch eine ja ursprünglich auch vorgesehene Tiefgarage, die nun offenbar doch nicht gebaut werden soll, besser gelöst. Dies ist für uns eine entscheidende Veränderung der ersten Planung aus dem Jahr 2015.« Klocksin kritisierte zudem die Informationspolitik bei diesem Großprojekt: »Bislang wurde das Konzept nicht in ausreichender Form von der Firma Lüning im Gemeinderat vorgestellt. Bei einer für die Gemeinde so bedeutenden Investition hätten wir uns mehr Transparenz und mehr Information gewünscht.«

Die CDU-Fraktion hingegen begrüßt die Planungen der Firma Lüning ausdrücklich. »Eine ausreichende Anzahl an Parkplätzen ist für den Einzelhandel ein wesentlicher Standortfaktor. Die Lüning-Gruppe hat das erkannt und ordnet das gesamte Gelände neu. Die uns bekannten Pläne sehen 175 Parkplätze vor. Gleichzeitig wird eine grüne Raumkante das Gelände umgeben. Insgesamt erhält der bisher ungeordnete Bereich damit eine klare und städtebaulich wertvolle Neuausrichtung, die sich positiv auf das gesamte Ortsbild auswirkt«, sagt Fraktionschef Udo Neisens. Die zusätzliche Ausfahrt sei mit Hilfe von Gutachtern geprüft worden: »Wir vertrauen den Profis, die die Verkehrssituation und Erschließung des Quartiers untersucht haben.«

Nachbarstädte äußern Bedenken

Bedenken bezüglich der Größe des neuen Marktes haben in einem ersten Schritt im Zuge des Vorab-Beteiligungsverfahrens der Öffentlichkeit auch die Nachbarstädte Delbrück und Schloß Holte-Stukenbrock angemeldet. Derzeit wird eine Verträglichkeitsstudie erstellt, die klären soll, wie viel Kaufkraft möglicherweise aus diesen beiden Kommunen abfließt, wenn das neue E-Center eröffnet. »Wenn dieses Gutachten vorliegt, werden wir eine Stellungnahme abgeben. Das ist ein großes Vorhaben mit einer nicht unerheblichen Erweiterung der Verkaufsfläche und wir müssen sehen, welche Auswirkungen das hat«, sagt Schloß Holte-Stukenbrocks Bürgermeister Hubert Erichlandwehr. Ähnlich äußert sich auch Delbrücks Bürgermeister Werner Peitz: »Natürlich machen wir uns Gedanken, ob viele Delbrücker, zum Beispiel aus Ostenland, künftig nach Hövelhof zum Einkaufen fahren. Wir warten die Verträglichkeitsstudie ab und entscheiden dann über weitere Schritte.«

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5413030?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198401%2F2851066%2F