Hövelhofer Reinhard Frühling veröffentlicht sein Buch »Nah am Wasser« Zeitreise in die Hövelsenne

Hövelhof (WB). Eine junge Frau, die vom elterlichen Hof verjagt wird, ein uneheliches Kind und die Suche nach dem leiblichen Vater in Hövelsenne: Das sind die »Zutaten« für den ersten Roman des Hövelhofers Reinhard Frühling.

Von Meike Oblau
Vor 150 Jahren spielt die Erzählung »Nah am Wasser«, die der Hövelhofer Reinhard Frühling jetzt veröffentlicht hat. Die Familiengeschichte spielt in Hövelsenne und Hövelhof. Das Buch ist erhältlich in der Buchhandlung Voss.
Vor 150 Jahren spielt die Erzählung »Nah am Wasser«, die der Hövelhofer Reinhard Frühling jetzt veröffentlicht hat. Die Familiengeschichte spielt in Hövelsenne und Hövelhof. Das Buch ist erhältlich in der Buchhandlung Voss. Foto: Meike Oblau

»Nah am Wasser« heißt die Familiengeschichte, die vor 150 Jahren rund um Hövelhof spielt und sich in dem Buch über 20 Jahre erstreckt. Zwei Jahre hat der Finanzbeamte an der Erzählung geschrieben. In der Endfassung umfasst sie 146 Seiten und ist von der Bad Driburger Druckerei Egeling gedruckt worden. Den Kontakt zu der Druckerei hatte Frühlings Kollegin Mechthild Pott vermittelt, die auch die Zeichnung auf dem Buchcover, die ein Haus und den Krollbach zeigt, und weitere Zeichnungen im Inneren des Buches beisteuerte.

Intensive Recherchen

»Ich hoffe, dass es mir gelungen ist, die Zeit vor 150 Jahren historisch authentisch darzustellen. Ich habe diesbezüglich jedenfalls intensiv recherchiert und auch viel Kontakt zu Heinrich Fortmeier, dem Autor des Buches ›Hövelsenner Erinnerungen‹, gehabt«, berichtet Reinhard Frühling. Fortmeiers Buch habe ihn inspiriert: »So kann man den Ortsteil, der ja nahezu von der Landkarte verschwunden ist durch die Ausweitung des Truppenübungsplatzes, nochmal lebendig werden lassen.«

Nach und nach kristallisiert sich in Frühlings Buch heraus, wer der Vater des unehelichen Kindes der Hauptfigur ist. Freunde historischer Schilderungen werden voll auf ihre Kosten kommen, denn die Figuren in der Erzählung erleben viele noch heute bekannte traditionelle Feste. Sie reisen zum Beispiel in die Nachbarstadt Delbrück zur Kreuztracht am Karfreitag, und auch ein Besuch in Paderborn auf Libori darf in dem Roman nicht fehlen.

Der Fokus der Geschichte liegt aber auf Hövelhof und Hövelsenne. Schon damals besuchte man den Hövelmarkt, der noch heute das beliebteste Fest in der Sennegemeinde ist. Auch eine typische Hövelsenner Hochzeit, mit Hochzeitsbitter, wie es früher üblich war, schildert Reinhard Frühling in »Nah am Wasser« detailliert. Namen, die in dem Buch auftauchen, hat der Autor weitgehend verändert. »Manche Personen aber gab es wirklich, wie den Pastor Pollmeier, der in meiner Erzählung vorkommt«, sagt Frühling.

Aus erdachter Kurzerzählung wurde ganzes Buch

Als er vor zwei Jahren anfing, die Geschichte aufzuschreiben, war es gar nicht sein Plan, sie irgendwann als Buch herauszugeben: »Ich habe die ersten Seiten der selbst erdachten Erzählung im Rahmen der jährlichen Fahrt der Wanderabteilung des Hövelhofer Verkehrsvereins einfach mal vorgetragen. Die Zuhörer bekundeten großes Interesse und wollten wissen, die die Geschichte weitergeht«, erinnert er sich. Das animierte den Hövelhofer, seine Arbeit als Autor fortzusetzen. »Die erdachten Figuren begannen zu ›leben‹, auch der untergegangene Ortsteil Hövelsenne wurde dabei mit Leben erfüllt«, beschreibt Frühling, was beim Schreiben passierte.

Nun ist das Buch fertig und in Hövelhof für 9,90 Euro an einem ebenfalls historischen Ort erhältlich: In der Buchhandlung Voss, in der sich früher die Gaststätte Henkenkrug befand, die in »Nah am Wasser« auch eine Rolle spielt. »Die ersten Feedbacks sind sehr positiv, ein Leser hat mir sogar berichtet, dass er noch sieben weitere Exemplare zum Verschenken gekauft hat, nachdem er selbst das Buch gelesen hatte«, freut sich Reinhard Frühling. Und auch eine Fortsetzung der Erzählung hält er nicht für ausgeschlossen. Seine Figuren hätten noch das ein oder andere zu erleben...

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