In Hövelhof werden jetzt Elektromobile in der Zustellung eingesetzt »Stille Post« schont die Umwelt

Hövelhof (WB/mobl). In der Weihnachtszeit hat Udo Fischer mit der Zustellung von Paketen und Briefen reichlich zu tun. In Hövelhof heißt es seit wenigen Wochen dabei ganz neu »stille Post«. Erstmals setzt die Deutsche Post in der Sennegemeinde Elektromobile ein – das sei leiser und vor allem umweltfreundlicher, heißt es beim großen Logistikkonzern.

Zusteller Udo Fischer fährt eines von sechs Elektrofahrzeugen, die die Deutsche Post seit wenigen Wochen in Hövelhof im Einsatz hat. Einige Fahrzeugteile werden sogar in der Sennegemeinde produziert – bei »L&R Montagetechnik«.
Zusteller Udo Fischer fährt eines von sechs Elektrofahrzeugen, die die Deutsche Post seit wenigen Wochen in Hövelhof im Einsatz hat. Einige Fahrzeugteile werden sogar in der Sennegemeinde produziert – bei »L&R Montagetechnik«. Foto: Meike Oblau

Die Elektrofahrzeuge hat die Deutsche Post zusammen mit einem kleinen Start-Up-Unternehmen der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen, das der Konzern inzwischen komplett aufgekauft hat, selbst entwickelt, nachdem andere Automobilhersteller abgewunken hatten.

Zusteller Udo Fischer weiß, dass in den »Street Scootern« sogar Teile verbaut sind, die in Hövelhof produziert wurden: »Die Firma L&R Montagetechnik liefert Zubehör für das Fahrzeug«, sagt er. Aus dem ursprünglichen »Street Scooter« ist inzwischen sogar eine größere Variante entwickelt worden, der »Street Scooter L«. Mitarbeiter können jederzeit Verbesserungsvorschläge einreichen, wenn ihnen in der täglichen Arbeitspraxis etwas auffällt..

Street-Scooter

Mit dem Street Scooter hat die Deutsche Post DHL Group zusammen mit der Street-Scooter GmbH und der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) Aachen ein eigenes Elektroauto speziell für die Brief- und Paketzustellung entwickelt. Die maximale Reichweite des Fahrzeugs beträgt bis zu 80 Kilometer.

Udo Fischer arbeitet in Hövelhof als »Verbundzusteller«, das heißt, er liefert sowohl Briefe als auch Pakete aus. Unter anderem gehören auch die großen Indus­triegebiete wie der Schierbusch oder die Industriestraße zu seinem Zuständigkeitsgebiet.

Die Umstellung von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor hin zu Elek­tromobilen sieht er äußerst positiv, nachdem er das neue Fahrzeug jetzt seit einigen Wochen nutzt: »Früher bin ich mit einem T5 gefahren. Bei 350 bis 500 Stopps am Tag musste ich bestimmt 3000 Mal kuppeln. Das fällt dank der Automatik jetzt weg. Außerdem hat das neue Fahrzeug eine bequemere Lade- und Einstiegshöhe.« Das neue Auto sei damit nicht nur umweltfreundlicher, sondern, so Fischers Erfahrung, auch deutlich rückenschonender. Nach Feierabend werden die Autos in Hövelhof zum Aufladen an den Strom angeschlossen.

Die Deutsche Post DHL Group hat sich ein ehrgeiziges Ziel gesetzt, sagt Pressesprecher Rainer Ernzer: »Bis 2050 wollen wir unseren CO2-Ausstoß komplett auf Null zurückfahren.« Nach und nach soll nun der gesamte Fuhrpark umgestellt werden.

In der Vorweihnachtszeit verdoppelt sich übrigens auch in Hövelhof das Paketaufkommen im Vergleich zum Rest des Jahres nahezu. In der kommenden Woche erwartet Udo Fischer die arbeitsreichsten Tage des Jahres. Deutlich mehr als 100 Pakete liefert er pro Tag aus. »Neulich habe ich 22 Pakete, jedes 31,5 Kilo schwer, zu einem Empfänger in den ersten Stock getragen«, berichtet er. Besuche im Fitnessstudio seien da überflüssig.

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