Auch die Stadt Delbrück muss Stellung nehmen
Regionalplan stellt Weichen bis ins Jahr 2050

Delbrück -

Noch bis Ende März hat die Stadt Delbrück Gelegenheit, zum Entwurf des Regionalplanes – früher nannte er sich Gebietsentwicklungsplan/GEP – Stellung zu nehmen. Die Regionalplanung, langfristig ausgelegt auf einen Zeitraum bis etwa 2040, 2050, soll die künftigen Flächeninteressen regeln und die konkurrierenden Ansprüche unter- und gegeneinander abwägen. Diese Ziele haben noch keine unmittelbare Auswirkung auf die Bürger. Noch nicht.

Montag, 01.03.2021, 03:00 Uhr
Blick von der Stettiner Straße aus südlich des Boker Kanals in Richtung Nordwest: Hier sieht der Entwurf des Regionalplans mittel- bis langfristig eine weitere Siedlungspotenzialfläche. Beschlossen ist damit noch überhaupt nichts. Aufgezeigt wird damit ein raumplanerischer Rahmen. Foto: Jürgen Spies

In der jüngsten Sitzung des Bau- und Planungsausschusses des Rates der Stadt Delbrück stellte Markus Hückelheim, Leiter des Fachbereiches Bauen und Planen, unter anderem Eckdaten und anvisierte Leitlinien der landesplanerischen Raumordnung vor und stellte heraus: „Die Ziele sind von den Behörden des Bundes und des Landes, von den Gemeinden und Gemeindeverbänden sowie von öffentlichen Planungsträgern bei allen raumbedeutsamen Planungen und Maßnahmen zu beachten.“

Umfassend und komplex

Das gesamte Thema ist derart vielschichtig, umfassend und komplex, dass Sprecher der Delbrücker Ratsfraktionen die Zeit bis zur Abgabe der Stellungnahme in wenigen Wochen als äußerst knapp bemessen ansehen.

Hückelheim wies darauf hin, dass im laufenden Beteiligungsverfahren zum Entwurf der Neuaufstellung des Regionalplans die zuständige Bezirksregierung Detmold ein Onlineportal geschaffen hat, um der Öffentlichkeit Gelegenheit zu geben, Einblick zu nehmen, Lob und Kritik loszuwerden und sich somit einzubringen.

Auf Nachfrage aus den Reihen der Ratsfraktionen, wie das weitergehende Informationsbedürfnis der Menschen im Delbrücker Land gestillt werden könne, verwies Hückelheim auch auf die Möglichkeit, dass sich Bürger mit ihren Fragen an die Stadt beziehungsweise an die Ratsfraktionen wenden können und die Stadt diese Fragen dann bündelt und zurückspielt. Auch auf www.delbrueck.de seien Informationen zum Entwurf des Regionalplanes zu bekommen.

Nach Angaben des Fachbereichsleiters enthält der Entwurf des Regionalplans OWL insbesondere die Vorranggebiete für die zukünftigen Wohn-, Gewerbe-und Industriegebiete der Kommunen. „Ebenso wird die Nutzung der Rohstoffvorkommen gesteuert und wichtige Infrastrukturprojekte werden gesichert. Auch für den Freiraum und Umweltschutz werden Festlegungen getroffen. Der Regionalplan übernimmt gleichzeitig die Funktion des Landschaftsrahmenplans und des forstlichen Rahmenplans und legt ein flächendeckendes zusammenhängendes System von Schutzausweisungen fest. Er hat weiterhin die Aufgabe, Klimaschutz zu betreiben, einen regionalen Biotopverbund zu schaffen und die Kulturlandschaft sowie den Wald und wertvolle landwirtschaftliche Flächen zu erhalten“, so Hückelheim.

Gewerbe und Industrie

Beispielhaft nennt das WESTFÄLISCHE VOLKSBLATT einige besonders bedeutsame Aussagen aus dem Regionalplanentwurf aus Delbrücker Sicht: Bei den gewerblichen und industriellen Bereichen (kurz: GIB) wird der Stadt Delbrück im Planungszeitraum ein Bedarf an GIB-Flächen in einer Größe von 82 Hektar zugestanden. Ermittelt wurde diese Zahl unter anderem aus den entwickelten Gewerbe- und Industrieflächen der vergangenen Jahre, unter Berücksichtigung der prognostizierten Entwicklung der Stadt Delbrück (Delbrück wächst!) und des Kreises Paderborn.

Zu einigen Aussagen zu GIB-Flächen hat die Stadt Delbrück schon jetzt Änderungswünsche und Hinweise an die Bezirksregierung. Das betrifft – beispielsweise – Flächen in Westenholz. Markus Hückelheim dazu: „Im derzeit noch rechtskräftigen Regionalplan liegt ein GIB an der Grubebachstraße, dem im neuen Regionalplan zusätzliche Flächen zugestanden sind, die sich östlich der Grubebachstraße, nördlich des bestehenden Gewerbegebietes bis zum Grubebach sowie westlich der Straße Ottensdamm befinden. Entsprechend der bisherigen städtischen Zielsetzung ist eine Weiterentwicklung des Gewerbegebietes in westlicher Richtung nicht geplant. Die dort verorteten Flächen sollten in östlicher Richtung an die neuausgewiesenen Flächen im Bereich der Straße ,Im Kuhlen‘ vorgesehen werden.“

Siedlungsbereiche

Breiten Raum nehmen in der Gesamtplanung Aussagen zu allgemeinen Siedlungsbereichen (kurz: ASB) ein. Insgesamt werden der Stadt Delbrück im Planungszeitraum 137 Hektar ASB-Flächen zugestanden. Auch dazu hat die Stadtverwaltung bereits erste Aussagen getroffen.

Einige Beispiele: Die ehemalige Polstermöbelfabrik Gepade liegt nach dem Entwurf des Regionalplans OWL weiterhin im Freiraum. In diesem Bereich sieht die Stadt die Darstellung als ASB als zwingend erforderlich an, um in den nächsten Jahren die Option aufrechtzuerhalten, die Fläche im Rahmen eines Bauleitplanverfahrens zu überplanen und einer anderen Nutzung zuzuführen. Die Darstellung einer ASB-Fläche östlich der Anreppener Straße sieht die Stadt als nicht erforderlich an und wird unter räumlichen und städtebaulichen Aspekten folglich als ungeeignet angesehen.

Als sinnvoll sieht die Stadt dagegen die Aussage an, Flächen nördlich des Boker Kanals zwischen der Anreppener Straße und der Boker Straße als zusammenhängenden Siedlungsbereich für künftige Wohnbebauung anzusehen. Generell gilt zum jetzigen Zeitpunkt: Beschlossen ist noch gar nichts.

Weiter erwähnt die Stadt: „Zwischen Linnenstraße und Wassmansweg befindet sich im Entwurf des Regionalplans OWL eine etwa 3 Hektar große Lücke. Unter städtebaulichen und raumordnerischen Aspekten erscheint eine Lückenschließung in diesem Bereich geboten.“

Zum Thema Landwirtschaft heißt es seitens der Verwaltung unter anderem, im Regionalplanentwurf sei überwiegend ein guter Ausgleich der verschiedenen Interessen gelungen und besondere Rücksicht auf Belange der Landwirtschaft und des Naturschutzes gelegt worden.

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