Umbau und Sanierung des städtischen Gymnasiums Delbrück sowie Einrichtung eines Bürgerbildungszentrums
Zweistelliger Millionenbetrag erforderlich

Delbrück -

Die langwierige und aufgrund von massiven Bauschäden zudem komplizierte Entwurfsplanung zum Umbau, zur Erweiterung und insbesondere zur dringend notwendigen Sanierung der Gebäudeteile des städtischen Gymnasiums Delbrück ist auf der Zielgeraden angekommen.

Samstag, 05.12.2020, 22:14 Uhr aktualisiert: 06.12.2020, 22:26 Uhr
So sieht der Entwurf in einer Skizze aus: Durch die erforderliche Aufstockung des im 1. Bauabschnitt errichteten Gebäudeteils wird der bislang ziemlich uneinheitlich wirkende Baukörper zu einem harmonischen Ganzen ergänzt. Gleichzeitig wird durch die energetische Sanierung das Schmetterlingsdach auf dem 3. Bauabschnitt zurückgebaut und insgesamt ein extensiv begrüntes Flachdach erstellt, „das zu einem einheitlichen, zusammengehörenden Ensemble führt“, so die Planer. Planungsskizze: sbp-architekten Foto: Jürgen Spies

Das von der Stadt beauftragte Büro sbp-architekten (Bad Salzuflen) und der Fachbereich Bauen und Planen der Stadtverwaltung Delbrück werden in der Sitzung des Umwelt-, Bau- und Planungsausschusses am Donnerstag, 10. Dezember, (18 Uhr; Stadthalle) das Maßnahmenbündel, das auch die Schaffung eines offenen Kultur- und Bildungsraums umfasst (Bürgerbildungszentrum; Bestandteil des ISEK) vorlegen und erläutern. In der am 15. Dezember folgenden Ratssitzung soll schließlich der Grundlagenbeschluss zur Realisierung erfolgen.

Nach Angaben von Fachbereichsleiter Markus Hückelheim in der Sitzungsvorlage geht die Kostenberechnung der umfassenden Sanierung samt Einrichtung des Bürgerbildungszentrums von Investitionen in Höhe von etwa 13,2 Millionen Euro aus – Stand 2020. Ausgehend von einer Gesamtbauzeit von etwa vier Jahren ab 2021 sind im ungünstigsten Fall Preissteigerungen zu berücksichtigen, die zu Gesamtkosten von rund 14,7 Millionen Euro führen könnten.

Der förderfähigen Kostenanteil läge bei etwa 5,8 Millionen Euro, die zu 50 Prozent, also zu ungefähr 2,9 Millionen Euro Förderung führen würden.

Das Gymnasium besteht bekanntlich aus drei Baukörpern, die in fünf Bauabschnitten in den Jahren 1974, 1977, 1983, 2003 und 2006 entstanden sind. Diese sind durch eine unübersichtliche Anordnung beziehungsweise Kombination von Eingängen, Fluren, Rampen, Treppenanlagen und Treppenhäusern sowie einer offenen Verbindungsbrücke zu einem Schulkomplex verbunden.

Hückelheim: „Die Defizite des Gebäudes liegen zum einen in der energetisch schlechten Gebäudehülle. Die Wärmedämmwerte der vorhandenen Bauteile entsprechen bei Weitem nicht dem Stand der aktuellen Energieeinsparverordnung. Zum anderen wurde der Brandschutz über die Jahre vernachlässigt und entspricht nicht den aktuellen Vorgaben für eine Schulnutzung. Auch zeigen die Beleuchtung als auch der sommerliche Wärmeschutz erhebliche Mängel auf und entsprechen nicht mehr den Ansprüchen an ein heutiges Schulgebäude.“

Diese Auflistung zeigt „nur“ die wesentlichen Schäden und Mängel auf! Wie berichtet, führt die in Teilen marode Bausubstanz zu einem ganzen Sammelsurium sehr vieler, teils auch gravierender Missstände.

 

Teilansicht des Gymnasiums, hier die Westseite. Unter anderem soll dort ein neuer überdachter Verbindungsgang entstehen.

Teilansicht des Gymnasiums, hier die Westseite. Unter anderem soll dort ein neuer überdachter Verbindungsgang entstehen. Foto: Jürgen Spies

Hinsichtlich der Schaffung eines innerstädtischen Bildungszentrums mit demnächst neuem attraktiven und einheitlichen Aussehen stellt das Büro sbp fest: „Das Ziel der Stadt Delbrück im Zuge der Erarbeitung des Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzeptes (ISEK) lag auch auf der Weiterentwicklung und Förderung von Bildungslandschaften und Schulen mit einer gleichzeitigen Quartiersfunktion. Um dieser Bildungslandschaft einen konkreten Raum zu geben, ist hierfür der Standort des städtischen Gymnasiums, als geeignet identifiziert worden.“

Struktur, Lage und Erreichbarkeit in der Stadt, die Grundrisse sowie die Möglichkeiten, das Gebäude für verschiedene Nutzungsansprüche (für ausschließliche Schulnutzung, aber auch für eine eine multifunktionale/öffentliche Nutzung) herzurichten, wird jedenfalls als gut angesehen.

Zu den Aufgaben des Büros sbp zählte nun, das vorhandene Schulgebäude in einen barrierefreien, offenen Kultur- und Bildungsraum umzuwandeln und die Struktur des Gymnasiums wieder dem G9-Abitur anzupassen. Weiterhin ist eine Raumprogrammüberprüfung (für eine 4-Zügigkeit) erfolgt, die mit dem Ergebnis abschließt, dass Verwaltungs- und Klassenräume fehlen.

Durch die Umstrukturierung sollen künftig alle Ebenen des Bestandsgebäudes und auch der neu angebaute Bereich über seine Außenzugänge barrierefrei erschlossen werden. Im Inneren werden die Baukörper über eine neue Verbindung im Erdgeschoss barrierefrei verbunden. Innerhalb der Baukörper sind die Geschosse laut Planung über einen Aufzug zu erreichen.

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