Klimakommission würdigt inspirierende und nachahmenswerte Initiativen und Projekte
Delbrücker Nachhaltigkeitspreise verliehen

Delbrück -

Erstmalig hat die Delbrücker Klimakommission in diesem Jahr einen Nachhaltigkeitspreis verliehen. Gesucht wurden inspirierende und nachahmenswerte Initiativen und Projekte, die das Klima und die Umwelt schützen.

Donnerstag, 03.12.2020, 01:36 Uhr aktualisiert: 03.12.2020, 13:40 Uhr
An der Grundschule Ostenland gibt es einen Klimapass. Die Jury überzeugte dieses Projekt. Die Schulsprecher Angelina und Paul sowie Schulleiterin Alexandra Micheln präsentieren den Klimapass. Das Foto entstand bereits im Oktober. Foto: Stadt Delbrück

Eine siebenköpfige Jury, die sich aus Mitgliedern der Klimakommission zusammensetzte, entschied über die Vergabe des Preises. Eingegangen waren zwölf Bewerbungen, von denen allerdings eine Bewerbung die Teilnahmebedingungen nicht erfüllte.

Zu den drei Siegern zählen das Nachbarschaftsprojekt „Wärmenetz auf der Bache“, der Klimapass der Grundschule Ostenland sowie das Nachhaltigkeitskonzept der Eisdiele Badip.

Wärmenetz auf der Bache

Die Idee für das Nachbarschaftsprojekt „Wärmenetz auf der Bache“ in Ostenland wurde 2013 geboren und in kurzer Zeit – aus Eigeninitiative und mit eigenen Mitteln – erfolgreich umgesetzt. Über eine Hackschnitzelanlage werden mittlerweile 14 angeschlossene Haushalte mit Wärme versorgt. Im Vergleich zu den alten Heizungsanlagen werden etwa 140 Tonnen CO2 jährlich gespart. Den Anwohnern, die vorher mehrheitlich mit Öl geheizt hatten (ein Gasnetz ist nicht vorhanden), bietet das Nahwärmenetz eine zukunftsfähige und finanziell attraktive Alternative.

Betreiber des Netzes ist der Investor Hubert Relard. Die Projektierung und Projektleitung lag bei Dipl.-Ing. Dipl.-Wirt-Ing. Daniel Rohring. Die Firma Hans Georg Merschmann realisierte das Wärmenetz mit einer eigens entwickelten Wärmeübergabestation.

Die Jury beeindruckten das vorbildliche bürgerliche Engagement und die Professionalität der Umsetzung.

Eine weitere Ostenländer Idee schaffte es auf das Siegertreppchen. Die Grundschule Ostenland wurde von der Klimakommission für die Einführung ihres „Klimapasses“ ausgezeichnet.

Mike Süggeler (Vorsitzender der Klimakommission) beglückwünscht Daniel Rohring (Projektleiter „Wärmenetz auf der Bache“).

Mike Süggeler (Vorsitzender der Klimakommission) beglückwünscht Daniel Rohring (Projektleiter „Wärmenetz auf der Bache“).

Klimapass

Jedes Kind der Grundschule Ostenland bekommt einen eigenen Klimapass, mit dem während des ganzen Schuljahres Punkte für klimafreundliches Verhalten gesammelt werden (Mobilität, Ernährung, Energie, Konsum). Die fleißigsten Punktesammler werden Ende des Jahres vom Schülerparlament ausgezeichnet. Das Projekt ist eine Weiterentwicklung der Aktion „Kleine Klimaschützer unterwegs“, an der die Schule schon zum zweiten Jahr in Folge teilgenommen hat.

Entwickelt wurde der Klimapass vom Schülerparlament des Schuljahres 2019/2020 unter der Leitung des Lehrers Thomas Mangel. Federführend für Konzeption und Gestaltung waren die Schülersprecher Simon, Sarah und Johanna.

Das jetzige Schülerparlament 2020/2021 setzt die Konzeption um. Die Jury überzeugte, dass das Projekt von den Jungen und Mädchen selbst ausgewählt, entwickelt und umgesetzt wurde beziehungsweise wird. Es handelt sich um ein niederschwelliges Projekt, das sehr leicht von anderen nachgeahmt werden kann.

Dritter Sieger ist die Eisdiele Badip in Delbrück. Regionalität, Müll- und Energieeinsparung sind für die Unternehmer Ann-Christin und Isso Dag ein großes Anliegen. Das Eis wird mit vorrangig mit regionalen Zutaten, wie beispielsweise Milch vom Bauernhof Sander in Delbrück, hergestellt.

Bald auch essbare Löffel

Innerbetrieblich werden durch die Verwendung von Mehrweg- und verpackungsfreien Lösungen sowie modernster Energietechnik, wo immer möglich, konsequent Müll und Energie eingespart. Für den Außerhausverkauf werden Verpackungen aus Maisstärke verwendet. Da auch diese unter dem Umweltaspekt noch verbesserungswürdig sind, soll im nächsten Jahr unter anderem auf essbare Löffel umgestellt werden. „Das Engagement könnte auch anderen Delbrücker Gastronomieunternehmen zum Vorbild dienen“, so die Jury.

Alle Sieger wurden mit je 350 Euro ausgezeichnet. Über Anerkennungspreise im Wert von je 100 Euro durften sich freuen: die Gesamtschule Delbrück für das Projekt „verpackungsfreie Frühstückspause“, der Stadtverband für Heimatpflege für das Sozialkaufhaus mit dem neuen Projekt „Umweltwerkstatt – aus Alt macht Neu“, die Initiative „Delbrücker Füllhorn“ für den Einsatz gegen Lebensmittelverschwendung sowie Astrid Holzapel für Bauernhoferlebnispädagogik im Bereich „Alte Nutztierhaltung“.

Alle anderen Bewerberinnen und Bewerber, deren Projekte die Teilnahmebedingungen erfüllten, erhielten als Dank für die Teilnahme einen Gutschein der Delbrücker Marketinggemeinschaft (Demag) im Wert von 20 Euro.

Die Klimakommission möchte den Delbrücker Nachhaltigkeitspreis in Zukunft jährlich ausloben. Informationen und Ansprechpartner zu den Siegerprojekten aus den jeweiligen Jahren werden auf der Webseite der Stadt Delbrück zur Verfügung gestellt.

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