E-Mobilität: Voltabox stellt neues Verfahren in der Batteriefertigung vor
Leichter und kostengünstiger

Delbrück -

Der Batterie-Spezialist Voltabox, ein Tochterunternehmen des Autozulieferers Paragon mit Sitz in Delbrück (Kreis Paderborn), hat am Dienstag ein neues Technikkonzept für die Herstellung von Lithium-Ionen-Batterien bekannt gegeben.

Mittwoch, 02.12.2020, 07:40 Uhr aktualisiert: 02.12.2020, 09:10 Uhr
Symbolbild. Foto: Jörn Hannemann

Voltabox selbst spricht von einem Entwicklungssprung für die gesamte Batterieindustrie. Die für die Elektromobilität so wichtigen Batterien würden würden nicht nur leichter, sie seien auch mit weniger Materialeinsatz zu bauen. Ferner könnte man sie besser an die räumlichen Erfordernisse in einer Karosserie anpassen.

In dem Produktionsverfahren ersetzten Werkstoffe auf granularer (körniger) Ausgangsbasis die üblichen Metall- und Kunststoffgehäuse von Modulen und Systemen, heißt es. Das Verfahren nennt das Unternehmen „Voltabox-Flow-Shape-Design (R) (FSD).“

Der Konzern will die geschützte Technologie ausgewählten Märkten auch in Form von Lizenzen zur Verfügung stellen. Mit dem Konzept stoße Voltabox „eine Revolution in der Lithium-Ionen-Batterieindustrie an“, sagte Vorstandschef Jürgen Pampel. „Möglich war dies nur, weil wir die bestehenden technischen Annahmen in der Batterieauslegung komplett in Frage gestellt haben. So konnten wir die Voraussetzungen dafür schaffen, dass Batterien zukünftig signifikant leichter, flexibler und kostengünstiger hergestellt werden können.“

Wesentliches Merkmal des Technikkonzepts sei der Einsatz von sich verfestigenden Materialien, die auch beispielsweise in der Luftfahrt zur Anwendung kommen. Die Nutzung solcher Materialien ermöglicht es, Hochleistungsbatterien sehr kostengünstig in nahezu jeder denkbaren Freiform zu produzieren. „Die Batteriegehäuse der Zukunft müssen nicht mehr aus verhältnismäßig schweren verschraubten oder zu verschweißenden Metallteilen bestehen, heißt es. Genau das sei bislang als essenziell für die Robustheit der Akkumulatoren angesehen worden. Voltabox misst der Technik das Potenzial bei, deutliche Auswirkungen für die gesamte Industrie zu entfalten. Mit der Markteinführung von Voltabox-Flow-Shape-Design im Sommer 2021 ergänzt der Konzern sein Geschäftsmodell daher um die Vergabe von Lizenzen. Zu diesem Zweck sind mehrere Patente eingereicht und bereits Gebrauchsmuster und Markenrechte geschützt worden.

Voltabox unterhält Produktionsstätten am Unternehmenssitz in Delbrück (Deutschland), in Austin (Texas, USA) und in Kunshan (China). Die Konzernmutter mit Paragon-Chef Dieter Frers an der Spitze plant bereits seit längerem den Verkauf von Voltabox.

Paragon hält rund 60 Prozent an Voltabox. Bei der aktuellen Marktkapitalisierung von Voltabox von gut 78 Millionen Euro hat dieses Aktienpaket einen Wert von etwa 47 Millionen Euro. Zuletzt hatte Frers gesagt, man befinde sich mit mehreren Interessenten in Gesprächen. Diese zögen sich jedoch wegen der Corona-Beschränkungen länger hin.

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