Gemeinschaftssitzung abgesagt – keine Prinzenproklamationen im Delbrücker Land
Stadtverband legt einheitliche Linie fest

Delbrück (WB). Zum Start in die neue Session sollte am Samstag, 14. November, unter den bis vor wenigen Tagen geltenden Schutzbestimmungen das 25-jährige Bestehen des Stadtverbandes Delbrücker Karnevalisten (SDK) in der Stadthalle gefeiert werden. Doch Corona macht den Jecken nun auch dabei einen gehörigen Strich durch die Rechnung.

Donnerstag, 05.11.2020, 02:00 Uhr aktualisiert: 05.11.2020, 17:56 Uhr
Alle fünf Jahre tritt die Stadtgarde mit Gardetänzerinnen aus allen Delbrücker Ortsteilen bei der Gemeinschaftssitzung auf. Auch zum geplanten 25-jährigen Bestehen des Stadtverbandes Delbrücker Karnevalisten wären die Tänzerinnen auf der Stadthallenbühne dabei gewesen. Die Gemeinschaftssitzung soll im kommenden Jahr nachgeholt werden. Foto: Axel Langer

„Wir werden das Jubiläum um ein Jahr verschieben und hoffen darauf, am 13. November 2021 einen stimmungsvollen Auftakt feiern zu können“, so der Geschäftsführer des SDK, Dirk Kuhlmann.

Am 1. September 1995 wurde in der Gaststätte Pamme in Boke von 41 Gründungsmitgliedern der Stadtverband Delbrücker Karnevalisten aus der Taufe gehoben. Alle Karnevalsvereine der zehn Delbrücker Ortsteile sowie der Löschzug Ostenland der Freiwilligen Feuerwehr sind Mitglied in dem Dachverband.

Sitzungspräsident bei der ersten SDK-Sitzung am 23. November 1996 in der Delbrücker Stadthalle war Manfred Simon, der zugleich SDK-Ideengeber war. Zum Konzept der Stadtverbandssitzung gehört seit der Premiere, dass jeder Ortsteil einen Programmpunkt beisteuert.

Bis 2007 stand Manfred Simon als Präsident an der Spitze des Verbandes. Anschließend übernahm Markus Bunte bis 2013 und gab das Präsidentenamt dann an Norbert Stüker weiter.

Neben der Moderation der Gemeinschaftssitzung und deren Vorbereitung gehört die Organisation von Frühjahrs- und Herbstversammlungen der Mitgliedsvereine sowie viel Organisatorisches zu den Aufgaben des Präsidenten. Dabei wird der Präsident unter anderem durch die Geschäftsführer unterstützt. Dies waren von 1995 bis 2007 Markus Bunte, von 2007 bis 2013 Uli Köthemann und seit 2013 Dirk Kuhlmann.

Lenkten in den ersten 25 Jahren seiner Existenz die Geschicke des Stadtverbandes Delbrücker Karnevalisten (von links): Norbert Stüker (Präsident seit 2013), Dirk Kuhlmann (Geschäftsführer seit 2013), Markus Bunte (Geschäftsführer von 1995 bis 2007 und Präsident von 2007 bis 2013), Manfred Simon (Präsident von 1995 bis 2007) sowie Uli Köthemann (Geschäftsführer von 2007 bis 2013).

Lenkten in den ersten 25 Jahren seiner Existenz die Geschicke des Stadtverbandes Delbrücker Karnevalisten (von links): Norbert Stüker (Präsident seit 2013), Dirk Kuhlmann (Geschäftsführer seit 2013), Markus Bunte (Geschäftsführer von 1995 bis 2007 und Präsident von 2007 bis 2013), Manfred Simon (Präsident von 1995 bis 2007) sowie Uli Köthemann (Geschäftsführer von 2007 bis 2013). Foto: Axel Langer

In regelmäßigen Abständen steht die Stadtgarde mit Gardetänzerinnen aus allen Ortsteilen auf der Karnevalsbühne des Stadtverbandes. In diesem Jahr wären die jungen Damen zum Jubiläum natürlich auch dabei gewesen.

Die Gemeinschaftssitzung wird von Beginn an durch den Musikverein „Cäcilia“ aus Ostenland mit stimmungsvoller Livemusik begleitet. Fester Bestandteil der Stadtverbandssitzung ist außerdem ein eigenes Bühnenbild, das zuletzt 2011/12 erneuert wurde. Seitdem schweben die Wappen der zehn Karnevalsvereine sowie der Feuerwehr aus Ostenland über der Bühne in der Stadthalle. Alles unter einer Narrenkappe, sozusagen. Im Jahr 2019 wurde ebenfalls in Eigenleistung ein neuer Elferratstisch gebaut.

Doch die Gemeinschaftssitzung des Stadtverbandsverbandes ist nicht die einzige Karnevalssitzung im Delbrücker Land, die der Coronasituation zum Opfer fällt. Auch der Karnevalsverein „Eintracht“ aus Delbrück hatte bei seiner jüngsten Generalversammlung bekannt gegeben, in der bevorstehenden Session auf Großveranstaltungen in Hallen, den Rosenmontagszug sowie den Kinderzug verzichten zu wollen.

„Auf der jüngsten Versammlung des Stadtverbandes haben sich Vertreter aller Karnevalsvereine des Delbrücker Landes auf dieses Vorgehen im Falle einer erneuten Zunahme von Coronafällen geeinigt. Diese Situation ist nun leider eingetreten“, berichtet Dirk Kuhlmann.

Die Karnevalisten im Delbrücker Land haben für den Fall der Fälle beschlossen, in allen Ortsteilen auf große Saalveranstaltungen für die kommende Session zu verzichten und auch keine neuen Tollitäten zu proklamieren. „Wir wollten gerne einen einheitlichen Umgang mit der Corona-Situation im ganzen Delbrücker Land erreichen“, berichtet Dirk Kuhlmann, der wie alle Jecken zwischen Lippe und Ems auf einen karnevalistischen Neustart im November kommenden Jahres hofft.

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