Waldemar Nowak aus Westenholz hat sich auf Bonsais spezialisiert
Das große kleine Gartenparadies

Delbrück-Westenholz (WB). Der Garten der Familie Nowak in Westenholz ist vergleichsweise klein – und dennoch stehen dort Mammutbäume und mehr als zwei Dutzend anderer Gehölze. Bonsai, die fernöstliche Gartenkunst, bei der Sträucher und Bäume zumeist in kleinen Gefäßen zur Wuchs­begrenzung gezogen und ästhetisch durchgeformt werden, macht’s möglich. Waldemar Nowak hat sich hobbymäßig über Jahre hinweg intensiv mit der Bonsaikunst befasst und sich daheim ein großes und zugleich kleines Paradies geschaffen.

Samstag, 31.10.2020, 05:50 Uhr aktualisiert: 31.10.2020, 14:54 Uhr
Blick in den Bonsaigarten der Familie Nowak. Die meisten der Bäume und Büsche gedeihen in flachen Schalen, außerdem setzt der Westenholzer die Bonsais gern in bizarre Steine oder alte Baumstümpfe, die er an Waldrändern sucht. Nowaks Ehefrau Irene teilt das Hobby ihres Mannes. „Ich würde mir aber ein paar Blühpflanzen mehr in unserem Garten wünschen“, sagt sie schmunzelnd. Foto: Jürgen Spies

Zu Beginn seiner Leidenschaft hatte Nowak vor vielen Jahren mal ein Bonsaibäumchen gekauft, „einfach so, weil sie mir gefallen“, berichtet der gelernte Handwerker. Die Faszination an dieser „Landschaft in der Schale“ – so die Übersetzung des Begriffs Bonsai – hat ihn nie wieder losgelassen.

In Kursen in Enger und in Ascheberg hat er sich bei Fachleuten weiteres Wissen dazu angeeignet. „Außerdem lernt man ja bei der Pflege und beim Beschnitt der selbst veredelten Pflanzen daheim immer noch etwas dazu“, berichtet Nowak, dem die zeitaufwendige Pflege noch nie zur Last geworden ist, denn: Was man gern macht, macht man in aller Regel auch gut.

Das älteste Bonsaibäumchen im Garten an der Max-Planck-Straße ist 46 Jahre alt. Die kleinen chinesischen Wacholderbüsche dort zählen immerhin schon 36 Lenze. Die drei gekauften Mammutbäume stehen in einer Schale, sind deutlich jünger und kaum größer als eine Limonadenflasche.

Die hier gezeigte Bonsai-Muschelzypresse wächst in einem bizarren Tuffstein. Kevin Nowak (25) teilt mit seinem Vater Waldemar übrigens längst die Lust an der Bonsaikultivierung.

Die hier gezeigte Bonsai-Muschelzypresse wächst in einem bizarren Tuffstein. Kevin Nowak (25) teilt mit seinem Vater Waldemar übrigens längst die Lust an der Bonsaikultivierung. Foto: Jürgen Spies

Besondere Freude macht es Waldemar Nowak, eigene Bonsai-Kreationen zu erschaffen. Das geht problemlos auch mit ganz einfachen Büschen, beispielsweise mit Forsythien oder Boden­deckern wie etwa Zwergmispeln. „Man muss natürlich die nötige Geduld haben“, weiß der Familienvater, worauf es unter anderem ankommt. Ein weiterer Vorteil der Eigenzuchten: Sie sind preiswert. Generell gilt: Kleinblättrige Baumarten und Nadelbäume eignen sich besonders für die Bonsai-Kunst.

Wer lange und dauerhaft schöne Bonsais haben möchte, muss allerdings einige elementar wichtige Pflegehinweise beachten. Da die klein gehaltenen Bäume und Büsche meistens in flachen Schalen gehalten werden, darf die Bonsaierde weder ganz austrocknen noch zu feucht sein. Auf jeden Fall muss Wasser abfließen können. Staunässe vertragen Bonsais nicht. Außerdem brauchen Bonsais viel Licht.

Fingerspitzengefühl ist ebenfalls erforderlich, nämlich beim Schneiden und Stutzen der Zweige, Ästchen und Blätter mit speziellen Scheren und mit dem Ziel, die Wuchsform eines alten, wettergegerbten Baums in Miniaturausführung hinzubekommen „Außerdem kommt es darauf an, ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Kronengröße und Pflanzschale herzustellen“, erzählt Waldemar Nowak weiter. Nicht zuletzt fördert die enge Schale den gedrungenen Wuchs und die Kleinblättrigkeit.

Waldemar Nowak stutzt einen kleinen Nadelbaum und bringt ihn im Laufe der Zeit in die gewünschte Form und Größe. Wer sich mit Bonsais beschäftigen möchte, braucht Geduld und Geschick.

Waldemar Nowak stutzt einen kleinen Nadelbaum und bringt ihn im Laufe der Zeit in die gewünschte Form und Größe. Wer sich mit Bonsais beschäftigen möchte, braucht Geduld und Geschick. Foto: Jürgen Spies

Ein gutes Händchen hat der Bonsaifreund bei den Verdrahtungen mit stark biegsamen Drähten unterschiedlicher Stärke zur weiteren Formgebung und zur Stütze der Miniaturbäume. Nach und nach müssen die Aludrähte natürlich wieder behutsam entfernt beziehungsweise ausgetauscht werden. Die Pflanzen sollen ja kein regelrechtes Korsett verpasst bekommen.

Zu den weiteren unerlässlichen Pflegeschritten gehört das Umtopfen. Nowak hat so viel Erfahrung, dass er ziemlich genau weiß, wann welches Bonsaibäumchen so viele Wurzeln gebildet hat, dass in der Schale kaum noch Platz ist und letztlich der Wurzelballen verdichtet und die Pflanze Gefahr läuft, nicht mehr ausreichend versorgt zu werden. „Wurzel­beschnitt beim Umtopfen gehört fast immer dazu“, erzählt der Fachmann, der sich zudem intensiv um seine Pre-Bonsais kümmert. „Das sind alle Pflanzen, die sich noch in der Entwicklung zu einem reifen Bonsai befinden”, so Nowak.

In den Abendstunden lässt sich der ganze Bonsaigarten übrigens illuminieren. Da steckt viel Elek­trik drin. Klar, dass der Bonsaifan auch hier wieder selbst Hand angelegt hat

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