Mitarbeiter des Jugenddorfes in Delbrück absolvieren Fortbildung zum Thema Drogen
„Hier ist nicht nur heile Welt“

Delbrück (WB). „Wer glaubt, Drogen seien nur ein Problem in Großstädten wie Berlin oder Köln, der irrt“, sagt Klaus Lanwehr, Leiter des Delbrücker Kinder- und Jugenddorfes. Um das Thema mehr im Fokus zu haben, haben seine Mitarbeiter kürzlich eine Fortbildung absolviert.

Sonntag, 25.10.2020, 22:00 Uhr aktualisiert: 25.10.2020, 22:30 Uhr
Klaus Lanwehr leitet seit dem Frühjahr das Kinder- und Jugenddorf in Delbrück. Seine Mitarbeiter haben eine Fortbildung zum Thema Drogen absolviert. Foto: Meike Oblau

„Auch hier in Delbrück ist nicht nur heile Welt“, weiß Klaus Lanwehr, der im Frühjahr die Leitung der Jugendhilfeeinrichtung an der Lohmannstraße übernommen hat. 69 Mitarbeiter betreuen hier 62 Kinder und Jugendliche, die aus unterschiedlichen Gründen zumindest eine Zeit lang nicht mehr in ihren Familien leben können.

„Den Ausschlag für die Fortbildung hat eigentlich ein Erlebnis eines unserer Bewohner gegeben. Der wurde direkt vor unserer Einrichtung von einem Unbekannten angesprochen: Man könne hier auf dem Gelände doch Drogen kaufen“, erinnert sich Klaus Lanwehr, „unser Bewohner war von dieser Behauptung ganz schockiert, sie entspricht natürlich auch absolut nicht der Wahrheit. Ich habe mir dann Gedanken darüber gemacht, wie wir das Thema Drogen noch mehr als bisher aufgreifen können.“

Auch die Jugendlichen ins Boot holen

Er wisse aus Gesprächen, dass es auch an den weiterführenden Schulen immer wieder Diskussionen zu dieser Problematik gebe, und habe seine Kollegen daher auf den neuesten Stand bringen wollen.

Die Fortbildung haben seine Mitarbeiter nun erst einmal mit Kollegen einer befreundeten Einrichtung unter Federführung eines Experten des Caritasverbandes absolviert. Aber Lanwehr will nicht nur seine Mitarbeiter schulen, er will auch die Jugendlichen, die in seiner Einrichtung leben, mit ins Boot holen. „Wir werden sicherlich in nächster Zeit das ein oder andere, was die Kollegen in der Weiterbildung gelernt haben, auch mit unseren Jugendlichen weiter erarbeiten. Für dieses Thema kann man schließlich gar nicht oft genug sensibilisieren“, sagt der Einrichtungsleiter.

Perspektivisch, sagt Klaus Lanwehr, könne er sich auch vorstellen, das Thema in größerer Runde zu debattieren, zumindest, sobald es Corona wieder zulasse: „Wir möchten das hier gar nicht in unserer Einrichtung isoliert betrachten. Im Idealfall können wir Kollegen und Jugendliche aus Delbrück dazu holen, zum Beispiel Vertreter der Schulen oder der Stadtverwaltung.“

Zudem sei auch denkbar, dass die Bewohner seiner Einrichtung dazu etwa ein Theaterstück einstudieren oder eine Ausstellung konzipieren.

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