Thielemeyer aus Westenholz ist im Segment der Massivholzmöbel Marktführer in Deutschland
Sonderanfertigungen sind Normalfall

Delbrück-Westenholz (WB). Vier volle Wochen lang war im April die Produktion bei Thielemeyer in Westenholz coronabedingt geschlossen, auch in der Verwaltung des Westenholzer Traditionsunternehmens wurde nicht mehr gearbeitet. Wochenlang geschlossen waren bekanntlich auch die Einrichtungshäuser zwischen Flensburg und Berchtesgaden. In diesen Wochen haben offenbar viele Verbraucher überlegt, sich nach Wiedereröffnung der Verkaufsstätten neue Möbel zuzulegen. Und das spüren die Möbelproduzenten und der Möbelhandel aktuell überaus deutlich.

Dienstag, 22.09.2020, 09:58 Uhr aktualisiert: 22.09.2020, 10:08 Uhr
Ulf Thielemeyer und Bernd Thielemeyer (v.l.) zeigen aktuell im firmeneigenen Messezentrum Schlafraummöbel aus Massivholz sowie Massivholz-Badraumsysteme in großer Systemvielfalt. Wunschmaße und Sonderanfertigungen zählen ohnehin zu den Stärken des Herstellers hochwertiger Möbel. Auch wenn es um nützliche Features geht, setzt Thielemeyer in der Branche Maßstäbe. Foto: Jörn Hannemann

„Wir fahren unsere Produktion seitdem werktäglich mit einer Stunde zusätzlich”, berichteten die beiden Geschäftsführer des Unternehmens, Bernd Thielemeyer und Ulf Thielemeyer, am Montag anlässlich der Hausmesse zur aktuellen Möbelmeile. „Dass die Leute derzeit in derart großer Anzahl in die Möbelhäuser strömen, war zumindest in dieser Größenordnung nicht vorauszusehen. Uns als Hersteller freut das natürlich”, ergänzte Bernd Thielemeyer.

Möbelmeile-Geschäftsführer Michael Laukötter vermutet, dass es dafür Hauptgründe gibt: „Der Stellenwert, ein schönes Zuhause mit wertigen Möbeln zu haben, ist gestiegen. Und viele Familien haben in diesem Jahr auf Urlaubsreisen verzichten müssen, die Ausgaben für die Reise waren jedoch eingeplant. Diese Beträge werden jetzt oft beim Kauf neuer Möbel ausgegeben.” Die gesamte Branche profitiere im Moment davon.

Wie lange dieser Boom anhalten wird, „weiß jedoch niemand”, tritt Bernd Thielemeyer vernunfts­gesteuert ein wenig auf die Euphoriebremse. Der Hersteller hochwertiger Massivholzmöbel hat derzeit jedenfalls gut zu tun.

Zwangspause bereits aufgeholt

Bis zum Lockdown hatte sich das erste Quartal 2020 schon gut entwickelt. Dann kam die vierwöchige Produktionspause. Nach Wiederaufnahme der Produktion galt es, zunächst den guten Auftragsbestand abzuarbeiten, wenig später kamen schon die ersten neuen Aufträge ins Haus. Bereits jetzt, Mitte September, sind die vier Wochen Zwangspause aus dem April aufgeholt.

Völlig unabhängig von der Corona-Zeit stellen Bernd Thielemeyer und sein Cousin Ulf Thielemeyer fest, „dass mittlerweile jede dritte Kommission bei uns eine Sonderanfertigung ist.” Trend: weiter steigend. Wer sich für Massivholz in Verbindung mit anderen hochwertigen Materialien, für langfristigen Gebrauchswert und unverwechselbares Design entscheidet, kauft eben höchst selten Möbel „von der Stange”, sondern nutzt im gehobenen Preissegment die verblüffend vielen Möglichkeiten, die die Modellreihen und praktisch jedes einzelne Möbelstück bieten.

Anlässlich der Hausmesse gestaltet Thielemeyer alljährlich sein Ausstellungszentrum an der Westenholzer Straße um. Gezeigt werden auch diesmal mehrere neue Massivholz-Schlafzimmer-Modellreihen sowie die umfangreiche Weiterentwicklung eines stark nachgefragten Modells mit vielen neuen Features. Gefragt sind mehr denn je Schlafraummöbel aus Eiche. Buche, einst ein Renner, ist inzwischen völlig out. Esche, mal elegant-puristisch, mal „wild”-strukturiert, dagegen läuft bei Thielemeyer nach wie vor gut.

„Stimmig und homogen“

Eichenholz bezieht das Westenholzer Unternehmen von sechs verschiedenen Lieferanten aus mehreren Ländern. Verbraucher mögen es heutzutage, dass die Massivhölzer und die Oberflächen besonders lebendig wirken, Struktur haben, dass durch eingeschlossene Äste oder Risse jede einzelne Tür ein Unikat ist. „Dennoch muss das Gesamtbild stimmig und homogen wirken”, erläuterte Bernd Thielemeyer.

In einer der neuen Linien treffen Massivholz und Metall aufein­ander. Pulverbeschichtete Aluteile und dezenter Glimmerlook sollen künftig im Schlafzimmer ebenso optische Akzente setzen wie Schränke in einem Materialmix mit dunklem Colorglas, zumeist im Mattlook.

Sehr gut angelaufen sind nach Angaben von Ulf Thielemeyer die im Vorjahr vorgestellten Massivholz-Badraumsysteme, die nun teilweise noch durch eine Reihe pfiffiger Details ergänzt wurden, etwa durch Schiebespiegel und weitere akzentuierte Beleuchtung. „Auch jetzt nach gerade mal zwei Messetagen kann man schon sagen: Das kommt bei den Einkaufsverbänden und Einkäufern richtig gut an”, so Ulf Thielemeyer.

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