In Westenholz entsteht ein Ärztehaus mit mehreren Praxen und Mietwohnungen
Stärkung der dörflichen Infrastruktur

Westenholz (WB/al). Dass es in eher ländlich geprägten Regionen zunehmend schwieriger geworden ist, Ärzte und somit Arztpraxen mit Blick in die Zukunft zu halten oder dass gar neue Praxen in Dörfern entstehen, ist längst ein Problem. In Delbrück-Westenholz (etwa 4050 Einwohner) gibt es diesbezüglich jedoch aktuell gute Nachrichten.

Samstag, 19.09.2020, 04:00 Uhr
Stellten das Neubau-Projekt „Ärztehaus Westenholz“ anlässlich des Grundstücksübergangs von der katholischen Kirchengemeinde an die Investorengemeinschaft vor (vorne von links): Hans-Jörg Niederprüm und Stefan Sudhoff vom Kirchenvorstand sowie die beiden Allgemeinmediziner Johannes-Joachim Fahl und Oliver Schulte und (hinten von links) Andreas Tack, Vorstand der Volksbank Westenholz, das scheidende Ratsmitglied Hans-Theo Sasse und Michael Kersting, Mitglied des Bauausschusses. Foto: Axel Langer

„Wenn alles glatt läuft, fangen wir noch in diesem Jahr an zu bauen“, erklärten die beiden Allgemeinmediziner Oliver Schulte und Johannes-Joachim Fahl am Donnerstagabend bei einem Ortstermin. Im Oktober 2021 soll dann die neue Gemeinschaftspraxis auf einem Grundstück zwischen Kolpinghaus und Volksbank Westenholz eröffnen. Neben der neuen Praxis entstehen auch sechs Wohneinheiten an zentraler Stelle in Westenholz.

Teil des Grundstücks bleibt im Besitz der Kirchengemeinde

„Für reine Wohnbauzwecke hätten wir das Grundstück nicht verkauft“, legen Hans-Jörg Niederprüm und Stefan Sudhoff vom Kirchenvorstand der Pfarrei St. Joseph Westenholz Wert darauf, das Grundstück einer Verwendung zuzuführen, die sich am Gemeinwohl orientiert und der Sicherung der dörflichen Infrastruktur dient.

Ein Teil des Grundstücks wird im Besitz der Kirchengemeinde bleiben. Auf einem 1600 Quadratmeter großen Areal wird das Wohn- und Geschäftshaus entstehen. „Unsere Praxis wird von bisher rund 160 Quadratmeter auf 250 Quadratmeter Fläche anwachsen. Mit der modernen Gemeinschaftspraxis werden wir uns dann auf die Suche nach einem dritten Allgemeinmediziner oder einer Allgemeinmedizinerin begeben, um die Existenz der Praxis langfristig zu sichern“, erläutert Johannes-Joachim Fahl.

Bessere Parkplatzsituation

Mit dem Neubau wird auch die Parkplatzsituation entspannt. „Am jetzigen Standort im Malvenweg sind die Parkplatzverhältnisse sehr beengt und nicht unproblematisch“, so Oliver Schulte. „Für uns ist der Neubau eine einmalige Chance“, unterstreichen Fahl und Schulte.

Die beengten Verhältnisse im Malvenweg und auch die langfristige Sicherung der ärztlichen Versorgung in Westenholz hatten Ratsmitglied Hans-Theo Sasse sowie das Mitglied im Bauausschuss Michael Kersting, bewogen die Gespräche zwischen den Ärzten als Investoren und der Kirchengemeinde als Grundstückseigentümerin zu vermitteln.

Mit im Boot ist die Volksbank Westenholz als Partnerin der Investoren. „Es geht hier um die Zukunftsfähigkeit von Delbrücks größtem Stadtteil und die ärztliche Versorgung auf dem Lande“, so Hans-Theo Sasse und Michael Kersting anlässlich des Grundstücksübergangs. Außerdem besitze die Praxis Bedeutung weit über Westenholz hinaus.

Auf dem Grundstück wird ein 10,50 Meter hohes zweigeschossiges Gebäude mit Staffelgeschoss entstehen. Darin finden die neue Gemeinschaftspraxis Fahl / Schulte sowie sechs Mietwohnungen Platz. Während die bereits vergebenen Mietswohnungen und deren Parkplätze von der Imadstraße aus erreicht werden können, erhält die Arztpraxis eine Zufahrt von der Straße „Zum Kolpinghaus“ aus.

Rollstuhlgerechte Mietwohnungen

Die Mietwohnungen werden rollstuhlgerecht gebaut. Das Gebäude wird teilunterkellert und mit einer Pelletheizung sowie einer Solaranlage versehen. Außerdem wird der Neubau mit einer Photovoltaikanlage und einem Batteriespeicher ausgestattet. Geplant sind außerdem vier E-Ladesäulen für die Wohnungen. Nach Auskunft der beiden Investoren wird gerade die Ausschreibung vorbereitet.

Die aktuell noch dort auf dem Gelände dort stehenden Mobilwohnheime für Flüchtlinge, Asylbewerber und Migranten sind bis zum Baubeginn geräumt. Auf Anfrage dieser Zeitung bestätigte Fachbereichsleiter Heinz Börnemeier, dass die Teilfläche des Grundstücks fristgerecht gekündigt worden ist und die Mobilwohnheime bereits verkauft wurden. „Da wir an anderen Mobilwohnheim-Standorten ausreichend Kapazitäten frei haben, zogen die in Westenholz untergebrachten Flüchtlinge hierhin um“, so Börnemeier.

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