Entwicklung bei Voltabox Thema bei Paragon-Hauptversammlung
Unangenehme Fragen

Delbrück (WB). Bei der Hauptversammlung des Delbrücker Autozulieferers Paragon, die am Dienstag erstmals nur im Internet stattgefunden hat, ging es zur Sache. Die vorab schriftlich eingereichten Fragen der Schutzgemeinschaft der Kleinaktionäre (SdK) und der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) betrafen vor allem die Liquidität, die Entwicklung bei Voltabox einschließlich millionenschwerer Wertberichtigungen und den geplanten Verkauf der Tochtergesellschaft.

Mittwoch, 16.09.2020, 02:00 Uhr aktualisiert: 16.09.2020, 09:38 Uhr
Paragon-Chef Klaus Dieter Frers. Foto: Mazhiqi

Hintergrund waren Befürchtungen, Paragon könnte mit dem Erlös Liquiditätslücken füllen. Das verneinte der Vorsitzende der Geschäftsführung, Klaus Dieter Frers, entschieden. Die Folgen des sechswöchigen Stillstands wegen der Pandemie meistere Paragon aus eigener Kraft und mit dem Mittel der Kurzarbeit. Die Einnahmen würden nur zur Ablösung bestehender Kredite sowie für Forschung und Entwicklung verwendet. Die Frage, ob Paragon noch mal Insolvenz anmelden werde, verneinte Frers: „Ausgeschlossen.“

Angaben zu den angestrebten Einnahmen aus dem Verkauf machte Frers nicht: „Schließlich will ich nicht unsere Position schwächen.” Der Vertragsabschluss werde vermutlich in den nächsten Wochen erfolgen; es gebe aber keinen Zeitdruck.

Entwicklung bei Voltabox nicht vorauszusehen?

Einige Fragen bezogen sich auch darauf, ob Paragon die Entwicklung bei Voltabox nicht hätte voraussehen müssen. Frers bestritt dies mit dem Hinweis, dass Paragon, obwohl Mehrheitsaktionär, nicht mehr Informationen zur Verfügung stünden als jedem anderen Anteilseigner. Und als Aufsichtschef bei Voltabox sei er zu Stillschweigen verpflichtet – „auch gegenüber Paragon”.

Luftfilter gegen das Coronavirus

Was die weitere Entwicklung betrifft, so betonte Frers, dass die Produkte des Delbrücker Unternehmens für Automobile nicht von der Antriebsart abhingen. Für 2021 setzt Paragon einige Hoffnung in einen Luftfilter, der neben Feinstaub auch Viren inklusive Corona herausfiltere. Für das aktuelle Geschäftsjahr erwartet Frers 110 bis 120 Millionen Euro Umsatz im Automotiv-Bereich. Das sei ein Minus von 14 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Gewinnmarge (Ebitda) werde – ohne Voltabox – bei 8 bis 12 Prozent liegen.

Widerspruch zu Protokoll gegeben

Nachdem alle Abstimmungen mit großer Mehrheit über die Bühne gingen, gab es am Ende noch eine Überraschung. Ein unbekannter Aktionär gab seinen Widerspruch zu Protokoll – aus welchem Grund und mit welchen Folgen musste offenbleiben.

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