Seit 1995 sind etwa 40 Millionen Kubikmeter Wasser bester Güte in Anreppen aufbereitet worden
Mit Sauerstoff zum Trinkwasser

Delbrück (WB). Bei dieser Zahl muss man schon genauer hinsehen, um sie auf Anhieb richtig zu benennen: 40.000.000.000. Das sind 40 Milliarden. So viele Liter besten Trinkwassers sind in den vergangenen 25 Jahren im Wasserwerk der Gemeinschaftswasserwerke Boker Heide GmbH in Delbrück-Anreppen aufbereitet worden. Der Einfachkeit halber: Es sind 40 Millionen Kubikmeter.

Dienstag, 08.09.2020, 07:02 Uhr aktualisiert: 09.09.2020, 20:10 Uhr
Im Untergeschoss des Wasserwerksgebäudes (von rechts): Bürgermeister Werner Peitz (Vorsitzender der Gesellschafterversammlung), der ehemalige Delbrücker Bürgermeister und ehemalige Vorsitzende der Gesellschafterversammlung Meinolf Päsch, vorn Michael Bernemann (Geschäftsführer der Gemeinschaftswasserwerke GmbH) sowie der ehemalige Geschäftsführer Dr. Jürgen Rinneberg.

Vor 25 Jahren, am 7. September 1995, ging nach gut vierjähriger Bauzeit das Wasserwerk Boker Heide in Betrieb. Anlässlich einer Feierstunde zum Jubiläumstag mit Ortstermin in Anreppen sagte am Montag der Geschäftsführer der Gesellschaft, Michael Bernemann: “Das Besondere an diesem Wasserwerk gegenüber konventionellen Wasserwerken ist, das die Wasseraufbereitung hier im Untergrund abläuft.”

Dabei werden um die drei unterirdischen Horizontalfilterbrunnen durch natürliche Aufbereitung Eisen und Mangan zurückgehalten. Anschließend werden in zwei oberirdischen Druckfiltern mittels Zufuhr von reinem Sauerstoff durch eine Biofiltration die natürlichen organischen Inhaltsstoffe zurückgehalten.

Die Vorteile einer solchen unterirdischen Variante “sind eine rückstandslose Aufbereitungstechnik sowie ein ablagerungsfreier Betrieb von Brunnen, Pumpen und Rohrleitungen”, erläuterte Bernemann.

Projekt der Expo 2000 in Hannover

Aufgrund der innovativen Technik wurde das Wasserwerk Boker Heide auch als weltweites Projekt der Weltausstellung Expo 2000 in Hannover anerkannt. Bis zum heutigen Tag läuft das Wasserwerk in einem prozessstabilen Betrieb. Abnehmer des Wassers sind der Paderborner Ortsteil Elsen sowie die Städte Delbrück und Salzkotten, die neben den Wasserwerken Paderborn auch die Gesellschafter der Gemeinschaftswasserwerke Boker Heide GmbH sind.

Zur Feierstunde am Wasserwerk kamen jetzt neben Vertretern der Gesellschaft auch damalige Initiatoren des Wasserwerks sowie langjährige Wegbegleiter zusammen. Delbrücks Bürgermeister Werner Peitz, Vorsitzender der Gesellschafterversammlung, erinnerte sich in seiner Begrüßung noch gut daran, dass der Brunnen Nr. 2 dieser Anlage damals, 1995, auf den Namen Birgit “getauft” wurde. Hintergrund: Werner und Birgit Peitz waren seinerzeit Schützenmajestäten in Anreppen, und der Vorname der jeweils amtierenden Königin wurde damals und in der Folgezeit zur Brunnenbenennung gewählt.

Wasser - Grundlage allen Lebens

“Wasser ist die Grundlage allen Lebens, für die Menschen ist es das existenzielle Lebensmittel, das zur Daseinsvorsorge immer sicher und immer verfügbar sein muss. Schon allein deshalb muss dieses Lebensmittel in der Obhut der öffentlichen Hand bleiben!”, unterstrich Peitz.

Die Idee, ein Gemeinschaftswasserwerk für die Städte Delbrück, Salzkotten sowie das Wasserwerk Paderborn zu bauen und zu betreiben, liegt 30 Jahre zurück. Ziel: Absicherung der Versorgung und Entlastung zu Spitzenzeiten. Erst vor gut vier Wochen war das Wasserrecht für das Gemeinschaftswasserwerk bis 2050 verlängert worden.

Lehrpfad angelegt

Wie die unterirdische Wasseraufbereitung funktioniert, zeigt sehr anschaulich ein zur Expo 2000 angelegter und vor zwei Jahren erneuerter Wasserlehrpfad auf dem Gelände des Wasserwerkes. “Radtouristen machen hier ebenso gern Station wie Schulklassen”, berichtete Peitz.

Der langjährige Vorsitzende der Gesellschafterversammlung, Meinolf Päsch, war zum Zeitpunkt der Inbetriebnahme des Wasserwerkes vor 25 Jahren Bürgermeister in Delbrück. Er strich am Montag nicht nur den Stellenwert der hier eingesetzten Technologien heraus; er erinnerte auch an die rundum gelungene Kooperation mit der Landwirtschaft vor Ort, ohne deren Zustimmungen es nie zu einem Wasserwerk an dieser Stelle gekommen wäre.

Vor 25 Jahren hatten die Gesellschafter rund zehn Millionen Euro zum Bau des Wasserwerkes investiert, blickte Michael Bernemann zum Silberjubiläum zurück. Vorausgegangen war seit 1991 die Anlage von 100 Messstellen sowie seit 1993 der Bau der Brunnen durch eine österreichische Spezialfirma.

 

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7571986?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198401%2F2851065%2F
Ahlers baut 80 Arbeitsplätze ab
Ahlers-Firmenzentrale in Herford
Nachrichten-Ticker