FDP Delbrück schickt jungen Kandidaten ins Rennen um das Bürgermeisteramt
Sascha Bendix hofft auf kleines Wunder

Delbrück (WB). Er ist mit Abstand der jüngste der drei Bewerber um das Bürgermeisteramt in Delbrück. Neben Amtsinhaber Werner Peitz (parteilos) sowie Willibald Haase (SGD) tritt auch Sascha Bendix (FDP) an. Mit dem 31-Jährigen Newcomer hat sich WV-Redakteur Jürgen Spies unterhalten.

Freitag, 04.09.2020, 05:55 Uhr aktualisiert: 04.09.2020, 06:01 Uhr
Sascha Bendix tritt für die FDP als Bürgermeisterkandidat an. Der 31-Jährige ist Elektroniker von Beruf und engagiert sich in seiner Freizeit in der Freiwilligen Feuerwehr Delbrück. Foto: Spies

Herr Bendix, Sie sind kommunalpolitisch in Delbrück ein weitestgehend unbeschriebenes Blatt. Was hat sie angespornt, sich in der Politik zu engagieren und warum fiel Ihre Wahl auf die FDP?

Sascha Bendix: Für Kommunalpolitik interessiere ich mich schon seit längerer Zeit. Berufsbedingt habe ich bis 2016 im Schwarzwald gewohnt. Von dort aus hätte es keinen Sinn gemacht, sich in Delbrück in die Politik einbringen zu wollen. Als ich dann nach Delbrück zurückgekehrt bin, ist die FDP-Vorsitzende Roze Özmen auf mich zugekommen. Während des Gesprächs merkte ich: Ja, das passt.

 

Jetzt hat Sie die FDP gleich aus dem Stand heraus sofort zum Bürgermeisterkandidaten ernannt. Mal provokativ gefragt: Um dem bisherigen Amtsinhaber ein paar Prozentpunkte wegzunehmen?

Bendix: Nein, nein! Darum geht es nicht. Ich trete an, um Bürgermeister der Stadt Delbrück zu werden.

 

Sollte diese Überraschung gelingen: Was möchten Sie in Delbrück stärker in den Fokus rücken? Was sind ihre Hauptthemen?

Bendix: Ich nenne mal ein paar Stichworte. Vernetzen: Mit der Glasfaser sind in Delbrück schon gute Voraussetzungen geschaffen worden, Verbesserungen müssen aber noch dringend im Mobilfunk erfolgen. Der Empfang in Teilen der Innenstadt ist miserabel. Mir schweben überall gut funktionierende freie Internetverbindungen und eine Delbrück-App vor.

 

Was sollte diese Delbrück-App können. Erläutern Sie das bitte etwas näher.

Bendix: Delbrück muss noch viel digitaler werden. Über eine Delbrück-App ließen sich lokale Push-up-Nachrichten, Veranstaltungshinweise und alles, was Delbrück direkter erlebbar macht, auf schnellstem Wege aufs Smartphone schicken. Beim Aufbau und Betrieb der App sollten die wichtigsten Protagonisten wie beispielsweise Einzelhandel, Unternehmen und lokale Vereine zusammenarbeiten. Auch die Kirche sollte angesprochen werden. Eine kommunale Bürger-App würde außerdem zu einer besseren Vernetzung des Ehrenamts führen. Über ein Auswahlmenü könnten Nutzer der Delbrück-App steuern, welche Infos sie haben möchten und welche nicht. Datenschutz ist selbstverständlich.

 

Sie sprachen gerade von mehreren Stichworten als es um die Frage nach Hauptthemen ging?

Bendix: Ja, das Thema Sicherheit ist mir noch ganz wichtig. Delbrück wächst weiter, hat 32.000 Einwohner und braucht eine 24/7-Besetzung der Polizeiwache. In Sachen Brandschutz ist es so, dass die Delbrücker Feuerwehr technisch top aufgestellt ist und über hervorragendes Personal verfügt, aber die Sicherheit der Feuerwehrkameraden selbst muss dringend verbessert werden. Ein Neubau eines Gerätehauses in Delbrück-Mitte ist deshalb überfällig! Und als weiteres Zukunftsthema nenne ich das Stichwort Wasserstoff. Wir sollten dieses Thema auch kommunal und in der ganzen Region in die Hand nehmen, eine Wasserstoff-Infrastruktur aufbauen, mit dem Ziel, eine Vorreiterrolle zu übernehmen. Wichtig ist außerdem, dass die Schulen die bestmögliche IT-Ausstattung bekommen und Schulen in ihrer Selbstverwaltung gestärkt werden. Auch ein Schülerforschungszentrum könnte ich mir gut vorstellen.

 

Sie waren bislang nur stiller Beobachter der Politik in Delbrück. Was hätten Sie in der fast abgelaufenen Wahlperiode anders gemacht?

Bendix: Jede Partei bewirbt den Begriff ‚Gemeinsamkeit‘. Manche Entscheidungen wären allerdings schneller und zielführender zustande gekommen, wenn es mehr Gemeinsamkeit und weniger parteipolitisches Blockieren, ganz gleich von welcher Seite, gegeben hätte.

 

Haben sie als Vertreter der jungen Generation Ideen, wie man junge Leute motivieren kann, sich für Kommunalpolitik zu interessieren und sich über Strohfeuer­themen hinaus zu engagieren?

Bendix: Man kann nicht einfach so sagen: Hey, komm, mach mal Politik! So funktioniert das nicht. Das ist ein wachsender Prozess. Aber generell muss man jungen Leuten Mut zusprechen. So habe ich es auch erlebt und erlebe es auch zur Zeit noch so.

 

In der fast abgelaufenen Legislaturperiode verblieb von der ursprünglich fünfköpfigen FDP-Fraktion nach dem bekannten Umbruch samt Gründung einer neuen Partei in Delbrück nur noch Roze Özmen für die FDP als Einzelkämpferin im Rat. Sie ist jetzt Spitzenkandidatin. Was rechnet sich die FDP diesmal aus?

Bendix: Wir wollen natürlich gut abschneiden und in Zukunft wieder in Fraktionsstärke im Rat sitzen. An einer Prozentzahl X mache ich nichts fest.

Und Sie persönlich?

Bendix: Wie schon gesagt: Ich möchte Bürgermeister in Delbrück werden und würde mich freuen, wenn diese Sensation eintritt.

Zur Person

Sascha Bendix ist 31 Jahre alt, ledig und lebt seit seinem siebten Lebensjahr in Delbrück. Der Elektroniker verbrachte einen Teil seiner ersten Berufsjahre im Schwarzwald. In Delbrück ist er aktives Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr sowie Mitglied der St.-Johannes-Schützenbruderschaft. Zu seinen Hobbys gehört außerdem Sport, der nach Ansicht von Sascha Bendix nicht zwingend in einem Verein betrieben werden muss.

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