Große Ausfahrt der alten Schätzchen durch alle Ortsteile des Delbrücker Landes
Die Mofa lebt!

Delbrück (WB). In den 70er und 80er Jahren gehörten sie zum Alltagsbild einfach dazu: Mofas der Marken Puch, Zündapp, Moby, Mobylette, Hercules, aber auch andere Mopeds sowie „50er“, darunter Kreidler, Simson oder Honda.

Dienstag, 01.09.2020, 23:00 Uhr
Insgesamt 67 Mofas und Mopeds rollten bei der Delbrücker Mofa-Ausfahrt mit. 64 Kilometer durch alle Ortsteile Delbrücks sowie zwei Pausen standen auf dem Plan. Hier verlassen die knatternden Zweitakter nach der ersten Pause das Gelände am Boker Sportheim. Foto: Axel Langer

Doch im Laufe der Zeit verschwanden sie allmählich mehr und mehr – und sind inzwischen beinahe „Kult“. Im Delbrücker Land erlebten jetzt 67 Mofas und Mopeds eine Art Renaissance. Bei der ersten Delbrücker Mofa-Ausfahrt legten die „alten Schätzchen“ 64 Kilometer durch alle zehn Delbrücker Ortsteile zurück.

Drei Stunden auf Achse

„Am Anfang hatten drei oder vier Leute die Idee, mal mit Mofas gemeinsam durch die Gegend zu cruisen“, so Heiner Horenkamp, Organisationsleiter der Delbrücker Mofa-Freunde. Allmählich zog die Idee Kreise, und das Interesse wurde immer größer. „Viele Leute haben noch eine Puch Maxi oder eine Schwalbe im Keller stehen. Viele davon wurden nach und nach wieder fit gemacht und dann ging es los. Die Mofa lebt!“, erzählt Christoph Kneuper mit einem Grinsen. So mancher Mofafahrer sei auch schon bei den überregional bekannten Mofarennen in Espeln am Start gewesen.

1. Delbrücker Mofa-Ausfahrt

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  • 1. Delbrücker Mofa-Ausfahrt
Foto: Axel Langer
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Insgesamt 67 Mofas und Mopeds kamen jetzt am Alten Markt zusammen, um von dort aus den Rundkurs durch das Delbrücker Land in Angriff zu nehmen – samt großem Geknatter und viel blauem Zweitakter-Dunst.

„Wir hatten Sorge, dass uns die Corona-Auflagen noch einen Strich durch die Rechnung machen, aber wir haben grünes Licht bekommen. Sobald wir halten, werden Desinfektionsspender aufgebaut und alle achten auf Abstand“, ist Christoph Kneuper froh, das alles wie geplant ablaufen konnte.

Die Tour dauerte schließlich drei Stunden, reine Fahrzeit wohlgemerkt. Vier „Roadmaster“ in Warnwesten begleiteten den langen Pulk und sicherten ihn ab.

Die Altersspanne der Fahrer ist mindestens ebenso erstaunlich wie die vielen unterschiedlichen Mofas. Die Teilnehmer aus dem gesamten Delbrücker Land, aber auch aus Espeln, Hövelhof, Riege, Salzkotten und Verne waren zwischen 15 und 80 Jahren alt.

Erste Pause am Sportheim in Boke

Am Sportheim in Boke gab es die erste, etwa 30-minütige Pause. Schon hier waren sich alle einig: Das macht richtig Laune. Weiter ging es Richtung Schöning, wo auf dem Hof der Familie Hagenbrock die zweite Rast anstand. Für manche Teilnehmer war hier Durchschnaufen angesagt, bei anderen aber auch der erste Service am Zweirad.

„Eigentlich reicht eine Tankfüllung für rund 100 Kilometer, aber auch nur eigentlich“, setzte An­dreas Tornow den Reservekanister an. Aber auch andere kleine Probleme wollten behoben werden. Ein Team mit Pannenfahrzeug sorgte für perfekten Service, so dass alle Mofas auch das Ziel auf dem Gelände von Veranstaltungsservice LDT am Bösendamm in Delbrück erreichten.

„Allein zu fahren ist langweilig, aber sich in der Gruppe auf den Weg zu machen, ist einfach klasse“, ist auch Daniela Berhorst bei der zweiten Rast in Schöning ganz begeistert. Sie ist mit einem Puch II-Moped unterwegs. Das 2,9 PS starke Gefährt wurde 1970 gebaut und ist bislang erst 6100 Kilometer gelaufen. Die Lipplingerin erhielt die Puch als Geschenk zu ihrem 40. Geburtstag und hat den gebläsegekühlten Zweitakter nun für die Ausfahrt wieder flott gemacht.

54 Pokale vergeben

Beim abendlichen Ausklang wurde Daniela Berhorst mit einem Pokal geehrt: Sie fuhr „die schönste Mofa“. Insgesamt wurden 54 Pokale vergeben. So wurde die Hartmann-Gruppe für die größte Gruppe, Franz Knapp mit dem „Jungen-Pokal“, Marie Ridder mit dem „Mädels-Pokal“ sowie Bruno Wook als ältester Teilnehmer (ü80) geehrt. Sämtliche Pokale hatten Marion und Andreas Kückmann zur Verfügung gestellt.

Ein besonderer Dank aller Teilnehmer ging an Hendrik Sasse. Der 15-Jährige hat in den Sommerferien etliche Mofas für die Ausfahrt fit gemacht. „Allen Helfern und Gastgebern ein großes Dankeschön. Das hat riesigen Spaß gemacht“, freut sich Heiner Horenkamp über eine tolle Mofa-Ausfahrt, bei der auch das Wetter optimal mitspielte. Künftig soll die Rundtour einmal jährlich stattfinden.

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