Delbrücker Gesamtschule bietet Untersuchung für Lehrer direkt vor Ort an
Coronatest auf dem Stundenplan

Delbrück (WB). So einen Start ins neue Schuljahr hat wohl noch kein Lehrer erlebt: An der Delbrücker Gesamtschule standen am Dienstag Coronatests auf dem „Stundenplan“. Als erste Schule im Kreis Paderborn bot die Gesamtschule ihren Lehrern an, sich in der Schule testen zu lassen. 46 der 105 Lehrer nahmen das Angebot dankend an und schauten bei Dr. Armin Kuhlencord vom Laborzentrum Paderborn vorbei, der im Schulgebäude am Nordring sein vorübergehendes Quartier bezogen hatte.

Dienstag, 11.08.2020, 18:30 Uhr
Dr. Armin Kuhlencord vom Laborzentrum Paderborn nimmt bei Lehrerin Stefanie Lucchesi einen Abstrich. Insgesamt ließen sich am Dienstag 46 der 105 Lehrer testen. Wenn möglich, sollen die Tests vor Ort regelmäßig angeboten werden. Foto: Meike Oblau

„Normalerweise muss sich jeder Lehrer selbst um seinen Coronatest kümmern, viele Hausarztpraxen sind aber auch total überlastet“, schildert Schulleiterin Theresia Diekmann-Brusche. Als ihre Kollegin Ann-Cathrin Mikus dann von einem persönlichen Kontakt zu Dr. Armin Kuhlencord erzählte, war der Plan ratzfatz gefasst und umgesetzt: Die Lehrer bekamen das Angebot, sich in der Schule testen zu lassen. Bis Mittwochabend sollen alle Ergebnisse bereits vorliegen, die die Lehrer dann mit Hilfe eines QR-Codes über das Internet abrufen können.

Tests freiwillig und kostenlos

Im Schuljahr 2018/19 gab es 3113 Lehrer im Kreis Paderborn. Das Konzept des NRW-Schulministerium sieht vor, dass sich alle Beschäftigten an Schulen sowie in der Kindertagesbetreuung bis zum 9. Oktober alle 14 Tage freiwillig auf das Coronavirus testen lassen können. Die Kosten übernimmt das Land. Landesweit hatten sich in der Woche vor den Sommerferien rund 15,3 Prozent aller Lehrer dienstunfähig gemeldet. Da dieser Prozentsatz im Durchschnitt normalerweise bei sieben Prozent liege, sei davon auszugehen, dass die darüber hinausgehenden Krankmeldungen „auf die äußeren Umstände der Corona-Pandemie zurückzuführen“ seien, so die Bezirksregierung.

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Viele Fragen zur Maskenpflicht

Mit der Umsetzung zahlreicher Corona-Richtlinien zum Start ins neue Schuljahr ist die Gesamtschule darüber hinaus in den vergangenen Tagen und Wochen gut beschäftigt gewesen. „Es kommen sehr viele Elternanfragen, speziell zur Maskenpflicht und gerade wegen der derzeitigen Hitzewelle“, sagt Theresia Diekmann-Brusche.

Unterrichtsschluss bereits um 11.15 Uhr

Aufgrund der aktuell vorherrschenden Temperaturen habe sie bereits entschieden, dass der Unterricht in dieser Woche für alle bereits um 11.15 Uhr endet. Zudem werden während des Unterrichts alle Flure mit einer Aufsicht besetzt, so dass Schüler die Möglichkeit haben, einzeln aus dem Klassenzimmer auf den Flur zu kommen, um kurz einmal die Maske absetzen zu können. Auch der Gang zur Toilette muss kontrolliert werden.

Separate Eingänge für jeden Jahrgang

„Das etwas seltsam klingende Stichwort heißt ‚Vermeidung von Durchmischung der Jahrgänge‘“, sagt die Schulleiterin. Um eben dieser „Durchmischung“ entgegen zu treten, wird jeder Jahrgang einen separaten Eingang ins Schulgebäude zugewiesen bekommen. „Einen gestaffelter Unterrichtsbeginn, wie vom Ministerium vorgeschlagen, halte ich in der Praxis hingegen gar nicht für umsetzbar“, sagt Theresia Diekmann-Brusche. Das hänge auch mit Busfahrplänen zusammen.

Gestaffelte Einschulung der Fünftklässler

Die Einschulung der neuen Fünftklässler erfolgt erstmals gestaffelt und auf zwei Tage, Donnerstag und Freitag, verteilt. Insgesamt werden im neuen Schuljahr 1216 Kinder und Jugendliche die Gesamtschule in Delbrück besuchen. Erstmals sind darunter auch Oberstufenschüler.

Mit großen, laminierten Schildern, die Myrna Aselmann vorbereitet hat, wird auf die Maskenpflicht und das Abstandsgebot hingewiesen. Zur Herausforderung, glaubt Schulleiterin Theresia Diekmann-Brusche, werde ab kommender Woche der Ablauf in der Mensa werden, da diese nicht nur von der Gesamtschule, sondern auch von Schülern des benachbarten Gymnasiums und den Kindern, die an der Offenen Ganztagsschule (OGS) der Johannesschule betreut werden, besucht wird. Die Benutzung von Tabletts ist in der Mensa vorerst verboten, jedes Kind darf auch nur einmal zum Büffet gehen. Zudem bekommen die einzelnen Jahrgänge feste Sitzbereiche zugewiesen.

Kaum Ausfälle wegen Corona

Kein Problem hat die Gesamtschule hingegen mit Lehrern, die zur Risikogruppe gehören und daher fürs Unterrichten in der Schule ausfallen: „Nach aktuellem Stand ist kein Kollege komplett arbeitsunfähig gemeldet und es gibt lediglich zwei Lehrer, die nur Distanzunterricht leisten können. Das ist der Vorteil eines noch recht jungen Kollegiums.“

Auf die Erfahrungen in den kommenden Wochen ist Diekmann-Brusche sehr gespannt. Der Ablauf der Coronatestungen am Dienstag hat jedenfalls so gut geklappt, dass sowohl die Gesamtschule als auch das Laborzentrum bereits darüber nachdenken, dieses Prozedere künftig alle 14 Tage vor Ort anzubieten.

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