Funde aus römischer Zeit beim Heimatverein Anreppen
Als die Römer an der Lippe lagerten

Delbrück-Anreppen (WB). Das Römerlager in Anreppen stellte einst ein wichtiges Nachschublager der Römer dar. Es umfasst 23 Hektar und dürfte einer der größten Vorposten gewesen sein, der über Land, aber auch über die Lippe erreichbar war. Auch wenn das Lager wohl nur wenige Jahre genutzt wurde, ist es ein wichtiges Denkmal der frührömischen Zeit in Germanien und letztlich auch der Anreppener Geschichte.

Dienstag, 04.08.2020, 12:41 Uhr aktualisiert: 05.08.2020, 07:58 Uhr
In einer Vitrine in der Heimatstube werden verschiedene Fundstücke präsentiert. Andreas Steffens (von links), Michael Rempe und Friedrich Richter vom Heimatverein dankten Ingrid Nachtmann, die die archäologischen Fundstücke bereitgestellt hat. Foto: Axel Langer

Ingrid Nachtmann hat jetzt einige Funde aus römischer Zeit dem Heimatverein Anreppen zur Verfügung gestellt – Fundstücke, die ihr verstorbener Ehemann Hans-Joachim Nachtmann im Laufe der Zeit zusammengetragen hatte.

Fundstücke schlagen Verbindung zum Römerlager

Bereits seit 2002 werden im Museum im Marstall in Schloß Neuhaus große Teile der Glas- und Keramiksammlung Nachtmann ausgestellt. Nun schlagen einige Fundstücke die Verbindung zum Römerlager. Die Überlegung, einige Funde aus römischer Zeit in der Heimatstube in Anreppen zu präsentieren, gibt es bereits seit rund einem Jahr. Inzwischen wurde eine Vitrine aus dem Nachlass von Hans-Joachim Nachtmann für die Aufnahme der verschiedenen Fundstücke vorbereitet und zur Heimatstube transportiert.

In der Vitrine sind neben Keramik und einer Öllampe aus Tunesien sowie Glas aus Köln auch bronzene Fibeln, prunkvolle Vorläufer heutiger Sicherheitsnadeln sowie eine Schuhsohle und ein Teil einer hölzernen Brunneneinfassung aus dem Anreppener Römerlager zu finden.

In den vergangenen Monaten wurde an Texten gearbeitet, die die verschiedenen Fundstücke erklären. „Wir freuen uns, über die Möglichkeit mit diesen Exponaten aus der Römerzeit eine Verbindung zum Anreppener Römerlager herstellen zu können“, freut sich Andreas Steffens vom Heimatverein Anreppen.

Auch Fachliteratur zur Verfügung gestellt

Neben den Fundstücken hat Ingrid Nachtmann außerdem Fachliteratur über die Römerzeit und das Nachschublager in Anreppen zur Verfügung gestellt. „Das sind einige Appetithäppchen, die Lust auf mehr machen sollen“, sagt Ingrid Nachtmann, die auch für Führungen durch das Römerlager in Anreppen zur Verfügung steht. Absprachen können telefonisch unter 05250/8071 getroffen werden.

Auch der Heimatverein Anreppen möchte das Interesse an historischen Funden und dem Römerlager allgemein fördern und dankt Ingrid Nachtmann für Bereitstellung der Exponate. „Wenn wir so das Römerlager und einen Besuch in der Heimatstube in den Fokus beispielsweise von Radwandergruppen stellen können, ist das natürlich eine tolle Sache“, freut sich auch der Vorsitzende des Heimatvereins, Michael Rempe, über die rund 2000 Jahre alten Relikte und deren Präsentation in der Heimatstube.

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