Stadt Delbrück prüft Vorgehensweise eines Waldbesitzers nahe des Hallenbades
SGD kritisiert „widerrechtlich angelegten Weg“

Delbrück (WB/mobl). Die SGD-Fraktion kritisiert die Anlegung eines Weges und eines Holzlagerplatzes im Wald nahe des Naturspielplatzes hinter dem Hallenbad. Fraktionsvorsitzender Willibald Haase hat das Delbrücker Bauamt eingeschaltet und erfahren, dass keine Baugenehmigung vorliegt. Markus Hückelheim, Leiter des Fachbereichs Bauen, lässt den Fall jetzt prüfen.

Dienstag, 07.07.2020, 12:00 Uhr
Symbolfoto Foto: Daniel Lüns

„Der Wald ist in Privatbesitz und wird forstwirtschaftlich genutzt“, erläuterte Hückelheim auf Anfrage des WV. „Ein Forstwirt hat natürlich gewisse Rechte, Wege und Lagerplätze anzulegen. Wir sind hier in einem Landschaftsschutzgebiet, da gibt es Verbote, aber auch Ausnahmen. Daher werden wir das zusammen mit dem Umweltamt nun prüfen.“

110 Meter langer Weg mit Kalksandsteinplatten

In einer Pressemitteilung schildert die SGD-Fraktion, bestehend aus Willibald Haase und Alexander Wiechers, dass „ohne Genehmigung widerrechtlich von der Straße ‚Walde‘ aus ein fünf Meter breiter Fahrstreifen aus ortfremdem Kalksandsteinplatten-Material auf einer Länge von etwa 110 Metern zu einem höher gelegenen, ebenfalls widerrechtlich geschaffenen Holzlagerplatz kurz vor dem Kinderspielplatz angelegt wurde.“ Vom Spielplatz aus führe ein häufig genutzter Sand-Fußweg an der jetzt geplanten neuen Holzsammelstelle vorbei. „Das birgt Gefahren für die Kinder, die gerne auf Holzstapeln herumklettern, und ist Raubbau an der Natur“, finden Haase und Wiechers.

Anwohner machen SGD aufmerksam

Die SGD-Fraktion sei von mehreren Bürgern sowohl aus dem nahegelegenen Wohngebiet Tetbusch als auch aus dem Wohngebiet Nordring angesprochen worden, „sowohl auf die Gefährdung der Kinder als auch darauf, dass in diesem Schutzgebiet durch diese widerrechtliche Baumaßnahme die Natur auf den Kopf gestellt wird.“

SGD-Fraktionsvorsitzender Willibald Haase, der am 13. September bei der Kommunalwahl auch als Bürgermeisterkandidat antritt, hat dazu eine klare Meinung: „Der Eigentümer müsste aufgefordert werden, unverzüglich den gesetzlich notwendigen Bauantrag einzureichen, damit geprüft werden kann, ob eine derartige Baumaßnahme in einem Landschaftsschutzgebiet überhaupt genehmigungsfähig ist.“ Keinesfalls dürfe bei einem nachgeholten Bauantrag herauskommen, dass am Ende die Genehmigung für eine widerrechtliche Baumaßnahme erteilt werde, so Haase.

„Äußerst sensibler Bereich im Landschaftsschutzgebiet“

Es handele sich bei einem Landschaftsschutzgebiet um einen „äußerst sensiblen Bereich“. Die SGD fordere, dass „eine nachträgliche Baugenehmigung für die 110 Meter lange Zufahrt von der Straße ‚Walde‘ in den Wald nicht erteilt wird und der Rückbau der gesamten Anlage durch den Grundstückseigentümer zu erfolgen hat.“ Jede andere Entscheidung, so Haase, könnten viele Delbrücker nur schwer nachvollziehen. Auch der Naturschutzbund (Nabu) sei eingeschaltet.

Markus Hückelheim, Fachbereichsleiter Bauen und Planen bei der Stadt Delbrück, sagte, man habe mit dem Eigentümer der Fläche nun einen Ortstermin vereinbart und werde die Vorgehensweise prüfen.

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