Stadt Delbrück muss weitere 1,7 Millionen Euro investieren
Hochwasserschutz wird kostspielig

Delbrück (WB/al/spi). Im Herbst kommenden Jahres steht der Beginn des letzten Bauabschnitts der Innenstadtsanierung in Delbrück an: Dann soll der Bereich der Langen Straße zwischen den Kreisverkehren Rietberger Straße und Südstraße neu gestaltet werden.

Sonntag, 05.07.2020, 11:27 Uhr aktualisiert: 05.07.2020, 11:30 Uhr
Zum Gesamtkonkonzept zum Schutz vor Überflutungen im westlichen Teil der Innenstadt zählt auch die Ausweisung einer Überflutungsfläche für den Haustenbach südlich der Bundesstraße 64 in Muldenform. Foto: Axel Langer

Im Vorfeld müssen jedoch die Belange des Hochwasser- und Überflutungsschutz berücksichtigt und mit einem ganzen Maßnahmenbündel beackert werden. Mit rund 1,7 Millionen Euro sind die Maßnahmen zur Ertüchtigung der Regenwasserbeseitigung veranschlagt. Fachbereichsleiter Olaf Merschmann stellte die jetzt Maßnahmen im Betriebsausschuss vor.

Die Überprüfung der Leistungsfähigkeit der Kanalisation hat auch für den Bereich untere Lange Straße/„Neustadt“, Rietberger Straße, Driftweg, Bendixwall erheblichen Handlungsbedarf aufgezeigt, um die Leistungsfähigkeit der Kanalisation bei Starkregen und Unwettern sicher zu stellen. In die Planungen sind auch der geplante Bau einer Seniorenresidenz im Bereich Rietberger Straße sowie ein Umbau der Kleinen Straße bereits einberechnet.

Kaum Flächen in öffentlichem Eigentum verfügbar

„Daraus ergeben sich intensive Maßnahmen, um die Bereiche für 20- und 30-jährige Niederschlagsereignisse sicher zu machen“, so Olaf Merschmann. Das Problem: In diesem Bereich stehen kaum Flächen zur Verfügung, die sich in öffentlichem Eigentum befinden. So müssen viele Maßnahmen unterirdisch durchgeführt werden – was die Sache teuer macht.

Jürgen Wrona (Grüne) machte darauf aufmerksam, dass wirtschaftlichere oberirdische Möglichkeiten geprüft werden sollten. Hierbei könnten seiner Meinung nach auch „Rückhaltemöglichkeiten auf Privatgrundstücken” einbezogen werden. Olaf Merschmann sagte eine Prüfung zu.

Kleinere Maßnahmen müssen bereits im Driftweg getroffen werden. So könnte ein Bürgersteig angehoben werden, damit ein möglicher Überstau über die Straße abgeführt werden kann, ohne die Häuser zu gefährden. Sven Büdeker (SPD) bat darum, eine Erneuerung des Parkplatzes am Driftweg zu berücksichtigen.

In der Rietberger Straße soll ein Drosselkanal eingebaut werden, der den Abfluss von Regenwasser zurückhalt und so den Bendixwall entlastet. Beim Bendixwall handelt es sich um eine Privatstraße mit öffentlicher Kanalisation. Allerdings bildet sich in diesem Bereich eine leichte Tallage aus, die bereits beim Unwetter 2007 zu Hochwasser geführt hat. „Wir sind hier für jeden Meter entsiegelter Fläche dankbar“, so Olaf Merschmann, der den Einbau eines Stauraumkanals empfiehlt, um auch hier den zeitlichen Abfluss von Regenwasser hinauszuzögern.

Kanalquerschnitt wird vergrößert

In der Langen Straße wird der Querschnitt der Regenwasserkanalisation von 300 auf 500 Millimeter vergrößert. Außerdem muss eine neue Hauptentlastungsleitung über die Friedrich-Ebert-Straße, Südstraße und unter der Bundesstraße 64 hindurch auf den Haustenbach zu gebaut werden. Südlich der B64 wird eine zur Zeit als Weide genutzte Fläche zu einem Retentionsraum umgestaltet. Hier kann sich der Haustenbach bei Hochwasserereignissen ausdehnen und das Wasser wird zurückgehalten, um am Unterlauf gelegene Anlieger, etwa in Sudhagen, nicht zu gefährden. Ist der Hochwasserscheitel abgeflossen, kann auch das Retentionsbecken wieder leer laufen.

„Erste Bauarbeiten beginnen Mitte/Ende September diesen Jahres“, so Horst Wolf vom Fachbereich Tiefbau. Im ersten Quartal 2021 könnte dann die Regen- und Schmutzwasserkanalisation in der Südstraße unter Vollsperrung der Straße ausgebaut werden. Im Kurvenbereich ginge es schließlich unter der Bundesstraße durch.

Bis Mai/Juni 2021 sollen die Kanalisationsarbeiten abgeschlossen sein, damit die Umgestaltung der Lange Straße beginnen kann.

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